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ID 18487

WATERGATE


cover
Jahrgang: 2019

Verlag: Frosted Games [->]
Pegasus [->]
Autor: Matthias Cramer
Grafik: Klemens Franz, Alfred Viktor Schulz

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2-2

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30-60

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
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Rezension

Ziel

Fast 50 Jahre liegt die Watergate-Affäre mittlerweile zurück, die zum Rücktritt des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon führte. Zeit, diesen bedeutenden politischen Moment angemessen zu würdigen: Beim kartengesteuerten Watergate duellieren sich Nixon und ein Redakteur: Wird die Vertuschung auffliegen, oder kommt der Präsident ungeschoren davon?

Regeln

Ziel des Redakteurs ist es, genügend Beweise zu sammeln, um den Präsidenten zum Rücktritt zu zwingen. Dazu muss er auf dem Beweisplan lückenlose Beweisketten zu (mindestens) zwei der insgesamt sechs möglichen Zeugen herstellen. Dieser Plan sieht fast aus wie ein Spinnennetz, in dessen Mitte sich der Präsident befindet, allerdings mit Dreiecksstrukturen, d.h. praktisch genau so wie eine Karte von TransAmerika. Für die Zeugen sind ein paar Plätze am Rand vorgesehen.

Ziel des Präsidenten ist es dagegen, die Recherchen ausreichend lange zu behindern und 5 Runden (von maximal 9 insgesamt) in der Öffentlichkeitswahrnehmung für sich zu entscheiden. Hierfür gibt es einen "Momentum-Marker", der jede Runde ebenso wie der Initiativemarker sowie 3 neue Beweisplättchen mittig auf der Rechercheleiste platziert wird.

Jede Runde werden dann aus eigenen Decks abwechselnd Karten gespielt, wobei es stets zwei Möglichkeiten gibt: entweder einen Beweismarker um die angegebene Anzahl Felder zu sich bewegen oder die jeweilige Aktion ausführen. Ungefähr die Hälfte der Karten müssen nach ihrer Aktion dauerhaft abgeworfen werden, sind aber entsprechend mächtig. Zu diesen Aktionen zählt beispielsweise auch das Platzieren von Zeugen aus dem Plan: Für diese gibt es zwar feste Felder, jedoch kann Nixon als Durchführer dieser Aktion sie permanent ausschalten und somit als Ziele für den Redakteur unbrauchbar machen.

Am Ende der Runde wird die Initiative neu ermittelt, der Momentum-Marker vergeben und die Beweismarker durch diejenigen Spieler verteilt, die sie auf ihre Seite ziehen konnten...

Meinung

Der Redakteur muss Beweisketten schaffen. Dafür benötigt er viele Beweismarker, und zwar zum jeweiligen Zeitpunkt in der richtigen Farbe, denn Spielplan und Marker sind in drei Farben unterteilt. Gleichzeitig muss er aber auch seine Zeugen rechtzeitig aktivieren, bevor Nixon sie ausschaltet. An dieser Stelle spielt der Zufall eine wichtige Rolle, denn auch die Zeugen können nur mit passender Karte platziert werden. Gleichzeitig gehören diese Karten aber auch zu den 1x-Karten, die nach Ereignis-Nutzung entfernt werden müssen und alternativ gleich 3 Marker auf der Leiste verschieben können. Der Redakteur muss also seine Marker- und Zeugenaktionen geschickt kombinieren.

Der Präsident hingegen kann durch Marker und Zeugen die Beweisketten auf dem Plan gehörig behindern -was insbesondere an Stellen effektiv ist, an denen die Kette fast vollständig fertig war. Er kann aber noch mehr, denn er hat die gemeineren Aktionen zur Verfügung. So kann er (am besten überraschend am Rundenende) manchmal Beweis an sich reißen oder gar die Runde vorzeitig beenden. Letztes kann jede noch so gute Planung des Redakteurs herrlich torpedieren. Daher ist es durchweg vorteilhaft, wenn man einen groben Überblick über die vorhandenen und noch im Deck des Gegners befindlichen Karten hat. Erfahrene Watergate-Spieler können sich so den einen oder anderen, möglicherweise entscheidenden Vorteil verschaffen.

Eine generelle Überlegung, mit der sich beide Parteien so gut wie in jeder Runde beschäftigen müssen besteht darin, den geeignetsten Zeitpunkt zur Ausführung eines 1x-Effekts zu wählen. Eine völlig freie Wahl gibt es zwar nicht, aber diese Karten sind eben auch sehr mächtige Beweis-Verschieber. Da der Kartensatz nicht für die gesamte Partie ausreicht, muss der Abwurfstapel in der zweiten Spielhälfte neu gemischt werden, sodass sich manche dann eben doch doppelt nutzen lassen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle auch die Tatsache, dass sich Verlag und Autor große Mühe gegeben haben, den historischen Skandal in einem kompakten, aber immerhin 7 Seiten starken Anhang zu dokumentieren. Diese Backgroundgeschichte ist nicht nur gut recherchiert, sondern auch unterhaltsam und eignet sich bestens als Einstieg -noch vor dem eigentlichen Regellesen.

Fazit

Thematisch stimmig und hervorragend ausgestattet bietet Watergate nicht nur politisch korrekte Interaktion, sondern auch jede Menge Spannung für 2 Spieler und zählt in diesem Segment zu den (wenigen) Highlights des Jahres.


2019-07-12, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
08.07.2019
spannendes Politik-Duell

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