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Datenblatt image
ID 17238

EVOLUTION


cover
Jahrgang: 2015

Verlag: Schmidt Spiele [->]
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2-5

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 7.8 von 10
punkte

Score gesamt: 59.5% von 100
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Rezension

Ziel

In Evolution entwickeln wir verschiedene Tierarten. Wir vergrößern aber auch ihre Populationen und müssen sie ernähren, Pflanzen- wie Fleischfresser gleichermaßen. Evolutionäre Verbesserungen wie Gifte, Panzerungen oder das Besetzen von ökologischen Nischen können im Gerangel um das Futter von großem Vorteil werden...

Regeln

Jede Runde erhalten die Spieler neue Eigenschaftskarten zur Weiterentwicklung ihrer Spezies. Auf diesen Karten findet sich zusätzlich eine Angabe zum Nahrungsangebot. Durch gleichzeitiges, zunächst verdecktes Ausspielen von jeweils einer Karte wird damit der neue Futtervorrat für die aktuelle Runde festgelegt.
 
Danach darf jeder Spieler eine Aktion ausführen: eine Eigenschaft einer Spezies zuweisen, Körpergröße oder Population erhöhen oder eine zusätzliche Spezies anfangen. (Mit jeder zusätzlichen erhöht sich die Anzahl zu erhaltender Karten, wohingegen die Anzahl Aktionen konstant bleibt.)
 
Erst danach wird der verfügbare Nahrungsvorrat aufgedeckt und reihum gefressen, bis alle satt sind (oder ihre Population verringern müssen -bis hin zum Aussterben). Während Pflanzenfresse sich immer nur einen Nahrungschip nehmen (sofern sie nicht bereits die Eigenschaft "gefräßig" haben), hängt ihre Sättigung von der Körpergröße der gefressenen Beute ab. Für eine erfolgreiche Jagd ist es allerdings notwendig, selbst größer zu sein als das Beutetier.
 
Jedes Mal, wenn die Population einer Spezies reduziert wird, wandern gesammelte und nun überschüssige Futterchips in den Stoffbeutel des Spielers. Dies sind seine Siegpunkte, sobald der Nachziehstapel leer ist. Hinzu kommen noch Punkte für die überlebenden Populationen und ihre Eigenschaften.

Meinung

Zu Beginn ist reichlich Nahrung vorhanden, sodass sich alle Pflanzenfresser den Magen vollschlagen können. Mit wachsender Artenvielfalt steigt jedoch der Bedarf, wohingegen der Nahrungsnachschub konstant bei einer festen Anzahl Karten bleibt. Massive Hungersnöte, die auch im Aussterben ganzer Arten enden können, sind daher eine reale Bedrohung. Fleischfresser haben dieses Problem nicht. Für sie ist eigentlich immer genug Futter vorhanden -sofern es denn nicht schneller wegrennt, auf einen Baum klettert oder schlichtweg stärker ist und besser nicht angegriffen wird. Um eine fleischfressende Spezies zu etablieren sind daher ein paar Vorbereitungen nötig (Körpergröße erhöhen, eventuell zusätzliche Jagdfähigkeiten entwickeln), was Karten kostet. Allerdings: Wer auf Fleischfresser setzt, kann durch das Ausspielen geringer Nahrungswerte auch das Futterangebot zusätzlich verknappen und so weiteren Druck auf die Konkurrenz ausüben.
 
Natürlich gibt es auch allerlei Verteidigungsstrategien: Panzer, Hörner, Symbiose, Warnrufe, Herdenschutz, Tarnung, klettern -all dies macht die Jagd noch schwieriger. Ein möglicher Ausweg besteht darin, eine Tierart erst wachsen zu lassen und dann mit der zweiten oder dritten Entwicklungskarte plötzlich zum Fleischfresser mutieren zu lassen. Das sorgt zumindest für Überraschung. Theoretisch ist übrigens auch der Rückweg möglich, indem eine vierte Karte gelegt und die Fleischfresser-Karte abgeworfen wird. Sinnvoll ist dies allerdings nur in den seltensten Fällen, da weit entwickelte Fleischfresser gegen Ende einer Partie kaum Schwierigkeiten haben sollten, sich zu ernähren. Notfalls beschafft man sich eine neue Tierart und frisst diese selbst auf.
 
Interessanter als die Verteidigung sind Fähigkeiten, die das Fressen beschleunigen oder beispielsweise anhand einer Fettschicht die Überlebenschancen verbessern. Schön sind auch Kombinationen von Eigenschaften, die sich auf benachbart ausliegende Arten auswirken. Frisst beispielsweise ein Saurier mit Kooperation, darf auch sein Nachbar fressen. Ist dieser gefräßig, macht er dies stets gleich zwei mal. Auf einen Schlag lassen sich so also gleich drei Nahrungschips sichern. Dies kann, wie so manch andere Entwicklung auch, durchaus überraschend kommen. Daher ist es nicht unwichtig, die Fertigkeiten der fremden Spezies zumindest grob zu überblicken. Hier die Übersicht zu behalten, ist jedoch nicht ganz so einfach. Insbesondere bei den Fleischfressern ist es eher der Regelfall, dass in der Fressphase einzeln geprüft werden muss, welche Art überhaupt gefressen werden kann.
 
All diese dynamischen Randbedingungen machen Evolution ein wenig unübersichtlich. Manche Spieler sind damit überfordert, sodass es vorkommen kann, dass eine gerade erst erzeugte Spezies mangels geeigneter Nahrung sofort wieder ausstirbt. Eine gewisse Portion Frusttoleranz ist daher erforderlich.

Fazit

Es gibt keine Beuteltiere. Erstens weil in die Beutel nur Nahrungschips wandern, und zweitens weil kein entsprechendes Merkmal entwickelt werden kann. Die vorhandene Auswahl an Eigenschaften ist jedoch mehr als ausreichend, um für viele spannende Partien zu sorgen. Gezielte Angriffsstrategien treffen auf bisweilen unterhaltsame Nahrungs- und Fluchtgewohnheiten, wobei Intelligenz übrigens nicht nutzlos ist. Wer generell urzeitliche Entwicklungsspiele wie Ursuppe oder Evo mag, findet in Evolution den nächsten großartigen Vertreter dieses Genres.


2015-05-26, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
6.5Mario1976
01.06.2015
interessantes Spiel, der Titel sagt alles
9cp
13.05.2015
genial, abwechslungsreich und immer wieder ganz anders.

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