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Datenblatt image
ID 17771

DIE KOLONISTEN


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Lookout Games [->]
Mayfair Games [->]
Autor: Tim Puls
Grafik: Klemens Franz

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1-4

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30-240

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 9.5 von 10
punkte

Score gesamt: 63.0% von 100
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Rezension

Ziel

Im Auftrag des Kaisers sollen die Protagonisten im epischen Strategiespiel Die Kolonisten eine neue Gemeinde gründen und sie zu Glanz und Wohlstand bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Spieler diverse Gebäude errichten, um den ankommenden Kolonisten Arbeit zu ermöglichen. Im Laufe der Epochen werden die Aufgaben in der Gemeinde immer komplexer. Hinzu kommen diplomatische Beziehungen, welche die Gemeinde noch schneller aufblühen lassen. Wessen Kolonie am Ende den größten Wohlstand erreicht hat, gewinnt das Spiel.

Regeln

Zu Beginn einer Partie Die Kolonisten einigen sich die Spieler zunächst darauf, welche Epoche(n) sie spielen möchten. Abhängig von der getroffenen Auswahl werden dann sämtliche benötigte Utensilien (Gebäude, Waren, Sonderbotschafter etc.) bereitgelegt. Nahezu alle Materialien sind mit einer Epochenkennzeichnung ausgestattet, die das Heraussuchen des Materials vereinfacht. Gemäß den ausgewählten Kolonietableaus werden dann noch die dazugehörigen Spezialutensilien (z.B. Speichererweiterungen) bereitgelegt.

Nun wird der Start-Spielplan aufgebaut, der aus zwei Märkten und zwölf Orten besteht. Im Verlauf einer Partie kommen immer wieder neue Orte hinzu. Jeder Spieler erhält einen Gemeindeplan, eine Bilanzkarte und einen Verwalter. Auf dem Gemeindeplan befinden sich mehrere Parzellen, auf denen Gebäude errichtet werden können. Der Plan beinhaltet außerdem ein Grundlager mit der Kapazität für drei Waren, einen Speicher und eine Schmiede. Weiterer Lagerraum und sonstige Gebäude können später über die Baumeisterorte errichtet werden.

Eine Epoche verläuft über fünf Jahre, die in jeweils zwei Halbjahre (=Runden) unterteilt sind. Pro Halbjahr / Runde führen die Spieler 3 Spielzüge durch. Zu Beginn eines Durchgangs wird die oberste Marktkarte aufgedeckt, die immer drei Handlungsoptionen auf einem Markt bietet. Weiterhin werden im Rahmen der Rundenvorbereitung drei neue Orte aufgedeckt, die später vom Startspieler an den Spielplan angelegt werden. Der aktive Spieler führt drei Spielzüge unmittelbar hintereinander aus. Dazu versetzt er seinen Verwalter auf einen Nachbarort oder einen Markt und führt die dazugehörige(n) Aktion(en) aus. Auf verschiedenen Ortstypen erhalten die Spieler beispielsweise Waren oder sie erlauben den Bau von Gebäuden oder sie bieten Umtauschmöglichkeiten bzw. Veredelungen an usw. Waren werden nach Erhalt in Lagerflächen eingelagert oder ggf. zwischengespeichert. Sie können jederzeit vor oder nach einer Aktion umgelagert werden. Gebäude bieten Lagerplatz, produzieren Waren und bringen über Wohnstätten neue Arbeiter ins Spiel. Gebäude sind in der Regel nur aktiv, wenn dort ein Arbeiter eingesetzt ist, ansonsten werfen sie keinen Ertrag ab. Botschaften gewähren nach Errichtung unterschiedliche Boni bzw. Vorteile.

Ein Jahr endet nach zwei Halbjahren / Runden. Jetzt werden die neuen Orte angelegt und die Spieler dürfen ihre Kolonisten neu verteilen. Bürger und Kaufmänner müssen versorgt werden, Bauern jedoch nicht da sie Selbstversorger sind. Last not least produzieren nun die mit Arbeitern besetzten Gebäude Waren. Das Spiel endet nach der Produktionsphase des fünften Jahres der vereinbarten Epoche. Dann erfolgt die Schlusswertung, in der die Talerwerte aller Gebäude, Botschaften, Anschaffungen und aktiven Arbeitskräften addiert werden. Der Spieler mit dem höchsten Wert (= größter Wohlstand) hat dann gewonnen.

