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Datenblatt image
ID 11883

GLEN MORE


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Alea [->]
Autor: Matthias Cramer
 
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2-5

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45-70

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ab 10


Material: hochwertig
Komplexität: hoch
Kommunikation: gering
Interaktion: sehr gering
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 8.5 von 10
punkte

Score gesamt: 66.3% von 100
score
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Rezension

Ziel

Schottland, im ausklingenden 17. Jahrhundert. Verschiedene Clans wetteifern um Landschaften, Dörfer und Burgen. Doch nur der auf dem Spielplan gerade zurückliegende Spieler kann jeweils sein Gebiet vergrößern. Wer wird der neue Herrscher über die schottischen Highlands?

Regeln

Nachdem der Spielplan und das Spielmaterial auf dem Tisch verteilt wurden, erhält jeder Spieler sechs Münzen, sein Start-Dorf und ein Clanmitglied, das auf dieses Dorf gesetzt wird. Geld und Ressourcen müssen jederzeit für alle sichtbar sein.

Der Startspieler stellt seine Figur auf ein beliebiges Feld des Spielbrett-Rundkurses. Anschließend setzen die Mitspieler ihre Spielfiguren auf das jeweils folgende Feld des vorangegangenen Spielers. Danach werden alle restlichen Spielfelder bis auf eines mit Plättchen aufgefüllt. Das Feld direkt hinter dem Startspieler bleibt jedoch immer frei.

Das Spiel verläuft über drei Durchgänge, an deren Ende immer eine Wertung stattfindet. Der erste Durchgang endet, wenn das letzte Plättchen des 1er-Stapels auf die Spielfläche gelegt wird. Analog enden auch die beiden weiteren Durchgänge. Aktiver Spieler ist immer derjenige, dessen Figur auf dem Spielplan am weitesten hinten steht. Der Zug eines Spielers verläuft immer in derselben Reihenfolge. Zuerst versetzt er seine Figur auf ein beliebiges Feld des Rundkurses und nimmt sich das Plättchen, das auf diesem Platz liegt. Anschließend legt er das Plättchen nach den Anlegeregeln an ein Plättchen seiner Auslage an. Dieses und alle direkt umliegenden Plättchen werden automatisch aktiviert und werfen ihre Erträge bzw. Vorteile ab. Last not least wird ein neues Plättchen vom Nachziehstapel an den Anfang der Kette gelegt, so dass dem nachfolgenden Spieler wieder alle Möglichkeiten offen stehen. Einige Plättchen kosten Ressourcen, daher empfiehlt es sich, zunächst kostenlose Plättchen zu nehmen, die ihrerseits Erträge abwerfen (z.B. Getreide, Holz, Stein usw.). Alternativ darf auch eine Ressource vom Markt gekauft werden, die dann aber in diesem Spielzug verwendet werden muss. Verkaufen ist im eigenen Spielzug ebenfalls möglich.
Im Laufe des Spiels werden auch Plättchen mit besonderen Orten aufgedeckt. Solche Plättchen liefern spezielle Vorteile oder bringen am Ende Sondersiegpunkte.

Bei jeder Wertung vergleichen die Spieler ihre Errungenschaften in drei Bereichen: Whiskeyfässer, Chieftrains plus Bonnets und die Anzahl der besonderen Orte. Die Differenz zum Mitspieler mit den wenigsten Errungenschaften ergibt die Siegpunkte, deren Anzahl (Berechnung) auf dem Spielplan abgedruckt ist.

Spielende: Direkt nach der dritten Wertung kommt es zur Schlussabrechnung, bei der die Besitzer der drei besonderen Orte „Iona Abbey“, „Loch Morar“ und „Duart Castle“ spezielle Siegpunkte erhalten. Des Weiteren zählt jede Münze einen Siegpunkt. Nun wird noch die Gesamtzahl der eigenen Plättchen miteinander verglichen. Der Spieler mit den meisten Ausbauten muss für jedes Plättchen, das er mehr als der Spieler mit den wenigsten Ausbauten hat, drei Siegpunkte abgeben. Der Spieler, der jetzt über die meisten Punkte verfügt, ist der Gewinner.

