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ID 10883

GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER


cover
andere Namen: No Tahnks!
Jahrgang: 2004

Verlag: Amigo [->]
Autor: Thorsten Gimmler
Grafik: Oliver Freudenreich

 
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3-5

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30

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ab 8


Material: mittelmässig
Komplexität: gering
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: hoch
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 7.3 von 10
punkte

Score gesamt: 75.6% von 100
score
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Rezension

Ziel

Geschenkt ist knallhart. Keine netten Tierchen oder Bürgchen auf dem Cover und auch keine thematische Einstiegshilfe. Reduziert auf das Wesentliche, schnörkelloser Einstieg, keine Regelfragen. Hier geht es nur um eines: Das Spiel. Oder besser: den Mechanismus. Geben oder nehmen - Runde für Runde entscheiden die Spieler sich, um ihre Zahlenreihen zu optimieren und am Ende die wenigsten Minuspunkte zu haben. Klingt einfach? Ist es auch, aber deswegen noch lange nicht anspruchslos.

Regeln

Runde für Runde wird eine Karte mit einer Zahl von 3 bis 36 darauf aufgedeckt. Und dann geht es auch schon voll los: Entweder ich lege einen meiner anfänglich elf Chips auf die Karte oder ich nehme sie mir. Wenn eine Karte genommen wird, muss sofort die nächste aufgedeckt werden. Das geht so lange, bis der Kartenstapel aufgebraucht ist; dann wird gewertet. Die Zahlen auf den Karten zählen als Minuspunkte, jeder Chip ist ein Pluspunkt. Und eigentlich ist das schon so in sich stimmig.

Praktisch sieht es folgendermaßen aus: Es wird eine Zahl aufgedeckt, der erste Spieler legt einen Chip. Wenn die Zahl auch noch einigermaßen hoch ist, also 32 zum Beispiel, legt auch der Nächste einen Chip usw. Ist ja klar, rein logisch gesehen lohnt es sich erst, die Karte zu nehmen, wenn mindestens 32 Chips draufliegen. Oder? Stimmt nicht ganz, denn Chips sind rar. Und wenn ich keine Chips mehr habe, muss ich unter Umständen schon mal eine 34 nehmen, auf der erst zwei Pluspunkte liegen. 34-2 ist nach Adam Riese 32 - ganz so einfach ist die Entscheidung für oder wider das Nehmen also doch nicht. Zumal Thorsten Gimmler - der Autor - noch einige erschwerende Finessen eingebaut hat, zwei genau genommen. Die erste hilft uns, Minuspunkte zu eliminieren. Wenn ein Spieler nämlich schon mehrere Zahlen hat, die zusammen eine Reihe bilden, dann zählt nur die Niedrigste. Bedeutet: Wenn ich zum Beispiel eine 22 und eine 24 habe, insgesamt also 46 Minuspunkte, und nun aber noch eine 23 organisiere, so zählen alle drei Zahlen zusammen nur noch 22 Minuspunkte. So schnell ist aus einem kleinen Rechenspiel ein durchtriebenes Zockerspiel geworden, bei dem man wirklich genau abwägen muss und unter Umständen auch mal ein Risiko eingeht.

Nehme ich mir die 23 jetzt und streiche damit 46 Minuspunkte? Oder warte ich noch eine Runde, so dass noch 4 Chips mehr draufliegen? Aber was, wenn einer der Mitspieler schon jetzt keine Chips mehr hat und die Karte nehmen muss? Keine einfache Entscheidung. Aber deswegen gleich ein durchtriebenes Zockerspiel? Zu einem solchen wird es erst durch Finesse Nummer zwei: Zu Anfang werden neun Karten verdeckt aus dem Aufdeckstapel entfernt. Somit können nicht nur die Mitspieler einen Strich durch die Rechnung machen, sondern auch das Spiel selbst. Was wenn die 23 gar nicht im Stapel ist? Aber mit etwas Glück ist sie es und am Ende stehen tatsächlich nur 22 Minuspunkte. Und noch 4 Chips - also Pluspunkte - die in der Wertung aber meist nur das "Zünglein an der Waage" darstellen. Am Ende gewinnt, wer insgesamt die wenigsten Minuspunkte hat - in den positiven Bereich zu kommen ist fast unmöglich.