Meinung

Der Untertitel der Kolonisten lautet „Das epische Strategiespiel“, und diese Bezeichnung ist absolut berechtigt. Aufgrund der epischen Breite konnte in der Ablaufbeschreibung selbstverständlich nicht auf jedes Detail eingegangen werden, weil das den Rahmen einer Rezension gesprengt hätte.

Die Kolonisten ist monumental, episch und genial. Anders ausgedrückt: das Spiel ist Weltklasse! Primärer Klientel des Ganzen sind natürlich Vielspieler-Experten, die eine lange Spieldauer und das gemächliche Aufbauen einer eigenen Strategie zu schätzen wissen. Je nach Spieleranzahl kann eine Partie Die Kolonisten durchaus bis zu zehn Stunden dauern, was allerdings für die Maximalanzahl von vier Spielern und das Durchspielen aller Epochen gilt. Bei dieser Konstellation ist auch die Downtime relativ lang, d.h. die Zeit bis man wieder am Zug ist. Empfehlenswerter sind diesbezüglich eher 3er-Konstellationen oder sogar ein Duell von zwei Spielern. Spaß macht Die Kolonisten aber in jeder Besetzung. Und zwar nicht nur Spaß, sondern ultimativen Riesenspaß!

Im Bereich der PC-Spiele gibt/gab es Veröffentlichungen wie Anno 1503 oder Anno 1701, die durchaus vergleichbar mit den Kolonisten sind. Das A und O eines vernünftigen Aufbaus ist ein abgestimmter Gebäudebestand, der logisch ineinander greift. Welche Abstimmung die Spieler wählen ist ihnen überlassen. Und aufgrund der vielen Optionen gibt es auch viele Möglichkeiten, eine gut durchdachte Strategie aufzubauen. Auch wenn sich im Laufe einer Partie die Wege oftmals trennen – am Anfang verfolgen die Spieler fast immer das gleiche Ziel, nämlich den frühzeitigen Ausbau der Lagerstätten. Ohne maximale Lagerkapazität gibt es eigentlich keine Chance, das Spiel gewinnen zu können. Und entsprechend beliebt ist demzufolge die frühzeitige Errichtung zusätzlicher Lager. Zumeist folgt dann der Bau weiterer Höfe, um neue Bauern ins Spiel zu bringen, die sogleich auf die Lagerstätten gesetzt werden (um sie zu aktivieren). Dieses „Fundament“ sollte auf jeden Fall gelegt werden, um anschließend eine eigene Strategie zu entwickeln und zu verfolgen.

Aufgrund des variablen Spielaufbaus, der unterschiedlichen Kolonietableaus und der wechselnden Zeit, wann welche Gebäude ins Spiel kommen, ist Die Kolonisten extrem abwechslungsreich und hat einen gigantischen Wiederspielreiz (wenn man keine Probleme mit der langen Spielzeit und ggf. der hohen Downtime hat). Bei den Kolonisten gibt es nahezu keinerlei Interaktion. Wer gerne vor sich hinoptimiert ohne dabei in Kämpfe verwickelt zu werden, der findet sich bei dieser Veröffentlichung im Brettspielparadies wieder. Und wer es nicht gar zu sehr episch-lang mag, kann ja nur eine oder zwei Epochen spielen. Das Konzept der Kolonisten ermöglicht auch das, genauso wie das Einsteigen in eine beliebige Epoche. Einfach nur mega-genial. Besser kann ein anspruchsvolles Epik-Strategiespiel nicht konzipiert werden!

Fazit

Lieber Leser, bist Du ein Vielspieler? Magst Du anspruchsvolle Strategiespiele, deren zahlreiche Regeln in einer ausgezeichneten Anleitung hervorragend erläutert sind? Hast Du kein Problem mit einer qualitativ hochwertigen Materialvielfalt, die einen beim auspacken fast schon erschlägt? Liebst Du lange Spielzeiten und forderst Du gerne Deine kleinen grauen Zellen? Wenn Du all diese Fragen mit „ja“ beantworten kannst, kommst Du um Die Kolonisten nicht herum. Dieses Highlight ist wirklich jeden einzelnen Cent wert. Da gibt´s nur eines: kaufen und spielen, spielen, spielen!


2017-01-30, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
9.5heavywolf
28.01.2017

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