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Datenblatt image
ID 14639

RISIKO EVOLUTION


cover
andere Namen: Risk Legacy
Jahrgang: 2011

Verlag: Hasbro Parker [->]
Autor: Rob Daviau, Chris Dupuis
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3-6

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ab 13


f5
Bewertung angespielt: 5.8 von 10
punkte

Score gesamt: 55.5% von 100
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Rezension

Ziel

Risiko Evolution revolutioniert das klassische Risiko, denn hier nehmen die Spieler im Laufe der Zeit Veränderungen an Material und Regeln vor. Einzelne Fraktionen erhalten spezielle Vor- und Nachteile, zahlreiche Regionen werden bedeutsamer, Kontinente und Städte erhalten Namen und manchmal dürfen Karten sogar weggeworfen werden. Richtig weg. In den Mülleimer. Sie werden nie wiederkommen. Niemals. Denn die Entscheidungen, die in Risiko Evolution getroffen werden, sind endgültig.

Regeln

Bereits vor der ersten Partie werden Karten und Fraktionstafeln beklebt. Für die einzelnen Fraktionen (die Mechanischen, Enklave des Bären, Imperiale Balkanier, Khan Industrie, Sahara-Republik) gibt es jeweils zwei spezielle Sonderfähigkeiten, von denen eine ausgesucht wird. Die andere wird vernichtet. Im Verlauf der Zeit kommen weitere Aufkleber hinzu, auch direkt auf den Spielplan (Städte, Verteidigungsschilde etc). Sogar in der Anleitung gibt es 14 Felder für Regeländerungen. Wann diese Änderungen vorgenommen werden, entscheiden die Partien selbst, denn bei Erreichen bestimmter Ziele (Anzahl kontrollierter Gebiete, besonders siegreiche Schlachten, …) dürfen separate Päckchen geöffnet werden, die neue Einheiten und Regeln sowie Missions- und Ereigniskarten ins Spiel einfließen lassen.

Wer eine Partie gewinnt, darf eine Sonderaktion ausführen: einen Kontinent taufen oder eine Großstadt gründen oder ein Manko aufheben oder einen Kontinentbonus ändern oder eine Stadt befestigen oder eine Gebietskarte vernichten (=entsorgen). Stadtgründungen und Kontinente benennen bringt dauerhafte Vorteile für den jeweiligen Spieler in Folgepartien, weshalb seine Initialien mit auf Spielplan geschrieben werden. Mit einem Permanentmarker, versteht sich. Die Verlierer dagegen dürfen eine Kleinstadt gründen oder eine Gebietskarte aufrüsten.

Im Gegensatz zum klassischen Risiko werden die Länder zu Beginn nicht zufällig verteilt, sondern müssen zunächst erobert werden, ausgehend von einem Startgebiet. Wer seine letzte Einheit verliert, darf mit halbierter Starteinheitenzahl erneut in das Geschehen eingreifen –reine Vernichtungsmissionen gibt es nicht mehr. Stattdessen müssen vier Siegpunkte erzielt werden, die es hier in Form von „Sternen“ gibt.

Auch die Nachschub-Logik ist umgedreht: Sie berechnet sich nicht zum Zeitpunkt des Einlösens, sondern beim Erhalt der Karte (nach erfolgreicher Invasion). Aus einer kleinen Auslage darf auch nur eine Region gewählt werden, die gerade kontrolliert wird. Gibt es eine solche nicht, kann eine „Münzkarte“ genommen werden, die immer nur den Wert einer einzelnen Ressource hat. (Länderkarten können dagegen mit Aufklebern auf bis zu sechs Ressourcen in Laufe der Zeit hochgerüstet werden.) Wertvollere Regionen sind daher besonders umkämpft.

Eine langfristig ebenso interessante Ergänzung sind die Raketen, die eingesetzt werden können um einmalig Würfel auf eine unveränderbare 6 zu erhöhen. Je Sieg in früheren Spielen gibt es genau eine Rakete zum Spielstart. Nach 15 Partien gibt es keine weiteren Veränderungen mehr, die geschaffene Risiko-Welt bleibt in dieser Form nun erhalten.

Meinung

Evolution macht den Eindruck, als hätte sich ein echter Risiko-Fan mal so richtig austoben können. Zwar kostet es zu Beginn etwas Überwindung, Spielmaterial mutwillig zu zerstören, doch sind dabei eigentlich nur die Länderkarten wirklich interessant, da für die Fraktionsvorteile ohnehin kein weiterer Platz vorhanden ist. Durch die zahlreichen Modifikationen entwickeln sich Spielbrett und Länder langsam hin zu einer sehr speziellen Welt. Die Sonderregeln der einzelnen Fraktionen wirken eher störend, da in zunehmender Weise Sonderfälle zu berücksichtigen sind.

Die Gelegenheit, Städten und Kontinenten Namen zu geben, sollte sich kein Spieler nehmen lassen, denn insbesondere dadurch entsteht ein episches Spielgefühl –zumindest für die Mitstreiter, die regelmäßig an der Umstrukturierung der Welt teilnehmen. Risiko Evolution belohnt regelmäßige Spieler und bestraft Gelegenheitsbesucher.

Eine sehr wichtige Regeländerung stellt das Wiederbeleben ausgelöschter Fraktionen dar –einem echten Problem beim alten Risiko, bei dem die jeweiligen Spieler dann für den Rest der Partie zuschauen mussten. Eher gewöhnungsbedürftig sind dagegen die vertauschten Würfelfarben: Mit Rot wird jetzt verteidigt, während der Angreifer schwarze Würfel erhält. Dass es in dieser Ausgabe „nur“ Fraktionen gibt, stört dagegen nicht, denn für sechs Spieler ist die Welt ohnehin zu klein. (Zumindest gemessen an den Entwicklungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Kontinentboni und der Downtime zwischen den Zügen.)

Fazit

Das Zerstören von Spielmaterial widerspricht jeder Spielerseele und kostet Überwindung, schafft jedoch den Eindruck, Entscheidungen mit dauerhaften Auswirkungen zu treffen. Risiko fühlt sich wichtiger an. Aufgrund der Spielerboni ist es empfehlenswert, die ersten 15 Partien mit einer festen Kerngruppe zu spielen. Für diese ist Risiko Evolution dann das beste Risiko, das es je gab.


2011-11-22, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9cp
18.11.2011
Am besten immer mit ungef?hr der gleichen Gruppe spielen. Dann: wow. Das beste Risiko aller Zeiten!
2.5-NeXuS-
16.10.2013
Den Spielplan bekleben und Material wegschmeißen? Das geht mal gar nicht. Abgesehen davon muss man es zwangsläufig mit der gleichen Gruppe spielen, da sonst jeder nur einen einzelnen Schnappschuss der Evolution wahrnimmt. Wenn die Mitspieler wechseln ist man also besser mit einem Axis & Allies dran

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