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ID 18463

DIE TAVERNEN IM TIEFEN THAL


cover
Jahrgang: 2019

Verlag: Schmidt Spiele [->]
Autor: Wolfgang Warsch
Grafik: Dennis Lohausen

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2-4

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60

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 8.2 von 10
punkte

Score gesamt: 60.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

In der Taverne im Tiefen Thal wird gesoffen, was das Zeug hält fließt das Bier in Strömen und lockt nicht nur den lokalen Pöbel, sondern auch durchreisende Adlige an, die sich den leckeren Gerstensaft schmecken lassen. Schnell wird aus der kleinen Spelunke dank geschickter Investitionen in Personal und Raumkapazitäten eine florierende Wirtschaft...

Regeln

Bei diesem "Würfel-Einsatz-und-Kartendeck-Ausbau-Spiel" wurde auf maximale Modularität geachtet. Schon die Tavernen der Spieler bestehen aus jeweils 9(!) Teilen, die puzzleartig zusammengesetzt und bei Upgradeprozessen umgedreht werden können. Kernmechanismus 1 sind jedoch die Kartendecks die ähnlich wie bei Dominion sukzessive aufgebaut werden. Es werden allerdings nicht jede Runde eine feste Anzahl gezogen, sondern so viele, bis alle Tische durch Besucher besetzt sind. Neben Tisch- und Besucherkarten gibt es aber auch nützliche Helfer: Kellnerinnen, Tellerwäscher, Bierhändler und -lieferanten.

Mechanismus Nummer zwei sind die Würfel: 4 pro Spieler, die dann gedraftet werden. (Durch Kellnerinnen können allerdings zusätzliche gewonnen werden.) Die Würfel werden auf den verschiedenen Aktionsfeldern der Karten und Einrichtungsobjekte platziert, um anschließend ihre Aktionen ausführen zu können. Die meisten Plätze erfordern dabei bestimmte Werte, eine vorgeschriebene Reihenfolge bei der Abarbeitung/Auswertung gibt es nicht. Bediente Gäste zahlen Geld ("Dublonen"), das leider nicht angespart werden kann, sondern noch im selben Zug ausgegeben werden muss: für weitere Karten, festangestelltes Personal, Extratische, etc. Durch das Abwerfen passender Karten können Aufwertungen sogar vergünstigt werden.

Die "andere Währung" lautet Bier. Sie wird einzig und allein benötigt, um zusätzliche Gäste anzuwerben. Diese landen ebenso im eigenen Kartendeck wie Aushilfskellnerinnen und normale Tische. Weitere Boni können durch Voranschreiten auf der Klosterleiste kassiert werden. Hierfür muss lediglich der Mönch am Tresen bedient werden.

Erfahrenen Spielern wird empfohlen, gleich von Beginn die ersten beiden Erweiterungsmodule zu verwenden. Mit diesen kommen Gaukler zu Besuch, die gegen kleine Schnäpse für zusätzliches Einkommen (Bier oder Dublonen) sorgen, sowie Barden, die Extra-Siegpunkte auf einer separaten "Ruf-Leiste" generieren. Mit den weiteren Modulen werden unterschiedliche Startvoraussetzungen geschaffen (Kartendeck-Zusammenstellung) und ein Gästebuch geführt, mit dem sich zwischendurch immer wieder verschiedene Boni einsammeln lassen.

Meinung

Irritierenderweise beginnt die Zählung der Zusatzmodule bei 2, da die Basisregeln als "Modul 1" aufgefasst werden. Noch irritierender sind die Spielpläne, bei denen beim Auslösen aus den Stanzbögen genau darauf geachtet werden muss, kein Teil zu übersehen (und versehentlich wegzuwerfen). Während das große Tische-Segment mit puzzleartigen Ausbuchten an die Taverne eingehängt wird, werden die Standard-Hilfskraft-Bereiche (Tellerwäscher, Kellnerin, ...) nämlich nur eingeschoben, und beim winzigen Nippel unterhalb des Barkeepers unterdrückt eigentlich nur das aufgedruckte Symbol den Impuls, den mutmaßlichen Abfall sofort zu entsorgen.

Im Spiel zeigen diese Besonderheiten dafür ihre Stärken: zum einen optisch, da das Gesamtbild der Taverne rund wirkt (obwohl es eckig ist -haha) und zum anderen, da die Module den "Schwierigkeitsgrad" fein abstufen. Grob eingeordnet könnte man sagen: Das Basisspiel alleine entspricht dem Niveau eines einfachen Familienspiels, mit Modul 2 dem eines etwas anspruchsvolleren. Mit den Modulen 3 und 4 bewegen wir uns im Kennerspielbereich, und Modul 5... nun ja, Modul 5 ist eigentlich überflüssig, denn es erhöht den spielerischen Mehrwert nicht mehr. Was man diesem letzten Modul allerdings zugute halten muss, sind die Szene-Anspielungen: Wer entdeckt unter den Autogrammen beispielsweise den Redakteur des Spiels, oder den Illustrator? Auch unser geschätzter Kollege Smuker von Cliquenabend.de befindet sich unter den prominenten Unterschriftengebern.

Doch zurück zum Spiel: Durch den Deckbau sind natürlich erste Ähnlichkeiten zu Spielen wie Dominion offensichtlich, allerdings scheinen hier Tavernen-Aufwertungen wichtiger zu sein, als beispielsweise Deckreduzierungen. Eine andere Analogie betrifft die Doppelwährung Bier/Gold, die wir bereits bei Vikings gone wild kennengelernt haben. Während dort Karten jedoch stets kreuzweise erworben werden mussten, lässt sich hier geradliniger agieren. Damit ergeben sich zahlreiche unterschiedliche Strategien, die ausgelotet werden können und dauerhaft für spürbar mehr Abwechslung sorgen.

Fazit

Die Tavernen im Tiefen Thal lohnen Warsch-einlich immer einen Besuch, egal ob man nun besonders durstig ist, oder nicht. Wer den Glücksfaktor reduzieren möchte, spielt mit möglichst vielen Modulen, und wer es familiengerecht mag entsprechend abgespeckt. Gelungen ist das Gelage in jedem Fall.


2019-05-14, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
28.03.2019
viel Atmosphäre, spannendende Mechanismen
8.5nele2505
17.06.2019
Uns hat es viel Spaß gemacht und es wird sicher noch oft auf den Tisch kommen.

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