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Datenblatt image
ID 17096

ARLER ERDE


cover
Jahrgang: 2014

Verlag: Feuerland Spiele [->]
Autor: Uwe Rosenberg
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1-2

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60-120

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ab 14


f5
Bewertung angespielt: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 56.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Arle, Perle Ostfrieslands: Ein tristes Dorf, das immer noch nicht ausgestorben scheint. Hier erblickte Uwe Rosenberg die Welt, Autor landwirtschaftlicher Simulationsspiele wie Agricola oder Caverna. In dieser Hommage an seine Heimat bleibt er sich treu und verwandelt den mühsamen Überlebenskampf der friesischen Landwirte in eine Materialschlacht auf dem Spieltisch. Dieses Mal allerdings nur für 2 Spieler.

Regeln

Die Spieler entsenden abwechselnd ihre vier Familienmitglieder auf den großen Aktionsplan, um anschließend Ländereien trocken zu legen, Torf zu stechen, Getreide zu ernten, Wälder zu roden oder Viehzucht zu betreiben. Die produzierten Güter können weiterverarbeitet (Leinen, Wolle, Leder) und per Karren zum Markt geschafft werden. Durch Errichtung verschiedener Gebäude auf den urbar gemachten Äckern entsteht sukzessive eine kleine Dorflandschaft. Während die üblichen Ressourcen nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen, gibt es jedes Gebäude nur ein Mal. Außerdem wechseln sich Sommer- und Winterrunden ab, in denen unterschiedliche Aktionen möglich sind. Eine davon besteht darin, eine andere nur verbessern -beispielsweise indem künftig 3 statt nur 2 Tiere geschlachtet werden können.

Nach neun arbeitsreichen Jahren werden Punkte verteilt für Kleidungsmarken, Baustoffe, Gerätschaften in der Scheune, Handwerksgeräte, Reiseerfahrung, Waren, Tiere sowie immer noch brachliegende Bereiche auf dem Heimatplan. (Bei letzteren handelt es sich natürlich um Minuspunkte.) Historisch interessierte können im 36 Seiten starken Beiheft einiges über Ostfriesland erfahren.

Meinung

Wer Agricola oder Caverna kennt, hat zweifellos ein paar Vorteile, wenn er Arler Erde kennenlernt. Daraus nun zu schließen, dass die Erde nichts anderes als ein Agricola zu zweit sei, wäre jedoch falsch. Natürlich geht es auch wieder nur um Landwirtschaft, d.h. im Rosenbergschen Sinn um mühselige Arbeit, doch ist vieles ganz anders. Alle Handlungsmöglichkeiten liegen von Beginn an offen und werden nicht erst durch irgendwelche Karten ins Spiel gebracht. Dennoch müssen die vier Familienmitglieder geschickt verteilt, die Ernährung gesichert und ein Produktionszweig aufgebaut werden. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die alle irgendwie lohnenswert erscheinen. Neben sinnvollen Spezialisierungen (z.B. auf die Tierhaltung) müssen parallel auch andere Dinge verfolgt werden. Je früher man sich dabei über eine Strategie klar wird, desto früher (und somit effektiver) lassen sich die Aktionen verbessern. Bei der Strategiefindung spielt aber auch eine Rolle, welche Wege der Mitspieler einschlägt. Ein konfrontatives Gerangel um dieselben Gebäude verläuft definitiv härter als ein ausweichendes Spielverhalten.

Das Material ist fast so umfangreich und volumenfressend wie bei Caverna. Da alles von vornherein auf dem Tisch liegt, benötigen die beiden Spieler jedoch Platz für vier, also ungefähr genauso viel. Auch qualitativ steht Arler Erde mit seinen kleinen Holzfiguren (Schafe, Kühe, Pferde) seinen Verwandten in nichts nach. Ein weiteres Beispiel für die Liebe zum Detail zeigt sich in dem lesenswerten Beiheft, das weit mehr über Ostfriesland verrät, als ein Nicht-Friese vermuten würde. (Ottos "Friesischer Wein" wird allerdings nicht erwähnt...)

Die Wartezeiten zwischen den Zügen sind übrigens angenehm kurz, da ein einzelnes Familienmitglied nicht mehr als eine Aktion auslöst. Mit drei oder gar mehr Spielern wäre dies sicherlich anders, doch hat der Autor dies frühzeitig erkannt und seine Ostfrieslandhommage gleich als reines Zweipersonenspiel produzieren lassen.

Fazit

Arler Erde reiht sich nahtlos in Rosenbergs Agrarreihe ein. Auch wenn die schiere Materialflut den einen oder anderen Spieler zu Beginn überwältigt, ermöglicht die offene Auslage aller Handlungsoptionen einen schnelleren Einstieg und eine bessere strategische Planung. Zu zweit ist Arler Erde deshalb besser geeignet als Agricola oder Caverna.


2014-12-29, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
6cp
19.12.2014
Materialschlacht auf dem Acker für 2

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