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Datenblatt image
ID 18386

ROLL PLAYER


cover
Jahrgang: 2018

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Keith Matejka
Grafik: JJ Ariosa, Luis Francisco

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1-4

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60-90

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 6.2 von 10
punkte

Score gesamt: 56.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Roll Player ist ein Mix aus Rollen-, Karten- und Würfelspiel. Dabei haben die Würfel sogar den größten Einfluss auf die Charakterentwicklung. Also, komm mit und besteh ein paar spannende Abenteuer! Unausstehliche Barden, standhafte Elfen-Raufbolde und törichte Halblinge mit Langschwert warten auf Dich...

Regeln

Jeder Spieler erhält ein eigenes Charaktertableau, mit dem seine Spezies festgelegt wird (z.B. Mensch oder Zwerg). Dieses wird mit einer zufälligen Vorgeschichte (1/16 Karten) und einer Klasse ausgestattet. Mit der Klassenkarte werden Spielerfarbe und Beruf (z.B. Zauberer oder Barde) bestimmt. Zudem verfügt jeder über sechs Fertigkeiten (Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit, Charisma), die im Laufe der Partie jeweils 3x durch Würfel verbessert werden.

In jeder Runde wird zunächst die Reihenfolge (Initiative) bestimmt. Dadurch erhält bereits jeder Spieler einen neuen Würfel, der auf ein noch freies Feld einer Eigenschaft gesetzt wird. Ein weiterer wird anschließend auf einem Beutel gezogen, geworfen und ebenso eingesetzt. Dadurch passieren gleich mehrere Dinge: Gelbe ("goldene") Würfelchen liefern sofort Gold und die gewählte Fertigkeit darf genutzt werden. Mittels Stärke kann ein Würfel um 180 Grad gedreht, per Geschicklichkeit mit einem anderen vertauscht werden. Konstitution ändert einen Würfelwert um +-1, Intelligenz ermöglicht das Neuwerfen. Charisma sammelt Marker, die Kaufpreise für Karten reduzieren, Weisheit beeinflusst den Gesinnungsmarker.

Für die Position des Gesinnungsmarkers (gut vs. böse, rechtschaffen vs. chaotisch) gibt es am Ende Punkte, wenn sie mit den entsprechenden Vorgaben des zu Spielbeginn verteilten Gesinnungskarte überein stimmt. Analog belohnt auch die Vorgeschichte die Spieler, die bestimmte Würfelfarben auf vorgeschriebene Positionen eingesetzt haben. Auch durch Marktkarten, die nach dem Ziehen der Würfel gekauft werden, lassen sich Extrapunkte sammeln. Und nicht zuletzt schreibt auch jede Klassenkarte vor, welche Punktsumme je Fertigkeit erforderlich ist, um Punkte zu erhalten. Wie es sich gehört, sind die Anforderungen je nach Charakterklasse unterschiedlich.

Im Gegensatz zu einem klassischen "Pen & Paper"-Rollenspiel (nicht zu verwechseln mit der unterhaltsamen Videoreihe "Pen & Peter" des Verlags) endet die Charakterentwicklung mit dem Ende der Partie. Bei der Solo-Variante wirft der imaginäre Gegner mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Karten aus dem Markt auf den Müll: Je niedriger die gewählte Initiative (und damit je höher der Würfelwert), desto höher die Wahrscheinlichkeit.

Meinung

Der spaßigste Teil ist zweifellos die Charaktererschaffung -wie beim richtigen Rollenspiel. Feige Kämpfer, dümmliche Zauberer und jede Menge merkwürdige Kombinationen sorgen immer wieder für Gelächter. Dies entspricht natürlich nicht immer den Vorstellungen der Spieler, die sich dann auch nicht mit ihrem Charakter identifizieren können. Müssen sie aber auch nicht, denn der eigentliche Ablauf ist rein mechanisch. Der wichtigste Schritt besteht dabei darin, die Auslage der Initiative zu bewerten: Gibt es eine Karte, die ich unbedingt haben will? Benötige ich eine bestimmte Würfelfarbe? Sind die ausliegenden Werte ähnlich (z.B. 4, 5, 5) oder weit auseinander (z.B. 1, 2, 6)?

Generell empfiehlt es sich, sich zu Beginn auf hochwertige Würfel zu konzentrieren. Je nach verfügbaren Fertigkeiten kann aber auch eine 1 nützlicher als eine 5 (Stärke!) oder die Farbe egal sein. Um die eigenen Optionen abzuwägen, ist man oft gut genug beschäftigt, sodass die Situationen der Mitspieler keines Blickes mehr gewürdigt werden. Ein großer Vorteil davon: Roll Player funktioniert auch im Solo-Modus sehr gut. Das Spiel mutiert dann zwar zu einer reinen Optimierungsübung, jedoch lässt sie sich recht schnell bewältigen. Durchsimulieren sozusagen.

Trotzdem ist der Spaß einfach größer, wenn gemeinsam gespielt wird. Dann sind nämlich auch die gekauften Ausrüstungen nicht einfach nur Mittel zum Zweck (der Punktemehrung), sondern werden Teil der Geschichte. Und für diese sollten sich die Spieler ruhig etwas Zeit nehmen.

Fazit

Eine Prise Rollenspiel sorgt für individuelle Atmosphäre. Roll Player hat dabei den großen Vorteil, nicht auf eine Charakterentwicklung über hunderte von Spielstunden angewiesen zu sein. Aufgrund der entsprechenden Abstriche hinsichtlich Story und Abenteuer liegt dieser Genremix etwas näher beim klassischen Brettspiel. Und als solches macht es Appetit auf mehr und lässt Rollenspielunerfahrene den Duft der großen, weiten RPG-Welt schnuppern.


2019-05-28, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
20.05.2019
interessante Verquickung von Würfel- und Rollenspiel
5.5SirAnn
29.05.2019
Als alter DSA-Hase suche ich hier die Umsetzung der Thematik vergebens. Die Erweiterung soll diesbezüglich angeblich Abhilfe schaffen. Bis dahin bleibe ich bei dem vom Spielprinzip her ähnelnden Sagrada

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