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Datenblatt image
ID 17391

GRAND AUSTRIA HOTEL


cover
Jahrgang: 2015

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Virginio Gigli, Simone Luciani
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2-4

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90 Min

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 9.5 von 10
punkte

Score gesamt: 63.0% von 100
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Rezension

Ziel

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Wien ein bedeutendes Zentrum Europas. Die Strassen der Stadt waren bevölkert von Adeligen, Künstlern, Politikern, Bürgern und Touristen. In Grand Austria Hotel wetteifern zwei bis vier Spieler um die Gunst der Gäste, um ihre ursprünglich kleine Herberge zu einem großen Hotel auszubauen.

Regeln

Zunächst wird der Spielplan mit der Hofburg in die Mitte gelegt. Dieser Plan beinhaltet die Felder für die Kundenkarten, die Kaiserleiste, drei Felder für Kaiserplättchen und drei Felder für Politikkarten. Neben dieses Tableau wird der Aktionsplan mit sechs Aktionsfeldern platziert. Ebenfalls beiseite gelegt werden der Mistkübel, die Siegpunktmarker, die verdeckten Personalkarten, die verdeckten Kundenkarten und die farbigen Würfel, die vier verschiedene Speisen und Getränke darstellen. Sowohl von den Politikkarten als auch von den Kaiserplättchen werden drei Stück gezogen und auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt. Jeder Spieler erhält eine Übersichtskarte, einen Hotelplan, sechs Spielsteine seiner Farbe und jeweils einen Kaffee, einen Wein, eine Torte und einen Strudel. Last not least startet jeder Spieler mit sechs Personalkarten, die er bis zum Ausspielen geheim halten darf.

Das Spiel geht über sieben Durchgänge. Nach den Durchgängen 3,5 und 7 erfolgt eine Kaiserwertung. Zu Beginn einer Runde würfelt der Startspieler mit allen Würfeln und sortiert diese auf die passenden Aktionsfelder des Aktionsplans. In seinem Zug muss der aktive Spieler einen Würfel aus der Auslage nehmen und die dazugehörige Aktion ausführen. Optional kann er einen Kunden aus der Auslage nehmen und/oder ggf. Zusatzaktionen ausführen. Die Anzahl der ausliegenden Würfel bestimmt die Häufigkeit der entsprechenden Aktion. Die einzelnen Aktionen sind:

•    Strudel und/oder Torte nehmen
•    Wein und/oder Kaffee nehmen
•    Einen Raum im eigenen Hotel vorbereiten
•    Auf der Kaiserleiste oder der eigenen Geldleiste vorrücken
•    Eine Personalkarte ausspielen
•    Gegen Abgabe einer Krone eine der anderen Aktionen ausführen

Als Zusatzaktion kann der Spieler unter anderem einen Kunden, dessen Bedingungen (Speisen- und Getränkewünsche) erfüllt sind, in einen freien Raum einziehen lassen. Dafür erhält der Spieler eine Belohnung. Der Raum wird anschließend als belegt markiert. Weitere Zusatzaktionen sind beispielsweise noch das Nutzen einer ausliegenden Personalkarte oder die Besetzung einer Politikkarte, die wiederum eine Belohnung bzw. einen Bonus ermöglicht.

Sobald alle Spieler zweimal an der Reihe waren endet ein Durchgang. Im Rahmen einer Kaiserwertung erhalten die Spieler Siegpunkte und ggf. einen Bonus oder einen Malus für ihre Position auf der Kaiserleiste. Nach dem siebten Durchgang erfolgt die Schlusswertung, bei der die Spieler noch Siegpunkte für diverse Personalkarten, belegte Zimmer und verbliebene Speisen/Getränke erhalten. Für Kunden, die noch im Kaffeehaus liegen und somit nicht bedient wurden, verliert der Spieler jeweils fünf Siegpunkte. Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen.