Meinung

In der Kürze liegt die Würze. Das Sprichwort trifft auf Geschenkt absolut zu. Wäre die Spieldauer länger, wäre wohl auch das ganze Spiel nicht so kurzweilig und dadurch unterhaltsam. Das karge Design, die völlig schmucklose Aufmachung und die Handlungslosigkeit sorgen dafür, dass sich kein wahrer Spannungsbogen aufbauen kann und der Puls eher weniger stark in die Höhe geht. Wegen der kurzen Spieldauer stört dies jedoch kaum. Mit 20 Minuten ist die Spieldauer außerdem sehr korrekt angegeben - auch wenn das Spiel dadurch als "flach" gebrandmarkt ist. Echte Freakspieler sind dadurch vielleicht abgeschreckt, was jedoch schade ist. Als Zockerspiel macht Geschenkt eigentlich in jeder Runde Spaß, wenn die Spieler nicht allzu verbissen herangehen und auch mal ein Risiko eingehen. Und auch wenn Interkommunikation durch den Spielmechanismus eher nicht vorgesehen ist, kommt es nach einem eher komplexen, denkaufwendigen Spiel durchaus zu lockeren Gesprächen.

Demgegenüber ist das interaktive Element sehr gut gelungen - die Spieler müssen aufeinander Acht und Bezug nehmen, es bleibt aber auch genügend Raum für eigenständige Planungen. Dabei muss natürlich gesagt sein, dass dies kein großes Denker- oder gar Taktikspiel ist. Wichtig sind eigentlich nur Risikobereitschaft und das damit einhergehende Glück. Das mag von Manchem als Negativum aufgefasst werden. Typisches Familien-Kinder-Glücksspiel werden einige jetzt sagen. Aber letztendlich braucht man auch solche Spiele - für Zwischendurch, zum Warmwerden oder um den Abend abklingen zu lassen. Und für diese Zwecke ist es wirklich gut geeignet.

Auch für Anfänger ist Geschenkt empfehlenswert, besonders wegen der sehr zugänglich geschriebenen Regeln. Diese sind zwar in normaler Amigo-Länge, also genauso lang wie bei anspruchsvolleren Kartenspielen wie Bohnanza oder 6 Nimmt, dafür aber sehr ausführlich, in angenehmer Schriftgröße und mit zahlreichen Bildern zum besseren Verständnis. Der Einstieg ist nach einmaligem Lesen sofort möglich.

Fazit

Das Spiel ist somit nahezu universell - für Anfänger als Einstieg in einen Spieleabend, aber auch für Hartgesottene - während des Aufräumens/Aufbauens von größeren Spielen oder einfach nur zum Abschluss. Wir haben auch schon ganze Abende lang an dem kleinen, orange-farbigen Karton gesessen und dann eine Art Rangliste geführt. Das Schöne an dem Spiel ist - und dies sage ich in einem Zeitalter von Puerto Rico und Agricola - tatsächlich seine Einfachheit. Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeiten von MauMau oder Skat - mit einfachen Mitteln wird hier viel Spielspaß erzeugt.


2010-12-14, Ephraim Bernhardt (ephraim)



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Bewertungen
7cp
26.04.2009
6.5niggi
26.04.2009
5.5kathrin
26.04.2009
7Cyberian
29.05.2009
8.5donvanone
03.07.2009
Wegen leichter Regeln optimal, um mit Spielneulingen in Schwung zu kommen, oder nach einem "anstregenden"Spieleabend noch locker zu versacken
8KeksinaDosn
27.10.2009
super f?r zwischendurch - leichte Kost und f?r jeden schnell erlernbar
7.5ephraim
16.11.2010
interessanter spielmechanismus; sch?n zwischen zwei spielen als l?ckenf?ller ;)
8drfunk
14.12.2010
7.5alguenter.mkraemer
10.04.2011
Perfekt f?r Zwischendurch!

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