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ID 13745

COLONIAL


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Jahrgang: 2011

Verlag: Stratagem [->]
Autor: Christophe Pont
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f5
Bewertung angespielt: 6.5 von 10
punkte

Score gesamt: 57.0% von 100
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Rezension

Ziel

Kolonialisierung heißt: Wir reisen nach Übersee, besiedeln und erobern möglichst große Landstriche und reißen uns die dortigen Rohstoffe unter den Nagel. Wir werden reich und mächtig, und noch reicher und noch mächtiger, bis schließlich alles nach unserer Pfeife tanzt. Und unsere Sprache spricht. Doch keine Sorge, das Spiel ist harmloser: Nur Diplomatie, Strategie, Ressourcenmanagement und ein wenig Glück sind erforderlich, um zur dominierenden Nation zu werden.

Regeln

In jeder Spielrunde werden geheim zunächst vier Aktionskarten ausgewählt, die in ebenfalls festzulegender Reihenfolge benutzt werden sollen. Zunächst werden die ersten Karten ausgeführt, dann die zweiten, etc. Jede Karte zeigt zwei verschiedene Charaktere, mit denen unterschiedlichste Aktionen durchgeführt werden können:

  • Botschafter: Verbessert den eigenen Status auf der Diplomatie-Leiste.
  • Eroberer: Ermöglicht die Gründung von Kolonien. Voraussetzung: Alle Ressourcen der Region werden kontrolliert und die Anzahl eigener Marker vor Ort entspricht wenigstens der dortigen Mindestmenge.
  • Entdecker: Sammelt Prestigepunkte in noch unentdeckten Gebieten.
    Financier: Nimmt Kredit auf.
  • Gouverneur: Kann eine „boomende Stadt“ festlegen, die fortan doppelt so viele Waren produziert.
  • Missionar: Bekämpft Unruhen.
  • Kauffahrer: Transportiert Waren in Abhängigkeit von der Handelsflottengröße
  • Aufständischer: Kann in fremder Region Aufstand anzetteln oder zumindest Unruhe vergrößern.
    Wissenschaftler: Verbessert eine der vier Technologien (Seefahrt, Marinestreitkräfte, Logistik, Wirtschaft)
  • Souverän: Entfernt Unruhe-Plättchen und ermöglicht Kriegserklärung. Ein Krieg wird auf verschiedenen Ebenen ausgefochten: an Land, beim Handel, in den Schatzkammern und zur See. Die Gefechte werden solange ausgewürfelt, bis ein Sieger feststeht, der vom Unterlegenen einen Prestigepunkt erhält.Händler: Verkauft Waren auf dem Markt in Abhängigkeit der Wirtschaftskraft. Kann auch Waren von Mitspielern verkaufen, wovon beide profitieren.
  • Vizekönig: Kann Marker aus seiner Schatzkammer in eine entdeckte Region versetzen (maximale Anzahl abhängig von Logistik).

Wer nun über Monopole von Ressourcen verfügt, kann mit Markern aus der Schatzkammer seine Handelsflotte vergrößern. Danach werden die Streitkräfte aufgerüstet, höchstens jedoch so viel, wie es der jeweiligen Technologiestufe entspricht. Sind dann noch Marker übrig, können diese als Piraten in die Handelsflotten der Mitspieler entsendet werden. Solche Freibeuter greifen die Händler an, wenn diese Waren verschiffen wollen –was zu Verlusten auf beiden Seiten führt.

Durch das Entdecken von Regionen sowie die Aktionen von Gouverneur und Eroberer können Prestigepunkte erhalten werden. Wer 10 Stück gesammelt und alle etwaigen Kredite zurückgezahlt hat, gewinnt.

Meinung

Wie komplex Colonial eigentlich ist, lässt die elfseitige Regel zunächst noch nicht erahnen. Allerdings macht die deutsche Übersetzung den Einstieg auch nicht immer einfach, sodass ein Querlesen mit dem Originaltext nötig ist. Doch auch wer die Anleitung wiederholt zur Kenntnis genommen hat, begreift damit lediglich die Handlungsoptionen, nicht jedoch deren Auswirkungen. Es empfiehlt sich dringend, sich von der Verlagswebseite das aktualisierte Regelwerk zu besorgen und selbst auszudrucken.

Kernelement sind die zunächst in der „Schatzkammer“ befindlichen Marker, die für alles Mögliche eingesetzt werden können. Doch es gibt sie sind in unbegrenzter Menge, sodass ihr Verwendungszweck gut überlegt sein will. Gerade in den ersten Partien kann es daher leicht passieren, dass viel zu oft und lang gegrübelt wird. Zu viele Optionen lähmen die Entscheidungskraft, zu viele Dinge sind auszuprobieren. Was hat Vorrang? Handelskraft stärken, Kolonien gründen, Regionen erforschen, Kriegsflotte hochrüsten, oder doch lieber gleich die Mitspieler mit Piraten attackieren?

All diese Möglichkeiten zu erproben –und dies in immer neuen Konstellationen, bedingt durch sehr unterschiedliches Mitspielerverhalten- macht den großen Reiz dieses Spiels um Imperien und globale Dominanz aus. Ohne zu viel vorweg zu nehmen sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es ein paar besonders lohnenswerte Regionen gibt, für die es gleich zwei Prestige bei der Entdeckung gibt. Die sollte man nicht kampflos einem Kontrahenten überlassen. Dass sich eine starke Kriegsflotte zu Beginn kaum lohnt, dürfte dagegen klar sein. Wer es geschickt anstellt, sich ein paar Handelsmonopole zu sichern, sollte jedoch in der Lage sein, sich einen kleinen Vorsprung herauszuspielen. Spätestens dann wäre der Schutz durch eine gestärkte Marine jedoch ratsam.

Fazit

Colonial erfordert viel Zeit, um sich in die Regeldetails einzuarbeiten. Es fehlt ein wenig an professioneller, redaktioneller Bearbeitung –oder wenigstens eine bessere Anleitung. Sind die Hindernisse jedoch überwunden, zeigt Colonial wie schön die Kolonialzeit eigentlich war (zumindest aus Sicht der damaligen Imperialisten): Kolonien werden entdeckt, gegründet und ausgebeutet. Und zwischendurch wird der lästigen Konkurrenz auch mal auf die Mütze gehauen. Schließlich dreht sich am Ende ja doch alles nur ums Prestige.


2012-10-11, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
6.5cp
09.10.2012
atmosphärisch verspielt
6.5tommek
25.12.2017

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