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Datenblatt image
ID 17475

SIGNORIE


cover
Jahrgang: 2015

Verlag: Whats Your Game [->]
Autor: Andrea Chiarvesio, Pierluca Zizzi
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2-4

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 9.5 von 10
punkte

Score gesamt: 63.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Das Italien des 15. Jahrhunderts war bekannt für seinen Glanz und seine Pracht, aber es war auch ein Garant für eiskalte Intrigen. In Signorie übernehmen zwei bis vier Spieler die Geschicke von ambitionierten Adelsfamilien, die mittels diverser Aktionen ihre Macht und ihren Einfluss ausbauen wollen. Dem Nachwuchs kommt hierbei eine zentrale Rolle zu, denn die Töchter werden mit passenden Verbündeten verheiratet, während die Söhne ihre Karriere in den Bereichen Politik, Kirche und Militär vorantreiben.

Regeln

Zunächst wird der Spielplan in die Mitte platziert und mit den Aufträgen, den Belohnungen und den Bündnisplättchen bestückt. Jeder Spieler erhält ein Spielertableau, fünf Floren (=Geldstücke) und vier männliche sowie drei weibliche Familienmitglieder. Die restlichen Familienfiguren werden in den Reservebereich der einzelnen Charaktere gestellt. Abhängig von der Spielerreihenfolge erhalten die Protagonisten noch zusätzliches Geld.

Sämtliche Würfel in den fünf Farben werden geworfen und anschließend in die entsprechenden Würfelfelder gelegt. Die Farbe der Würfel hat übrigens nichts mit den Farben der Spieler zu tun. In seinem Zug hat der aktive Spieler grundsätzlich die Wahl zwischen einer Aktion (=einen Würfel vom Spielplan nehmen) oder passen. Nimmt der Spieler einen Würfel, muss er ihn auf seinem Spielertableau auf dem Aktionsfeld der Würfelfarbe platzieren. Abhängig vom Würfelwert und dem Wert des Aktionsfelds muss der Spieler ggf. Geld bezahlen. Als nächstes muss er eine der drei auf dem Aktionsfeld angegebenen Aktionen ausführen. Heuert der Spieler einen Helfer an, nimmt er eine Helferscheibe vom allgemeinen Vorrat und platziert diese auf ein farblich passendes leeres Helfer-Feld auf seinem Tableau. Dafür muss er die angegebene Anzahl an Floren bezahlen. Um eine Auftragsaktion auszuführen wählt der Spieler ein mögliches Auftragsplättchen aus und setzt dafür eine bis drei Figuren aus seinem Vorrat ein. Nun darf er die abgebildete Sonderaktion durchführen. Mögliche Signoria-Aktionen sind Verheiratung einer Tochter, Nachkommen erzeugen, einen Sohn auf eine diplomatische Mission schicken, auf den Karriereleisten aufsteigen oder Geld erhalten. Zusätzliche zu dieser Signoria-Hauptaktion darf der Spieler noch Helferaktionen ausführen, sofern sich Helferscheiben in der entsprechenden Spalte befinden.

Sowohl Töchter im Rahmen von Verheiratungen als auch Söhne auf diplomatischen Missionen werden in die Städte des Hauptspielplans gestellt. Voraussetzung für die Entsendung der Söhne auf diplomatische Missionen ist das Erreichen einer bestimmten Stufe auf der Karriereleiste. Dafür gibt es neben dem Erhalt des Bündnisplättchens (falls noch vorhanden) auch Siegpunkte. Bündnisplättchen werden neben die entsprechende Zeile des Spielertableaus gelegt und bringen am Ende einer Partie Siegpunkte, wenn mindestens drei Plättchen in der Zeile ausliegen.

Signorie endet nach der siebten Runde. Nun erhalten die Spieler noch Siegpunkte für ausgebildete Söhne auf der Karriereleiste sowie Punkte für die Bündnisplättchen, welche die Voraussetzungen zur Wertung erfüllen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen.

Meinung

Wie schon Nippon und eigentlich alle großen What´s Your Game Veröffentlichungen ist auch Signorie ein absoluter Volltreffer geworden, der die Herzen aller Vielspieler höher schlagen lässt. Erwartungsgemäß richtet sich das Spiel ausschließlich an Kenner und Experten, und dieses Klientel bekommt wieder einmal erstklassige Kost auf höchstem Niveau geboten, die einfach nur über den grünen Klee gelobt werden kann.

Wie von What´s Your Game gewohnt sind auch bei Signorie die Aktionen verschachtelt und bedingen sich gegenseitig, um lukrative Boni/Siegpunkte zu generieren. Sieben Runden à maximal vier Aktionen ergibt ein Höchstmaß von 28 Aktionsmöglichkeiten, oder? Nö! Die unglaublich wichtigen Helfer ermöglichen den Spielern nämlich zusätzliche kostenlose Aktionen, und dementsprechend sind diese weißen Chips äußerst begehrt. Dummerweise kostet deren Anheuerung 2-4 Floren, was die Spieler zwangsläufig irgendwann in Geldnot bringt. Insofern lohnt sich auf jeden Fall ein Helfer auf dem Feld, das drei Floren honoriert. Allerdings sind durchweg alle Helferfelder sehr mächtig, und dementsprechend haben die Spieler oftmals die Qual der Wahl, was das Platzieren der Helferscheiben betrifft.

Extrem wichtig sind des Weiteren die Karriereleisten der Söhne, denn diese bringen den Spielern bei Entsendung der männlichen Familienmitglieder auf diplomatische Missionen die meisten Siegpunkte ein. Was uns wiederum zum Aspekt der Nachwuchs-Erzeugung bringt, der ebenfalls große Wichtigkeit geniest. Wichtig ist also eigentlich alles, und genau das macht den Reiz von exzellenten Eurogames wie Signorie aus. Die Mechanismen des Spiels greifen perfekt ineinander, sind logisch aufgebaut und fordern die kleinen grauen Zellen der Protagonisten, ohne diese dabei zu überfordern. Denn trotz aller Komplexität und Verschachtelung ist Signorie ein relativ zugängliches Spiel, was zum einen an der Struktur und zum anderen an der hervorragend verfassten Spielregel liegt. Diese ist nämlich ausgezeichnet konzipiert und lässt keine Fragen offen. An dieser Stelle sei auch einmal das deutsche Lektorat von Asmodee gelobt, das die Anleitungen ihrer What´s Your Game Publikationen (ZhanGuo, Nippon, Signorie) ausgezeichnet in Szene gesetzt hat.

Der Verlag hat dem Spiel übrigens auch noch drei Spielvarianten beigefügt (offene Stadttore, kürzere Partie, exklusive Aufträge), was den ohnehin großen Wiederspielreiz nochmals erhöht.

Fazit

Signorie ist einfach ein saugeiles Brettspiel, das tierisch Spaß macht. Wer sich zur Gattung der Vielspieler und Eurogame-Liebhaber zählt, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Hinzu kommt ein qualitativ hochwertiges Material, das auch optisch ein echter Hingucker ist und mit der Symbolik keine Probleme bereitet. Einfach nur ganz großes Kino bzw. ganz große Klasse.


2016-05-27, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
9.5heavywolf
28.04.2016
typisches What´s Your Game Spiel. Einfach geil :-)

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