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ID 18245

JAGD NACH DEM RING


cover
Jahrgang: 2018

Autor: Marco Maggi, Gabriele Mari, Francesco Nepitello
Grafik: John Howe, Francesco Mattioli

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2-5

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90-180

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ab 13


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

In der Jagd nach dem Ring reist der Halbling Frodo Baggins (bzw. Beutlin) in zwei Etappen nach Bree und weiter nach Bruchtal. Es handelt sich dabei quasi um die Vorgeschichte, die unmittelbar vor dem Ringkrieg (ebenfalls Ares Verlag) spielt. Bei der Jagd übernimmt einer der Spieler die Rolle des Auenländers, der von den Ringgeistern (Nazguls) verfolgt wird.

Regeln

Frodos Reise dauert Tage, vielleicht sogar Wochen. Jeder Tag ist in drei Runden unterteilt: zwei am Tage, eine in der Nacht. Solange es hell ist, bewegt sich Frodo auf ein benachbartes Feld und notiert dessen Nummer in seinem Reisetagebuch. (Den Mitspielern ist somit nur sein letzter Aufenthaltsort bekannt -ähnlich wie bei Scotland Yard.) Außerdem darf er eine Verbündetenkarte ausspielen und einen Gemeinschaftsmarker ausgeben, und eine neue Karte zu erhalten. In der Nacht darf er sich anstelle der Bewegung ausruhen. Sollte er jedoch stattdessen seine Reise fortsetzen, erhöht sich die Macht des Rings auf ihn und die Ringgeister dürfen eine Jagd durchführen.

Besagte Nazguls wiederum können sich ebenfalls in jeder Phase bewegen -über ausgebaute Straßen sogar drei Felder auf einmal. Welche zusätzlichen Aktionen sie ausführen können, wird durch sechs Aktionswürfel bestimmt. Sie können den Ringträger aus einiger Entfernung grob wittern und an einzelnen Orten sogar gezielt Jagd auf ihn machen. Während erfolglose Suchen den gewählten Weg Frodos immer weiter offen legen, führen erfolgreiche Jagden zu "Begegnungen", bei denen die Macht des Rings durch das Ziehen verdeckter Plättchen weiter wächst. Während sich der junge Herr Frodo mit manchen Gefährtenkarten dagegen wehren kann, stehen den Ringgeistern spezielle Hexereikarten zur Verfügung. Erreicht Frodo einen der drei Zielorte, bevor der Ring zu stark wird, gewinnt er.

Im zweiten Teil (Rückseite des Spielplans) wird anstelle des Halblings Gandalf der Graue kontrolliert und durch die Wälder gescheucht, während Herr Frodo seinen Weg nahezu unbeirrt fortsetzt. Auch hier muss der Ringträger natürlich eines der Zielfelder erreichen. Ob er es schafft oder nicht, entscheidet aber nicht nur die Partie. Denn wer möchte, kann -je nach Ergebnis- bestimmte Vor- bzw. Nachteile "mitnehmen" und den großen Ringkrieg unter veränderten Vorbedingungen starten. Damit wird das ganze dann wahrlich ein episches Abenteuer.

Meinung

Die Jagd nach dem Ring ist ein Spiel, das sich langsam entwickelt. Es beginnt alles ganz harmlos, als hätte man Scotland Yard (Spiel des Jahres 1983) einfach in eine Fantasy-Landschaft versetzt. Allerdings ist das Spielbrett eher sachlich gestaltet, was wiederum der Übersichtlichkeit zugute kommt. Stimmungsvolle Landschaften, wie man sie aus den Romanen und Filmen kennt, sind eher Mangelware. Mit zunehmender Spieldauer erhalten die Nazguls jedoch immer mehr Handlungsmöglichkeiten, und auch die Hinweise über Frodos Route sorgen für unterhaltsame Spekulationen. Generelle Strategien lassen sich dabei kaum ableiten, da der Halbling hauptsächlich situationsbedingt agieren muss. Die Macht des Rings muss er stetig im Auge behalten (und darf sie zudem nicht zu Beginn der Partie unterschätzen), erfolgreiche Jagden können ihn nämlich schnell stellen. Auf den Erfolg der Ringgeister hat er allerdings (trotz bestimmter Gefährtenkarten) weniger Einfluss, als die Würfel, die deren Handlungsoptionen bestimmen. Die Gemeinschaftsplättchen, die Frodo bei gewürfelten Jokern erhält, erweisen sich dafür als sehr nützlich.

Gelingt die Flucht zur Furt (nach Bruchtal), darf sich der große Halbling glücklich schätzen, alberne Sauflieder anstimmen und halbintelligente Türwitze machen (door, more door, gone door). Wenn nicht, heißt es Füße waschen und nochmal versuchen. Aber bitte nicht am selben Tag, denn eine einzelne Partie dauert schon lange genug (2-3 Stunden pro Etappe). Wer ernsthaft gleich im Anschluss den Ringkrieg auf den Tisch zerrt, sollte insgesamt rund 12 Stunden Spielzeit einplanen. Die beiden Spiele zu kombinieren, ist dennoch eine schöne Idee -aber bitte ohne erfolgsabhängige Boni beim Ringkrieg-Start zu verwenden. Denn der ist bereits hinreichend komplex und ausgewogen, da muss man jetzt nicht noch den Start aus dem Gleichgewicht bringen.

Fazit

Wer sich Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Trilogie komplett in der Special-Extended-Version anschaut, kann in der gleichen Zeit auch die Jagd nach dem Ring und Der Ringkrieg hintereinander spielen. (Und dies auch noch immer und immer wieder, mit teilweise sehr unterschiedlichen Verläufen und Ereignissen. Ohne Werbung. Ohne Abspann. Ohne Kratzer in der Scheibe. Ohne Strom.) Tolkien fände dies bestimmt auch ganz toll, Spieler mit weniger Ausdauer wohl eher nicht. Mittelerde-Fans kommen aber definitiv auf ihre Kosten.


2018-11-09, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
19.09.2018
nicht so gut wie der Ringkrieg, aber eine angemessene Vorgeschichte

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