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Datenblatt image
ID 18504

LORDS OF HELLAS


cover
Jahrgang: 2019

Verlag: Asmodee [->]
Autor: Adam Kwapiński
Grafik: Piotr Gacek

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1-4

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60-90

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 8.5 von 10
punkte

Score gesamt: 61.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Die Antike war ein beliebter Schauplatz großer Schlachten, wagemutiger Helden und abgehalfterter glorreicher Götter, die sich ihren Platz in den Geschichtsbüchern und Sagen redlich verdient hat. Und in genau dieser Zeit darfst Du nun versuchen, Herrscher von ganz Griechenland zu werden! Alles was Du dafür tun musst, ist ein paar Länder zu erobern, Göttern zu huldigen und Monster zu besiegen. Das eigentliche Problem daran: Das Gleiche wollen deine Mitspieler auch...

Regeln

Der Spielplan zeigt das in 19 Gebiete unterteilte antike Griechenland, genauer gesagt: das Festland. Die Gebiete bilden 5 Regionen, von diesen müssen 2 oder 3 (je nach Spielerzahl) vollständig erobert werden, um die Partie zu gewinnen. Alternativ genügt es aber auch, 5 Gebiete mit Tempeln unter Kontrolle zu bekommen oder 3 Monster zu erschlagen.

Ein Spielzug besteht immer zuerst aus der Bewegung der eigenen Armeen, des Helden und der Priester -in beliebiger Reihenfolge-, gefolgt von einer besonderen Aktion, wie beispielsweise der Jagd auf ein Monster (durch den ansonsten zu aufzuhaltenden Helden), das Rekrutieren neuer Armeeeinheiten in kontrollierten Städten, der Errichtung eines neuen Tempels (wodurch man einen weiteren Priester erhält), oder der Fortführung eines Monumentalbaus. Erst durch Letzteres werden die in den Runden zuvor bereits genutzten besonderen Aktionen wieder freigegeben, und zwar für alle Spieler.

Durch das Entsenden von Priestern zu den drei Monumenten von Zeus, Athene und Hermes werden die Fähigkeiten gestärkt: Einheitenbewegung, Heldenbewegung, Kampfkraft. Letztere bedeutet, eine bestimmte Anzahl von Kampfkarten vor einer Auseinandersetzung ziehen zu dürfen. Bei einer Schlacht gegen einen Mitspieler bedeuten diese Karten allerdings meist auch herbe Verluste auf der eigenen Seite, wohingegen Kreaturen verschiedene Angriffspunkte besitzen und dort mit bestimmten Waffentypen getroffen werden müssen (Bogen, Keule, Schwert, Fackel, ...). Es sind also gleich drei Merkmale zu beachten/sammeln/abzuwägen: Stärke, Verluste und Waffengattung. Im Kampf gegen Monster bedeutet dies: Gelingt es nicht, die Kreatur mit dem Erstschlag zu vernichten (was bestenfalls schwierig ist angesichts der erforderlichen Trefferanzahl), wehrt es sich und fügt dem Helden auch mal ein paar Wunden zu. Solange diese nicht geheilt werden, mindern sie die Fähigkeiten des Spielers. Und da die Viecher nicht die umgänglichsten Zeitgenossen sind, marodieren sie nach jedem Monumentenbau und verwüsten dabei ganze Landstriche.

Individuelle Fähigkeiten der Spieler gbt es natürlich auch noch, außerdem zahlreiche Artefakte mit Sonderfähigkeiten, die durch manche Gebietseroberungen, das Besiegen von Monstern oder das Erfüllen von Questen gesammelt werden können. Questen kosten den Helden eigentlich nur etwas Zeit -aber umso weniger, je besser sein Spieler die spezifischen Voraussetzungen erfüllt.