Meinung

Mit Glen More veröffentlicht Alea Spiele wieder einmal ein äußerst spannendes, unterhaltsames und anspruchsvolles Brettspiel, das in erster Linie für Strategen und Vielspieler geeignet ist. Ähnlich wie bei Egizia dürfen die Spieler ihre Figur beliebig viele Felder vorrücken, haben aber dann den Nachteil, dass ihre Mitkonkurrenten ggf. mehrmals hintereinander am Zug sind, da immer der am weitesten hinten Liegende an der Reihe ist. Auf den ersten (oberflächlichen) Blick scheint also der Weg der kleinen Schritte am vielversprechendsten zu sein, aber das ist definitiv nicht der Fall. Denn schließlich muss der Spieler mit den meisten Ausbauten am Ende drei Siegpunkte pro überzähligem Plättchen abgeben, und das kann ganz schön reinreißen. Daher ist es sinnvoll, strategisch seinen Ausbau zu planen, um mit dem MiniMax-Prinzip (minimaler Aufwand mit maximalem Ertrag) am Schluss als bester Taktiker den Sieg einzufahren. Dazu kann es übrigens nicht schaden, zumindest einen der drei besonderen Orte zu besitzen, die am Ende Sondersiegpunkte bringen.

Doch was nutzt die Planerei auf den Schluss hin, wenn man nach den ersten Wertungen bereits zu weit hinten liegt? Also sollte der Spieler auch immer die Whiskeyproduktion im Auge behalten, ebenso wie die Chieftrains und die besonderen Orte der Mitspieler. Genau dieses Multitasking-Denken verleiht Glen More einen besonderen Reiz, der sich auch nach mehreren Partien nicht abnutzt. Glen More ist für zwei bis fünf Spieler konzipiert und zündet in jeder Besetzung. Mit vier oder gar fünf Spielern kommt jedoch die höchste Spannung auf, denn die Planungen werden mit steigender Spieleranzahl immer schwieriger. Schließlich ist dann die Gefahr größer, dass ein Mitspieler einem das „Wunschplättchen“ vor der Nase wegschnappt.

Soviel zum Spielprinzip und zur Taktik. Wie sieht es nun mit dem Spielmaterial und der Regelerklärung aus? Das Spielmaterial überzeugt durch schöne Gestaltung und qualitativ hochwertiger Verarbeitung. Sofern das Spiel nicht gerade einem Wasserbruch zum Opfer fällt, ist alles ziemlich „unkaputtbar“. Nicht nachvollziehbar ist aber die Tatsache, dass dem Spiel nur zwei Übersichten/Kurzanleitungen beiliegen, obwohl bis zu fünf Personen mitspielen können. Die ausführliche Spielanleitung ist grundsätzlich zu loben, allerdings ist hier dennoch eine kleine Kritik angebracht. In der Regel wird munter von Chieftrains und Bonnets gesprochen, aber was ist das eigentlich? Da dies nicht so richtig erklärt wird, folgt an dieser Stelle eine kurze Erläuterung dazu: Chieftrains sind Clanmitglieder, die freiwillig vom eigenen Ausbau entfernt wurden. Und Bonnets sind schlicht und einfach die schottischen Mützen, die auf den Kärtchen der besonderen Orte „Cawdor Castle“ und „Castle Stalker“ abgebildet sind.

Last not least noch eine Anmerkung zur Zielgruppe. Glen More ist laut Verpackung auch für Kinder ab zehn Jahren geeignet. Diese Empfehlung erscheint doch sehr optimistisch, denn durch die Vielfalt an taktischen Möglichkeiten sind so junge Kids etwas überfordert. Ältere Jugendliche und erwachsene Vielspieler sind daher eher das angesprochene Klientel dieses wirklich gelungenen Spiels, das bedenkenlos weiterempfohlen werden kann.

Fazit

Glen More ist ein sehr gutes Aufbau- und Optimierungsspiel, das allen Freunden anspruchsvoller Brettspiele viel Freude bereiten wird.


2010-08-19, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
8.5heavywolf
23.07.2010
8.5Dnalor
21.08.2010
TOP- Gleich mit sener ersten Ver?ffentlichung landet Autor M. Cramer bei ALEA.
9sandokan
23.10.2010
Sehr sch?nes Spiel, leider finde ich die Pappteile bissel zu zierlich.
8Susanne1
11.03.2011
Uns macht es immer wieder viel Spa?, durch die W?rfelerg?nzung, auch schon f?r 2 Personen. Ab 4 Spielern kann es allerdings etwas z?h werden, da es lange dauern kann, bis man wieder dran kommt.
9.5siegsdorfa
23.03.2011
Sch?nes Spiel f?r zwischendurch. Innovativer "Rondell"-Mechanismus, der jedes Spiel anders werden l?sst. Wegen der gro?en Anzahl der ausliegenden K?rtchen und die dadurch m?gliche Vorausschaubarkeit h?lt sich auch der Zufallsfaktor sehr in Grenzen. Wer die K?rtchen und deren Wertigkeit kennt, ist ab
9Frobon
29.11.2012
7UliWolter
25.05.2014

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