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ID 12555

STARCRAFT DAS BRETTSPIEL


cover
Jahrgang: 2007

Verlag: Heidelberger Spieleverlag [->]
Autor: Christian T. Petersen, Corey Konieczka
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2-6

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180-240

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ab 12


Material: sehr hochwertig
Komplexität: sehr hoch
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: hoch
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 7.2 von 10
punkte

Score gesamt: 62.4% von 100
score
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Rezension

Ziel

Die Galaxis steht am Abgrund. Terraner, Protoss und die insektenähnlichen Zerg kämpfen um die Vorherrschaft. Doch Raumschiffe und Bodentruppen müssen auch gebaut werden, deshalb ist auch eine wirtschaftliche und technologische Weiterentwicklung notwendig. Denn am Ende wird nur eine Fraktion überleben…

Regeln

Jeder Spieler übernimmt die Rolle einer der insgesamt sechs verschiedenen Fraktionen – je Rasse stehen zwei zur Auswahl. Jede Rasse hat spezifische Sondereigenschaften, die die Grundregeln an vielen Stellen verändern. Gleiches gilt für sämtliche Einheiten, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben.

Der umkämpfte Raumsektor wird zu Beginn einer Partie generisch aufgebaut. Große Planetenplättchen werden nebeneinander gelegt und an den vorgesehenen Verbindungsstellen mittels Routenplättchen miteinander verbunden. Dazu gehören auch sogenannte „Z-Achsen-Routen“, die die Dreidimensionalität des Weltalls darstellen sollen und auf der Karte praktisch wie wurmlochartige Sprungpunkte wirken. Die Planeten sind wiederum in bis zu vier Regionen unterteilt, in denen Rohstoffe und Siegpunkte zu finden sind

Jede Fraktion beginnt mit einem spezifischen Einheiten-Kontingent, das reihum platziert wird. „Transporter“ nehmen dabei eine wichtige logistische Funktion wahr und müssen auf ein zu einer eigenen Basis benachbarten Routenplättchen gesetzt werden. Transporter werden automatisch zerstört, wenn alle eigenen Basen auf beiden Verbindungsplaneten eliminiert werden.

Der weitere Ablauf erfolgt rundenbasiert in drei Phasen: Befehle geben („Planung“), Befehle ausführen und Reorganisation. In der Planungsphase darf jeder Spieler auf bis zu vier Planeten einen Pappmarker setzen. Diese Befehlsmarker können auch gestapelt werden, die Durchführung erfolgt dann jedoch in umgekehrter Reihenfolge. Zur Auswahl stehen lediglich drei Standardbefehle, die je nach technischer Voraussetzung allerdings sehr unterschiedliche Wirkungen haben können: Forschen, Bauen und Mobilisierung.

Durch „Forschen“ sammeln die Spieler Ereignis-, Forschungs- und Kampfkarten. Nicht alle Karten können auch eingesetzt werden, eine größere Auswahl gesammelter Karten bedeutet jedoch eine bessere Trefferquote „nützlicher“ Aktionen. „Bauen“ erlaubt logischerweise die Konstruktion neuer Gebäude oder Einheiten. Von letzteren gibt es je nach Fraktion bis zu neun verschiedene, die alle unterschiedliche Vor- und Nachteile besitzen und unterschiedliche Voraussetzungen (Technologien, Gebäude) erfordern. Es werden Arbeitereinheiten und Rohstoffe in den entsprechenden Mengen benötigt. „Mobilisierung“ erlaubt schließlich die Bewegung eigener Einheiten, und somit die Invasion fremder Gebiete.

Bei der Befehlsausführung wird reihum eines der oben liegenden Befehlsplättchen aufgedeckt und ausgeführt. Wer keinen Befehl ausführen kann weil alle restlichen eigenen Plättchen geblockt sind, zieht eine Ereigniskarte und setzt aus. Aus den gesammelten Ereigniskarten der Runde kann eine behalten und auf die Hand genommen werden. Dabei muss lediglich das fraktionsspezifische Handkartenlimit beachtet werden.

Kämpfe werden einheitenorientiert durchgeführt. Der Angreifer weist jeder eigenen Einheit eine gegnerische zu. Verfügt eine Seite über mehr Einheiten, kann der Besitzer diese als Unterstützer zuordnen. Jedes einzelne Duell erfolgt mit den Angriffs- und Verteidigungswerten der beteiligten Kämpfer sowie additiv wirkenden Kampfkarten. Können nicht alle Verteidiger vernichtet werden oder überschreitet die siegreiche Angreiferzahl das planetenspezifische Einheitenlimit, müssen sich die betroffenen Invasoren in ein benachbartes, eigenes Gebiet zurückziehen.

