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Datenblatt image
ID 15772

FIRST CLASS


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Hans im Glück [->]
Autor: Helmut Ohley
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2-4

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60

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ab 10


Komplexität: hoch
Kommunikation: gering
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Die legendäre Erste Klasse der Bahn zeichnet sich bekanntlich nicht nur durch deutlich höhere Preise aus, sondern auch durch dieselben Verspätungen, unfreundlichen Schaffner und ausgefallenen Klimaanlagen. First Class räumt nun mit diesen Fakten auf und zeichnet den harten Weg nach, den ein Schienentransportunternehmen gehen muss. Ähnlichkeiten mit Russian Railroads sind dabei nicht ganz zufällig.

Regeln

Jeder Spieler verfügt über zwei Züge (inkl. der dazugehörigen Schaffner) und eine Gleisstrecke, die im Laufe der Partie ausgebaut werden. In jedem der drei Durchgänge werden insgesamt so viele Karten (in mehreren Reihen) ausgelegt, dass jeder sechs mal an die Reihe kommt und eine dieser Karten nehmen und ausführen darf. Der jeweilige Effekt bewirkt beispielsweise, dass:

  • mehrere Münzen genommen werden (die zur Bewegung von Zügen und Schaffnern, dem Anhängen neuer Waggons und zu deren Upgrades verwendet werden können)
  • neue Waggons angehängt werden (Wert: 0)
  • Waggons aufgewertet werden (0->1->2->4->7->12)
  • Schaffner Richtung Zugende vorwärts bewegt werden
  • der Schienenstrang verlängert wird
  • die Lok mehrere Stationen dort weiterfährt
  • der Startspieler wechselt
  • eine Spielendekarte gewählt werden darf (=Punkte am Ende)

Der Effekt von Auftragskarten wirkt natürlich erst bei Erreichen der Bedingung.
 
Siegpunkte gibt es nicht nur unmittelbar für das Erreichen von Stationen, sondern auch auf am Ende jedes Durchgangs für die von den Schaffnern abgeklapperten Waggons. Weitere Bonuseffekte werden bei den erreichten Taschenuhr-Feldern der Streckenabschnitte ausgelöst. Wer mit einem Schaffner den zehnten und somit letzten Waggon (extragroße Sonderplättchen!) eines Zuges erreicht, erhält am Ende weitere Bonuspunkte. Verbliebenes Geld ist ebenfalls noch ein paar Pünktchen wert.
 
Neben den Basisregeln müssen zu Beginn jeder Partie zwei von fünf "Modulen" ausgewählt werden, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf Ablauf und Strategien haben. Wird beispielsweise mit dem Verdoppler-Modul gespielt, sind kürzere Strecken und Züge leichter ausbaubar und somit effizienter. Das Gleis-Modul hingegen erlaubt einen Wechsel zwischen den beiden Zügen.

Meinung

First Class benötigt erstklassig viel Platz -nicht nur für die zentralen Kartenauslagen, sondern auch für die wachsenden Züge der Spieler, deren Auslagen etwa 80 Zentimeter breit werden. Allerdings lassen sich überlange Züge im Notfall auch um die Kurve legen oder Ähnliches, ohne dass dabei zu viel Übersichtlichkeit verloren geht. Dabei sollte man jedoch beachten, dass die mit Abstand häufigste Tätigkeit ein Herumfummeln an eben diesen beiden Zügen ist: Waggon anhängen (anlegen), upgraden (umdrehen oder durch andere Karte tauschen) und mit den Schaffnern laufen garantiert ständige Bewegung. Zudem erfordern viele Auftragskarten eine regelmäßige Prüfung, d.h. ein völlig planloses Agieren sollte vermieden werden. 
 
Bei all diesen Kartenoperationen muss leider festgestellt werden, dass die Symbolik nicht immer eindeutig ist. Mal dürfen abgebildete Aktionen nacheinander an derselben Karte durchgeführt werden, mal müssen es verschiedene sein. Mal sind Hilfslinien vorhanden, die bei genauem Hinsehen beide Züge voneinander trennen, mal fehlen sie. In vielen Fällen muss dann in der Anleitung nachgeschlagen werden, was die Spieldauer etwas erhöht. Neben ca. 30-45 Minuten Regelerklärung muss von ca. 30 Minuten pro Spieler ausgegangen werden, in der ersten Partie kann es manchmal auch länger dauern.
 
Während man im ersten Durchgang gut aufpassen und optimieren muss, um bei der Wertung nicht deutlich zurückzufallen, wächst die ANzahl der Kombinationsmöglichkeiten stetig an und gipfelt am Ende des letzten Durchgangs in einem fulminanten Feuerwerk von Ketteneffekten, die man gar nicht mehr vollständig überblicken kann. Da löst beispielsweise das Anlegen eines 0er Waggons eine Bonuskarte aus, die 2 Münzen liefert, die sofort investiert werden können um einen anderen Waggon zu upgraden, wodurch ein Auftrag erfüllt wird, der den Zug zwei Stationen vorwärts bringt, was wiederum Siegpunkte liefert und bei der Wertung weitere Effekte auslöst. Hilfe.
 
Dafür stehen die meist gut verknüpften Kombinationseffekte im direkten Widerspruch zu den punkteträchtigen Strategien: Wer punkten will, sollte sich nämlich auf einen einzigen Aspekt konzentrieren, d.h. entweder eine lange Strecke bauen, oder viele Waggons anhängen, oder Geld sammeln. Je mehr man hat und je weiter man kommt, desto lukrativer wird es. Um die Bonuseffekte nicht zu verschenken, muss man ab und zu aber auch in den anderen Bereichen etwas tun. Generell ist es daher hilfreich, Startspieler zu sein, da nicht alle Aktionskarten gleichwertig sind.

Fazit

Viel Platz, viel Zeit, viel Material, viele Möglichkeiten: First Class erschlägt die Spieler zunächst in vielerlei Hinsicht, bietet jedoch viele strategische und taktische Möglichkeiten. Da sich die Module in zehn verschiedenen Kombinationen verwenden lassen, ist auch noch dauerhaft für Abwechslung gesorgt -mehr noch als beim ähnlichen Russian Railroads. Begeisterte Eisenbahner-Vielspieler sollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen.


2016-12-12, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
07.12.2016
etwas viele Karten auf dem Tisch, aber sonst prima
8Irathindux
12.12.2017
Ich mag Züge ;)

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