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Datenblatt image
ID 12698

DIE WERFT


cover
andere Namen: Shipyard
Jahrgang: 2009

Verlag: Czech Games Edition [->]
Autor: Vladimir Suchy
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2-4

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60-120

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ab 12


Material: hochwertig
Komplexität: hoch
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: gering
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 8.4 von 10
punkte

Score gesamt: 74.8% von 100
score
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Rezension

Ziel

Bauen Sie mit Ihrer Schiffswerft eine Flotte und zeigen Sie [der Welt], dass Ihre Schiffe die schnellsten, sichersten und besten sind!

 

Regeln

Reihum werden einzelne Spielerzüge ausgeführt. Welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, zeigt die Aktionsleiste: Dort liegen acht verschiedene Plättchen aus, von denen manche bereits durch Mitspieler besetzt sind. Die eigene Figur wird auf ein noch freies Plättchen versetzt und die entsprechende Aktion ausgeführt. Das Plättchen, auf dem sie sich zuvor befunden hat, wird auf das nächste freie Feld der Leiste ganz vorne gelegt. Auf diese Weise bewegen sich die Aktionsplättchen langsam um die Leiste herum. Erreicht der erste Marker nach einer vollen Umrundung das Startfeld, ist eine Runde um. Nach spielerzahlabhängigen drei bis fünf Runden endet das Spiel mit einem Abschlusszug sowie einer Endwertung.

Für die Wahl der Aktion gibt es unter Umständen auch noch ein Einkommen. Dieses berechnet sich aus der Zahl der Mitspielerfiguren vor dem gewählten Aktionsfeld, plus etwaige Boni falls der Abstand zum nächsten Spieler besonders groß ist –d.h. die gewählte Aktion schon länger nicht mehr genutzt wurde. Die Aktionen im Einzelnen:

  • Schiffsrumpf: Aus einer Auslage von 20 Rumpfteilen dürfen bis zu drei Stück erworben werden. Die gewählten Teile kosten zwischen 0 und 2 Gulden und werden direkt in das eigene, neun Plätze bietende Trockendock eingebaut. Jedes Stück muss später Bestandteil eines neuen Schiffes werden können, ein späteres Versetzen im Dock ist ausgeschlossen.
  • Ausrüstung: Die Arbeiterfigur auf dem braunen Ausrüstungsrondell wird um ein Feld vorwärts bewegt, jedes weitere Feld kostet 1 Gulden. Der Spieler erhält das abgebildete Ausrüstungsstück (Kran, Segel, Schornstein oder Kanone).
  • Crew anheuern: Die Arbeiterfigur auf dem grünen Crewrondell wird um ein Feld vorwärts bewegt, jedes weitere Feld kostet 1 Gulden. Der Spieler erhält das abgebildete Crewmitglied (Kapitän, Händler, Soldat oder Schiffsschraube).
  • Güterzüge: Für 0 bis 2 Gulden wird einer der fünf ausliegenden, mit drei Rohstoffen beladenen Güterzüge gekauft.
  • Handel: Die Arbeiterfigur auf dem Handelssechseck wird um ein Feld vorwärts bewegt, jedes weitere Feld kostet 1 Gulden. Zu den angegebenen Kurswerten können die Rohstoffe eines Güterzugs verkauft, oder in verschiedene Ausrüstungsgegenstände/Crewmitglieder eingetauscht werden.
  • Arbeitskraftskala: Die Figur auf dem Arbeiterrundkurs wird um ein Feld vorwärts bewegt, jedes weitere Feld kostet 1 Gulden. Von den dort ausliegenden Bonusplättchen wird eines gewählt und auf dem Spielertableau abgelegt. Es bietet dauerhafte Verbesserungen, wie z.B. kostenloses Weiterziehen von Arbeiterfiguren, erhöhte Verkaufspreise der Rohstoffe oder zusätzliche Ausrüstungsproduktionen.
  • Kanal erweitern: Für 0 bis 2 Gulden wird einer der fünf ausliegenden Kanalstücke gekauft und an das eigene Kanalsystem angelegt.
  • Geld nehmen: Dieses Aktionsplättchen ist nur bei vier Werftunternehmen im Spiel. Es liefert einfach 2 Gulden.

Sobald ein Schiffsrumpf fertig ist (und aus einem Bug, mindestens einem Mittelteil, sowie einem Heck besteht), kann es noch mit Ausrüstung und Crew an den entsprechenden Stellen bestückt werden. Dann läuft es vom Stapel. Befindet sich ein Kapitän an Bord, wird es gewertet und im Kanal getestet. Punkte gibt es zunächst für die sich aus Schornsteinen, Schiffsschrauben und Segeln berechnende Geschwindigkeit des Schiffes, sowie für Ausrüstung und Crew. Bei seiner Jungfernfahrt im Kanalsystem wird es entsprechend seines Tempos über kleine Seefelder vorwärts bewegt und sammelt beim Passieren bestimmter Symbole weitere Bonuspunkte.

Nach der letzten Runde erfolgt eine weitere Sonderwertung der sogenannten „Regierungsaufträge“. Sechs Stück erhält jeder Spieler zu Beginn, die sukzessive im Laufe des Spiels auf zwei reduziert werden. Diese Auftragskarten beziehen sich auf alle während des Spiels gebauten eigenen Schiffe und deren Eigenschaften. Beispielsweise wird die Anzahl der Rettungsringe gezählt, paarweise verbaute Segelmasten, oder Schiffe die aus genau fünf Rumpfteilen bestehen. Danach gewinnt der Werftbesitzer mit den meisten Punkten.