Am Ende jeder Runde werden Siegpunkte verteilt, entsprechend den im Besitz befindlichen Planeten. Das Spiel endet, sobald ein Spieler 15 Punkte sammeln konnte, seine fraktionsspezifische Siegbedingung erfüllen konnte, alle Mitspieler überrannt hat oder bereits mindestens zwei „Das Ende ist nah“-Ereigniskarten gezogen wurden.

Meinung

Der riesige Karton beinhaltet neben unzähligen Pappmarkern über 300 Karten und 180 Plastik-Miniaturen in sechs verschiedenen Farben. Flugobjekte befinden sich bereits in passenden Plastikständern und müssen weder montiert noch geklebt werden. Allerdings gibt es produktionstechnisch bedingt Ausfallerscheinungen: Einige Ständer sind abgebrochen, manche fehlen sogar.

Wer sich nach Sichtung des Materials durch die fast 50 Seiten starke –und insgesamt sehr gute!- Anleitung gekämpft hat, erahnt bereits die Komplexität des Spiels. Dabei erschließen sich die Details und taktischen Feinheiten erst nach mehreren Partien, wenn ein Grundgefühl für die Vorzüge bestimmter Truppenteile und Baumodule entstanden ist. Gerade am Anfang ist der Übersichtsbogen sehr hilfreich, obwohl auch dieser bereits ein wenig überladen wirkt. (Dies ist keine Kritik am Bogen, eher an der Gesamtkomplexität!)

Ein Großteil der Unübersichtlichkeit entsteht durch die vielen fraktions- und einheitenspezifischen Besonderheiten. Aber genau dies macht auch gleichzeitig den besonderen Reiz von Starcraft – Das Brettspiel aus! Die vielen Feinheiten simulieren eine Entscheidungstiefe, wie sie sonst im SciFi-Bereich bestenfalls von Twilight Imperium bekannt ist. 

Die übliche Nebenwirkung: eine unübliche Spieldauer. Drei Stunden sind nur mit erfahrenen und unterschiedlich starken Mitspielern zu schaffen. Nehmen Anfänger teil oder kommen sehr wenig Ereigniskarten ins Spiel, kann es auch mal fünf oder mehr Stunden dauern. „Gute“ Spieler erkennen oft frühzeitig ernsthafte Bedrohungen und reagieren frühzeitig. Wer sich anfangs mit der Expansion ein wenig zurückhält und stattdessen technologieorientiert spielt, gerät häufig nicht so schnell ins Visier der Konkurrenz. Neben einem guten Ressourcenmanagement kommt es vor allem auf die richtige Koordination der eigenen Handlungen an. Ab und zu lässt sich ein Mitspieler durch geblockte Befehle auch ganz schön aus dem Konzept bringen –dies erfordert aber etwas Erfahrung im Umgang damit. Und wer sich an einer Front massiv bedroht fühlt, sollte keinesfalls davor zurückschrecken, auf den Frontplaneten konsequenten Raubbau zu betreiben.

Die gesamte Story orientiert sich stark an der PC-Spiel-Vorlage. Trotz der vielen technisch bedingten Unterschiede zum Echtzeit-PC-Spiel kann die Umsetzung als absolut gelungen bezeichnet werden. Zusätzliche Vorkenntnisse werden jedoch nicht benötigt.

Fazit

Starcraft – Das Brettspiel ist ein episches Werk für Science-Fiction-Enthusiasten, das in Sachen Simulation und Spieltiefe Maßstäbe setzt. Das komplexe Spiel erfordert –ähnlich wie der PC-Vorläufer- Zeit, um sich mit den Feinheiten auseinanderzusetzen und belohnt mit einem fast schon rollenspielartigen Spielerlebnis und einem ausgeklügelten Kampfsystem.


2009-04-17, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9cp
26.04.2009
9aphratus
30.04.2009
Top !!!
9MichaelKroeger
29.01.2010
Tolles Spielmaterial, gutes gameplay, ?berschaubare Regeln, moderate Spieldauer. Das beste deutschsprachige Weltraumspiel.
2Lunaplena
28.08.2013
Mich hat es überhaupt nicht überzeugt. Vielleicht muss man Starcraft am PC gespielt haben, um das Brettspiel zu mögen...

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