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Datenblatt image
ID 17731

MILLION CLUB


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Asmodee [->]
Autor: Arnaud Ladagnous
Grafik: Henri Kermarrec, Pascal Quidault

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2-6

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30-90

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 7.5 von 10
punkte

Score gesamt: 59.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Million Club entführt uns in das London des Jahres 1880. Die industrielle Revolution hat die Welt verändert, und zwei bis sechs Spieler sind in den elitären Kreis von Finanz- und Industriemogulen aufgestiegen. Um sich dort zu behaupten müssen die Protagonisten unter anderem Handelsverträge mit neuen Kolonien schließen, neue Industrien gründen oder auch mal Intrigen spinnen um letztendlich erfolgreich zu sein.

Regeln

Die fünf Aktionsscheiben des Spiels werden in aufsteigender Reihenfolge auf den Tisch gelegt. Über die Börse (Aktionsscheibe IV) wird das Kurs-Tableau platziert. Die Industrie-, Intrigen- und Koloniekarten werden gemischt und als verdeckte separate Stapel bereitgelegt. Jeder Spieler erhält zwei Spielfiguren, eine Koloniekarte, eine Industriekarte und sieben Million Geld als Startkapital. Die Industriekarten werden auf den Wert 1 gedreht. Anschließend wird sofort der Kurs auf der Börsenscheibe angepasst (gemäß der ausliegenden Industrien).

Million Club verläuft über neun Runden, in denen die Spieler zwei Aktionen durchführen können. Um eine Aktion anzukündigen setzen die Spieler ihre Figuren auf die aktiven Aktionsscheiben. Pro Runde wird eine Scheibe umgedreht und steht somit für diesen Durchgang nicht zur Verfügung. Mittels der Lobby-Scheibe können die Spieler Industrie-Drehungen durchführen. Dadurch steigern sie den Wert ihrer Industrien oder ziehen Geld ab. Hat ein Spieler als Einziger die Mehrheit seiner Figuren auf der Scheibe, darf er als Privileg eine Figur nach Ausführen der Aktion auf eine andere Scheibe versetzen und dort die dazugehörige Aktion durchführen, wenn die entsprechende Scheibe abgehandelt wird. Auf der Intrigenscheibe erhält der Spieler eine Intrigenkarte, die er sofort einsetzen darf. Das Privileg bei alleiniger Mehrheit ist der Erhalt einer weiteren Karte. Auf der Kolonienscheibe dürfen die beteiligten Spieler eine Kolonie für zwei Millionen kaufen. Durch das Privileg kann eine weitere Kolonie erstanden werden. An der Börse erhalten die Spieler Geld gemäß dem aktuellen Kurs. Als Privileg kann der Mehrheiten-Spieler einem Mitstreiter eine Industrie für das dreifache des aktuellen Werts der Industrie abkaufen. Last not least gibt es noch die Industriescheibe, wo die Spieler eine Industrie für vier Millionen kaufen können (Privileg: Kaufmöglichkeit einer weiteren Industrie). Am Rundenende steht den Spielern eine beliebige Industrie-Drehung zur Wertsteigerung oder Geldabschöpfung zur Verfügung.

Das Spiel endet nach der neunten Runde. Nun findet die Schlusswertung statt. Jede Industriekarte bringt ihrem Besitzer einen Siegpunkt für jede Entwicklungsstufe. Als Marktführer einer Industrieart erhält der Mehrheitsbesitzer so viele Siegpunkte, wie er Karten dieser Art besitzt. Drei unterschiedliche Industrien (=Set) ergeben zwei Bonuspunkte. Analog bringen die Kolonien und deren Mehrheiten und Sets ihren Besitzern Siegpunkte ein. Schließlich gibt es noch einen Siegpunkt für jeweils vier Million Geld. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen.

Meinung

Können so wenig Aktionsmöglichkeiten wirklich Spaß machen? Oh ja … sie können! In der Wirtschaft wäre Million Club vermutlich ein Paradebeispiel für Lean Management, d.h. verschlankte Grundmechanismen die trotzdem große Effizienz haben. Aufgrund des toll durchdachten Spielprinzips eignet sich Million Club sowohl für Vielspieler als auch für Gelegenheitsspieler. Kenner und Experten beobachten natürlich auch verstärkt die Konkurrenz, um nach Möglichkeit ein Privileg abgreifen zu können. Da gleich starke Mitstreiter sich dessen bewusst wind, belauern sich die Spieler zum Teil gegenseitig, um aus einem gegnerischen Fehler Kapital zu schlagen. Aber Privilegien sind definitiv nicht alles. Was nützt einem das Privileg der feindlichen Übernahme, wenn man kein Geld für den Zwangskauf übrig hat? Also sollten die wenigen  verfügbaren Aktionen möglichst optimal geplant werden, wobei Strategie und Taktik in der Regel Hand in Hand gehen. Überraschende Einsetzungen auf der Lobby-Scheibe können den eigenen Plan unter Umständen komplett umwerfen, weil der Kurs an der Börse schließlich immer sofort angepasst wird.

Kleinere Gemeinheiten werden bei Million Club zumeist belohnt. Insofern ist ein frühzeitiger Sitz auf der Intrigenscheibe ziemlich begehrt. Intrigen sind teilweise sogar wichtiger als eine ausbalancierte Strategie hinsichtlich des Kaufs von Sets (bei Industrien und Kolonien). Vor allem bei den Kolonien lohnt sich auch eher die Spezialisierung auf zwei bis maximal drei Kontinente, um über die Dominanz die Karten nochmals werten  zu dürfen. Außerdem sind Kolonien relativ günstig, weshalb sich vermehrte Käufe in diesem Bereich absolut lohnen. Doch auch Industrien sind eminent wichtig, um durch die Drehungen leichte Punkte zu generieren. Beide Faktoren bedingen aber den Besitz von Geld, weshalb der Börse ebenfalls eine bedeutende Rolle zukommt. Ergo: alles ist wichtig, aber man kann nicht alles gleichzeitig abdecken. Also das übliche Dilemma einer Vielspieler-Veröffentlichung :-)

Aufgrund der überschaubaren Optionen in Verbindung mit einer angenehmen Tiefe macht Million Club den Spielern einen Heidenspaß. Und aufgrund der Intrigenkarten kommt auch noch die bekanntlich schönste Art von Freude dazu, nämlich die Schadenfreude. Das Spiel funktioniert in allen Besetzungen, wobei eine erhöhte Spieleranzahl (ab vier Spielern) den Spielspaß deutlich steigert.

Fazit

Million Club ist kein abendfüllender Brainburner wie Mombasa, Nippon und Konsorten. Mit solch einer Erwartung dürfen die Spieler nicht in eine Partie gehen, denn dann ist eine Enttäuschung vorprogrammiert. Million Club ist vielmehr ein kurzweiliges, spannendes und amüsantes Spiel, das mit wenigen Auswahlmöglichkeiten viel Tiefe und Spielspaß bietet. Das ist die Intension des Spiels, und dieser Intension wird Million Club absolut gerecht.


2016-11-02, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
7.5heavywolf
21.10.2016

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