Meinung

Zu Beginn mangelt es an allem. Der Held ist schwach und kaum in der Lage, auch nur einen einzigen Kampf mit ernsthafter Aussicht auf Erfolg zu führen, und flink ist er auch nicht. Schlimmer jedoch: Dies trifft auch auf die Hopliten zu, von denen anfangs nur 1 bewegt werden kann. Da neutrale Gebiete jedoch 2-5 Einheiten erfordern, gestalten sich die ersten Runden noch recht planerisch. Es sind nämlich essentielle Entscheidungen zu treffen: Will ich mit meinen 2 Figürchen ein Gebiet mit einer Stadt oder einem Schrein besetzen? Sprich: Will ich danach neue Hopliten rekrutieren oder doch lieber erstmal einen Tempel errichten um den ersten Priester zu erhalten, damit die Fähigkeiten schneller verbessert werden können? Und was macht der Held? Gibt es vielleicht eine Quest, mit der er sich schon mal beschäftigen kann?

Nach wenigen Runden beginnen dann taktische Überlegungen, sich in den Vordergrund zu drängen. Mitunter liegt dies an erworbenen Artefakten und durch "Segnungen" erhaltene Eigenschaften, die bestimmte Merkmale stärken. Dann sollte man sich anpassen, um diese Vorteile optimal nutzen zu können. (Manche Belohnungen sind aber auch -in den meisten Fällen- völlig nutzlos.) Gelingt dies, kann das Spielende schneller kommen als erwartet. Zumindest wenn noch die Übersicht etwas fehlt, wovon in der ersten Partie aber auszugehen ist. Die Beobachtung der Mitspieler hinsichtlich ihrer erlegten Sagengestalten fällt da noch relativ leicht, denn die riesigen und detailliert modellierten Miniaturen stehen weiterhin auf dem Tisch herum. Und egal ob Skylla, Medusa, Kerberos oder Sphinx, als Tote zählen sie alle gleich. Besonders beeindruckend sind übrigens die drei Monumente von Zeus, Athene und Hermes, die tatsächlich aus mehreren Teilen bestehen und zusammengesteckt so gigantisch sind, dass sie in die große Schachtel gar nicht hinein passen. Doch selbst wenn man sie ordnungsgemäß auseinander pflückt und alle anderen Teile in die für sie vorgesehenen Nischen des Kunststoffinlays drückt, hebt sich der Deckel noch immer etwa 1 cm. Das hätte wohl besser gelöst werden können.

Zurück zum Ende: Das Zählen der Tempel fällt zwar leicht, man muss aber auch explizit darauf achten -nicht nur darauf, wer welche bereits kontrolliert, sondern auch, wo eventuell noch schnell einer errichtet werden könnte. Mit den Territorien verhält es sich anders: Man benötigt sie zwar nicht direkt, um den benötigten Fortschritt zu erreichen, man sollte sie aber auch nicht vollständig ignorieren. Schließlich lassen sich in einer Runde auch mal zwei Gebiete gleichzeitig erobern, und wer keine Städte mehr kontrolliert, hat Probleme bei der Verteidigungsstärkung.

Am meisten in Erinnerung bleiben nach der Partie zwei Dinge: Erstens natürlich die Figuren, und zweitens ein paar Erlebnisse, die sich zugetragen haben. Beispielsweise die Vernichtung ganzer Heere eines Spielers durch den wildgewordenen Höllenhund oder dem feigen Helden, der seinem Konkurrenten im Kampf gegen die Medusa zunächst den Vortritt liess -was dieser natürlich nicht ganz schaffte-, nur um das Monster anschließend selbst abzumurksen -noch dazu mit göttlichem Beistand in Form von Zeus' Blitz- und somit die Beute einzustreichen. Solche Highlights dürften Garant dafür sein, dass Lords of Hellas auch langfristig ein spannendes Abenteuer bleibt. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: So kompliziert sind die Regeln gar nicht.

Fazit

Hellas! (Mit freundlichem Gruß an Michael "Bully" Herbig und Rick Kavanian...) Alte Tempel, viele Götter... ok, aber hier konzentrieren wir uns auf die Monster. Trotzdem verdient Lords of Hellas das Prädikat "monumental", nicht nur aufgrund der tollen Miniaturen. Wer Strategiespiele vom Gewicht eines Blood Rage mag, liegt hier genau richtig. Und wer das antike Griechenland ebenfalls mag, kommt ohnehin auf seine Kosten -es sei denn, man hängt irgendwie zu eng an der echten Geschichte...


2019-08-27, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8.5cp
15.08.2019
episch...

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