Meinung

Mit Grand Austria Hotel ist Lookout Spiele mal wieder ein ganz großer Wurf gelungen, der das Herz aller Vielspieler bestens erfreuen dürfte. Allerdings müssen diese Kennerspieler auch ein Verständnis und eine Akzeptanz für einen gewissen Glücksfaktor mitbringen, denn die Göttin Fortuna spielt bei dieser Veröffentlichung sicherlich keine unbedeutende Rolle. Und damit ist nicht nur die Anzahl der Würfelaugen gemeint, sondern auch die Auslage der Kundenkarten. Wer nun aber meint, dass das Glück zu ausschlaggebend sei, ist definitiv im Irrtum. Durch die Karten (Personalkarten und Kundenkarten) und die Spielerreihenfolge erhält Grand Austria Hotel eine sehr gute Balance, die nur in sehr wenigen Partien unausgewogen ist.

Und wo wir schon die Spielerreihenfolge angesprochen haben: der Startspieler kommt mit seinem zweiten Zug als Letzter des aktuellen Durchgangs an die Reihe, was besonders in einem Vier-Personenspiel eine gewaltige Downtime mit sich bringt (=Wartezeit, bis man wieder am Zug ist). Insofern sollten die Spieler also auch ein hohes Maß an Geduld mitbringen, denn die Spielzüge der Konkurrenten können durchaus lange dauern. Vielspieler sollten für diese Tatsache jedoch vollstes Verständnis haben, denn die Aktionen der Spieler müssen jederzeit gut überlegt sein. Mit Extremgrüblern am Tisch kann sich eine Partie also ganz schön ziehen, und in Vollbesetzung wird die angegebene Spielzeit von 90 Minuten so gut wie nie eingehalten. Zu zweit und vielleicht sogar zu dritt ist das jedoch möglich, wenn die Spieler Grand Austria Hotel bereits gut kennen.

Aus spielerischer Sicht ist Grand Austria Hotel eher taktisch als strategisch ausgerichtet. Zumindest in 3er- und 4er-Konstellationen, denn dann entscheiden in der Tat oftmals die Würfel über lohnenswerte Aktionen. In den Zügen der Spieler ist auf jeden Fall vieles zu beachten. Nicht nur die Anzahl der verfügbaren Würfel, sondern auch die Art der Belohnungen von Kunden oder die Hilfe des Personals. Dementsprechend ist das Timing der Zusatzaktionen nicht zu unterschätzen, denn manchmal kann auch der richtige Zeitpunkt über die Effektivität eines Spielzugs entscheiden.

Alles in allem ist Grand Austria Hotel ein bockstarkes Spiel geworden, dessen sämtliche Feinheiten im Ablaufblock nicht untergebracht werden konnten. Das hätte den Rahmen gesprengt, und bei einer guten Rezension kommt es in erster Linie darauf an, dass sich die Leser den Kernmechanismus in etwa vorstellen können. Nach Tzolk´in und Auf den Spuren von Marco Polo ist Mitautor Simone Luciani wieder eine hundertprozentig gelungene Veröffentlichung geglückt, die perfekt ins Portfolio von Lookout Spiele passt. Sowohl die Mechanismen als auch die Illustration von Klemens Franz sind im typischen Lookout Stil gehalten, und wer generell die anspruchsvollen Spiele des Verlags mag, wird auch Grand Austria Hotel lieben. Manche Personalkarten bzw. Karteneffekte müssen zwar erst nachgeschlagen werden, aber dem gigantischen Spielspaß tut das natürlich keinen Abbruch.

Fazit

Grand Austria Hotel steht für ein großartiges Spielprinzip, ein frisches und unverbrauchtes Thema sowie einen fantastischen Spielspaß, der die kleinen grauen Zellen aller Spieler fordert. Wer die bereits erwähnte lange Downtime nicht scheut, kommt um dieses Spiel nicht herum. Ergo: hundertprozentige Weiterempfehlung ohne jegliche Abstriche.


2016-06-03, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
9.5heavywolf
21.05.2016

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