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Datenblatt image
ID 11314

MEDIEVALIA


cover
Jahrgang: 2007

Verlag: Giochix Edizioni [->]
Autor: Michele Quondam
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2-4

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50

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f5
Bewertung angespielt: 3.0 von 10
punkte

Score gesamt: 50.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Nach zehn Jahren der Treue hat Dir der König endlich ein Lehensgut vermacht. Aber was für eins! Ein Stück unbebautes Land mit einer einzigen lausigen Stadt. Dein Ziel ist es, dieses Gut auszubauen und dabei auch die elenden Konkurrenten auszuschalten, die das gleiche Ziel haben.

Regeln

Neben einer Stadtkarte, die jeder Spieler zu Beginn erhält, gibt es noch Gebäude-, Landschafts-, Militär- und Charakterkarten, die in entsprechende Stapel getrennt werden. Jeder Spieler darf sich acht Karten aus beliebigen Stapeln ziehen und auf die Hand nehmen. Alle Karten sind mit diversen Symbolen ausgestattet. Links oben befindet sich die militärische Stärke, unterteilt nach Angriff und Abwehr. Das Symbol im unteren Bereich zeigt die Kosten, die für diese Karte fällig werden. Im rechten oberen Bereich werden die Rohstoffe angezeigt, die die Karte abwirft (Nahrung, Energie, Gold, Arbeitskraft). Außerdem können je nach Kartentyp noch Gebäudesymbole und besondere Fähigkeitssymbole vorhanden sein.

Will ein Spieler eine Karte von seiner Hand ausspielen oder ausliegende Karten einsetzen, so zahlt er die fälligen Kosten und bekommt sofort den Rohstoff, den diese Karte abwirft. Ein Aufsparen der Rohstoffe ist jedoch nicht möglich, da diese im gleichen Zug verbraucht werden müssen.

Der Ablauf eines Spielzugs besteht aus:

1) Karte ziehen
2) Reaktivierung
3) Aktionen des Spielers
4) Externe Bewegung und Krieg
5) Ende des Spielzugs

Der Spieler zieht eine Karte von einem der drei Stapel, die keine Gebäudestapel sind. Anschließend reaktiviert er alle in seinem vorherigen Zug benutzten Karten, indem er sie wieder auf 90 Grad zurück dreht. Nun folgt der Hauptteil des Spielzugs, nämlich die Aktionen des Spielers. Es dürfen beliebig viele Aktionen ausgeführt werden, solange die benötigten Rohstoffe bezahlt werden können. Beispielsweise werden Karten gespielt bzw. genutzt, oder es kann ein Gebäude erworben werden. Dabei sind etliche Bedingungen zu beachten, die in der Spielanleitung beschrieben sind. Charakterkarten können sowohl intern als auch extern gezogen werden. Bei einer internen Bewegung wird die Charakterkarte innerhalb des eigenen Lehens umgeschichtet, bei einer externen Bewegung ziehen die Charaktere dagegen aus dem eigenen Lehen hinaus, um ggf. im nächsten Zug einen Gegner anzugreifen. Entscheidet sich ein Spieler für die Kriegsführung, greift er mit seiner Armee einen Mitspieler an. Hierzu werden die Angriffsstärke des Aggressors und die Verteidigungsstärke des Verteidigers gegen gerechnet. Dabei können einzelne Charaktere auch „sterben“, d.h. sie werden aus dem Spiel genommen. Damit ist der Spielzug des aktiven Spielers beendet und sein linker Nachbar ist an der Reihe.

Das Spiel kann auf verschiedene Arten enden:

a) Prestigesieg (ein Spieler erreicht sieben Siegpunkte)
b) Militärischer Sieg (Sieg durch Belagerung)
c) Mangel an Karten (wenn die letzte Gebäudekarte erworben wurde oder mindestens zwei Kartenstapel aufgebraucht sind)

Meinung

Auf den ersten Blick wirkt Medievalia wie ein potentiell interessantes Karten-Strategiespiel im Stil von beispielsweise Nostra City, aber leider entpuppt sich das Ganze in der Praxis als unübersichtlich und zu verwirrend. Nach der Ablaufbeschreibung hört sich alles zunächst plausibel und nachvollziehbar an, aber die Feinheiten sorgen oftmals für Irritationen und im schlimmsten Fall sogar für resigniertes Kopfschütteln. Und wo werden die Feinheiten erklärt? Natürlich in der Spielanleitung, auf die im nächsten Absatz verstärkt eingegangen werden muss.

Um das Fazit zur Spielregel vorab auf den Punkt zu bringen: dieses Regelwerk (zumindest die deutsche Version) ist ziemlich unbrauchbar! Die ersten zwei bis drei Seiten erklären den allgemeinen Teil noch verständlich. Sobald es aber dann in die Details geht, verzettelt sich der Verfasser ein ums andere mal, so dass in vielen Fällen totales Unverständnis die Folge ist. Vor allem bezüglich der vielen möglichen Kombinationen von Kartentypen, die Spezialfälle darstellen. Ebenso hinsichtlich der besonderen Fähigkeiten von Charakteren, die wiederum von bestimmten Kombinationen und auch von der Lage der Karten abhängig sind (innerhalb des eigenen Lehens, im Zwischen-Lehensgut oder im Lehen eines Mitspielers). Irgendwann blickt der Spieler/Leser nicht mehr durch. Auf der Webseite des Herstellers (www.giochix.it) steht allerdings eine deutsche Spielregel zum Download zur Verfügung, bei der es sich um eine überarbeitete 2. Ausgabe handelt. Mit 15 Seiten ist diese Anleitung wesentlich besser als die erste Version, aber nichtsdestotrotz bleiben immer noch Fragen offen, und in Einzelfällen widerspricht sich ein kleiner Teil mit der Originalfassung. Sorry, aber das ist nicht das gelbe vom Ei.

Leider gibt es auch hinsichtlich des optischen Eindrucks wenig Positives zu berichten. Die Motive sind zwar recht nett illustriert, aber die Karten sind nicht beschriftet. Zur Unterscheidung der Kartentypen soll der Hintergrund dienen, aber die Farben sind allesamt pastellfarben und können nur mit Adleraugen auseinander gehalten werden. Naja, wenigstens ist dies zumindest nach ausgiebigem Studieren möglich.

Insgesamt betrachtet hat Medievalia zwar das Potential zu einem interessanten Strategie-Kartenspiel, aber die Umsetzung ist leider Gottes in die Hose gegangen. Zu viel Ungereimtheiten und zu viele Sonderfälle sorgen für wenig Spielspaß, und speziell eine Partie zu dritt ist eine Katastrophe, weil hier bei einer Niederlage durch Belagerung der ausscheidende Spieler noch abwarten muss, wer von den verbleibenden Spielern letztendlich gewinnt.

Fazit

Gute Idee, aber schlechte Umsetzung. Mitunter deshalb, weil sich jeder, der Medievalia gerne mal ausprobieren möchte, zuerst einmal gefühlte zwei bis drei Stunden durch die Anleitung quälen muss. Insgesamt betrachtet ist das Spiel daher nicht weiterzuempfehlen.


2010-09-15, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
3heavywolf
25.08.2010

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