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Datenblatt image
ID 16572

RUSSIAN RAILROADS


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Jahrgang: 2013

Verlag: Hans im Glück [->]
Autor: Helmut Ohley, Leonard Orgler
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2-4

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120

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f5
Bewertung angespielt: 7.4 von 10
punkte

Score gesamt: 58.9% von 100
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Rezension

Ziel

Vladivostok, Kiew und St. Petersburg heißen die Ziele, die an Moskau angeschlossen werden sollen. Doch ungleich anderer Eisenbahnspiele werden keine Strecken gebaut oder Aktien gehandelt, sondern vorgefertigte Streckenabschnitte mit mehrstufigen Gleismarkern besetzt. Je weiter dabei vorangeschritten wird, desto mehr Vorteile erhalten die Spieler. Mit ihren begrenzten Arbeitervorräten kämpfen sie um die verfügbaren (und teilweise wechselnden) Aktionen, zu denen auch Sonderfähigkeiten sogenannter "Ingenieure" sowie ein Fortschreiten der Industrialisierung gehören.

Regeln

In jeder Runde setzen die Spieler gemäß aktueller Reihenfolge ihre Arbeiter (und/oder Münzen) ein, um neue Streckenabschnitte zu bauen, Lokomotiven zu erwerben, die Industrialisierung voranzutreiben oder Ingenieure anzuwerben. Letztere stellen ihren Besitzer exklusive Zusatzaktionsmöglichkeiten zur Verfügung - ansonsten ist es jedoch so, dass ein bereits besetztes Aktionsfeld in derselben Runde nicht erneut gewählt werden kann.

Die drei Bahnstrecken benötigen separate Gleisteile und eigene Lokomotiven, mit denen die ausgebauten Strecken dann auch befahren werden können. Bei Erreichen bestimmter Wegepunkte und unter Einhaltung der angegebenen Voraussetzungen (z.B. ob die Lok den Abschnitt auch erreichen kann) erhält der Spieler sofortige Boni, beispielsweise zusätzliche Schienenmarker. Zu Beginn wird der Ausbau nämlich nur durch schwarze Gleise markiert, die langsam voran rücken. Es folgen graue Spielsteine, dann braune, beigefarbene und schließlich weiße. Sie alle beginnen am Anfang ihrer jeweiligen Strecke und dürfen ihre Vorgänger nicht überholen. Aber sie werten ihre Strecke auf, was in etwa eine Punkteverdopplung mit jeder Stufe bedeutet.

Wer eine Lokomotive erwirbt, muss das älteste verfügbare Modell nehmen. Zu Beginn stehen nur 1er Loks zur Verfügung, die auch nur eine entsprechende Reichweite haben. "Industrialisierung" stellt eine weitere Leiste auf den Spielertableaus dar, mit der im Wesentlichen zusätzliche Siegpunkte gesammelt werden. Apropos Punkte: Diese gibt es am Ende jeder Runde für den Wert der Strecken, sowie für besagte Industrialisierung. Nach der 7. Runde gibt es weitere Punkte für die Mehrheit an Ingenieuren, sowie für eventuell erworbene "Spielendekarten", die unterschiedliche Bedingungen vorweisen.

Meinung

Russian Railroads erfindet das Thema Eisenbahnbau nicht neu, der unorthodoxe Ansatz wirkt optisch zudem etwas abstrakt und gewöhnungsbedürftig. Doch die klaren Strukturen auf dem Plan sorgen dafür, dass die wenigen Grundregeln schnell verinnerlicht und alle Besonderheiten übersichtlich und schnell auffindbar abgebildet sind. Nicht nur die Symbole wurden fein gewählt, sogar die Anleitung wurde vorbildlich strukturiert, logisch aufgebaut und mit reichlich Beispielen versehen. So fällt der Einstieg erstaunlich leicht, und auch die Spieldauer von ca. 2 Stunden vergeht wie im Fluge.

Wie viele Kleinigkeiten es auszuprobieren gibt, begreift man ohnehin erst während der ersten Partie. Es gibt nämlich sehr verschiedene Wege, Punkte zu generieren. Verschiedene Möglichkeiten, die verfügbaren Boni in Form von Gleisen, Industrie und Ingenieuren miteinander zu kombinieren, und dies auch noch in Abhängigkeit vom Verhalten der Mitspieler. Hinzu kommt, dass überhaupt nur die Hälfte besagter Ingenieure ins Spiel kommt - und somit deren Fähigkeiten jede Partie anders beeinflussen. Und selbst die Grundmechanismen verlangen Abwägungen: Warte ich bis die nächsthöhere Lokstufe verfügbar ist, oder kaufe ich jetzt eine? Konzentriere ich mich auf den Streckenbau oder versuche ich, die Industrialisierung voranzutreiben? Verdopple ich Streckenwertigkeiten oder besorge ich mir einen zusätzlichen Arbeiter? Und dann sind da auch noch vier Sonderaktionen, die man bei Erreichen mancher Gleisabschnitte nutzen kann...

Bei so vielen Möglichkeiten kommen einem die lieben Mitspieler natürlich ab und zu in die Quere. Denn nur wer zuerst kommt, darf eine Aktion auch nutzen. Dies hat eine permanente Spannung zur Folge und erfordert manchmal auch spontanes Umplanen. Aber wer mit seiner Position nicht zufrieden ist, kann ja auch einen Arbeiter einsetzen um die Spielerreihenfolge zu ändern. Ab und zu ist dies sicherlich keine verkehrte Idee.

Fazit

Es gibt viel zu optimieren auf den russischen Eisenbahnstrecken. Doch wie eine sowjetische Kolchose ist alles klar strukturiert und überschaubar, nichts wirkt chaotisch oder überfordernd. Stattdessen sind die Spieler gefordert - nahezu permanent, ohne Pause. Wie eine Partie letztlich verläuft, hängt von den auftauchenden Ingenieuren, der eigenen Planung und dem Verhalten der Mitspieler ab. "RRR" ist ein herausragendes Strategiespiel mit vorbildlicher Spannungskurve.


2013-12-02, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9cp
26.11.2013
spannend, kurzweilig und abwechslungsreich
9.5Fridulin67
09.12.2013
Es wird nicht langweilig, seine Taktik zu optimieren!
5RogueTrader
09.01.2014
Was ist an dem Spiel bitte so toll, das diesen Hype rechtfertigt? Ein durchschnittliches Workerplacementspiel - mehr nicht. Gibt weitaus bessere...
8.5pepinolo
16.03.2014
Ich finds schön, weil es sehr intuitiv ist und viele Möglichkeiten zum Punkten bietet.
4UliWolter
01.05.2014
Zu agricola-lastig.
8zmbff40
11.05.2014
Punktezählmechanismus gewöhnungsbedürftig. NUR für Vielspieler, nach dem Warmwerden kann man dann richtig planen und Züge ausrechnen. Ein gutes, komplexes Spiel.
7.5Gottesgleich
04.12.2014
9ProfEich
12.12.2017
6.5Orobuu
12.12.2017

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