 

Meinung

Häufig kommt es vor, dass ein ins Deutsche übersetzte Filmtitel nichts mehr mit dem Original zu tun hat. Dann ärgern wir uns kurz, schimpfen auf die überbezahlten Verantwortlichen und wissen genau, dass wir es selbst ja besser gemacht hätten. Die Werft ist nun zwar kein Film, erzeugte bei einigen Testspielern jedoch vergleichbares Unbehagen. Dieses ging sogar teilweise so weit, dass gar kein Interesse an einer Partie bestand. „Shipyards“ heißt Die Werft in der tschechischen Originalfassung, was aber auch nur „Schiffswerft“ bedeutet. Oder eben einfach „Werft“.

Dass diese recht technisch anmutende Bezeichnung bei deutschen Spielern nun weniger Interesse hervorruft als das monumentaler klingende „Shipyards“, ist schade. Denn der Spielablauf ist nach kurzer Eingewöhnung, einem einstündigen Kampf durch die leicht holprige Regel sowie knapp 45 Minuten Aufbau-Arbeitszeit durchaus eingängig. Natürlich lässt sich das umfangreiche Material gemeinsam auch locker in einer Viertelstunde platzieren, aber ein wenig Vorsicht ist trotzdem von Nöten, da die vielen kleinen Ausrüstungs- und Crewmarker sorgsam gestapelt werden müssen, sollen sie nicht wild durcheinander fallen.

Die Konstruktion der Aktionsleiste kann –im Gegensatz zu manch gewagtem Schiffsbau- als ausgewogen und rundum gelungen bezeichnet werden. Nicht nur aufgrund der zusätzlichen Gulden, die bei Aktivierung der hinteren Plättchen fällig werden, sondern auch, weil eigentlich alle Aktionen nützlich sind. (Mit Einschränkung trifft dies auch auf die Geld-Aktion zu, zumindest für pekuniär knapper ausgestattete Mitspieler.) Daher kommt es praktisch nie vor, dass Aktionsplättchen lange zurück bleiben.

Herausfordernd wird Die Werft erst dann, wenn die Punkteausbeute optimiert werden soll. Denn hierfür gibt es Verschiedenes zu berücksichtigen, was teilweise –und unter gewissen Umständen- durchaus mal teuer werden kann. Als grobe Strategie sollte von vornherein versucht werden, die Regierungsaufträge am Ende möglichst gut erfüllen zu können und die Einkaufspolitik entsprechend abzugleichen. Manche Aufträge sind von vornherein aufgrund der ausliegenden Plättchen schwierig, andere bleiben bis zum Schluss lukrativ. Welche das sind, hängt im Wesentlichen von den erworbenen Rumpfteilen, Ausrüstungsgegenständen und Crewmitgliedern ab.

Doch auch die einzelnen Aktionen selbst können aufeinander abgestimmt werden. Lautet ein Auftrag möglichst viele Segel zu setzen, werden eben nicht nur viele Rumpfteile mit Segelvorrichtung gekauft, sondern vielleicht auch ein Ingenieur eingestellt, der zusätzliche Segel produziert. Das Kanalsystem wird entsprechend zusammengestellt und andere Eigenschaften der Schiffe vernachlässigt. Denn Merke: Geschwindigkeit allein ist nicht alles -schnelle Schiffe erfordern auch längere Kanäle und somit mehr Plättchen.

Und falls doch mal ein Schnellboot gebaut wird anstelle eines Kriegsschiffs oder Tankers, lohnt eine Berücksichtigung des Blauen Bandes, das auf manchen Seefeldern Extrapunkte für die zurückgelegte Strecke liefert.

 

Fazit

Trockendock-Management vom Feinsten – mit Die Werft macht CGE aus den Spielern stolze Besitzer einer Schiffs“fabrik“. Durch geringfügige Anpassungen bei der Aktionswahl funktioniert das Management bei allen Spielerzahlen gleich gut, die Spielzeit steigt bei mehreren Konkurrenzunternehmen allerdings entsprechend an.

Auch wenn der kühle Titel eher abweisend wirkt, können wir Die Werft nur wärmstens empfehlen. Das Thema ist unverbraucht, das Material umfangreich und die Einflussmöglichkeiten sind immens.

 


2009-12-02, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7.5jens
07.11.2009
detailreiches Spiel mit guten strategischen Elementen, aber einen halben Punkt Abzug f?r die Spielregel
8cp
01.12.2009
Schiffsbau kann sooo sch?n sein...
7.5niggi
02.12.2009
Nicht vom Namen abschrecken lassen! Das Spiel ist nicht so furchtbar :-)
8.5gab625
06.12.2009
Klasse Spiel
9games15
12.12.2009
Eines der Spielehighlights 2009 - kommt m.E. mit einer Durchschnittsbewertungvon unter 8 zu schlecht weg
8.5jyrkki
11.01.2010
Wer sich durch Regel und Aufbau gearbeitet hat, den erwartet ein sch?nes und kurzweiliges Spiel mit vielen Stellschrauben
8Dnalor
16.01.2010
viel Material, aber nicht so komplex, wie es zun?chst erscheint
9heavywolf
04.11.2010
sehr geiles Strategiespiel. Freunde komplexer Spiele k?nnen hier bedenkenlos zugreifen
9.5cantstop74@web.de
23.08.2013

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