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Datenblatt image
ID 13912

PERGAMON


cover
Jahrgang: 2011

Verlag: eggertspiele [->]
Autor: Stefan Dorra, Ralf zur Linde
Grafik: Klemens Franz

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2-4

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45

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 7.8 von 10
punkte

Score gesamt: 59.7% von 100
score
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Rezension

Ziel

Die Spieler begeben sich als Archäologen nach Pergamon, um dort antike Vasen, Kannen, Armreife und Masken auszugraben. Beziehungsweise Bruchstücke davon –denn diese müssen zunächst zusammengesetzt werden, bevor sie im Berliner Pergamonmuseum ausgestellt werden können. Der Wert der Sammlungen orientiert sich dabei am Alter der Fundstücke.

Regeln

In jeder Runde werden fünf neue Fundstücke aufgedeckt und chronologisch in fünf Stollen (Zeilen) der Grabungsstätte einsortiert. Bei den Funden handelt es sich um Plättchen mit zwei verschiedenen Teilen, die erst durch (korrektes) Aneinanderlegen wieder zu vollständigen Überbleibseln werden. Auch zur Altersbestimmung werden stets beide Hälften benötigt. Außerdem wird eine zufällige Menge Forschungsgelder in Form zweier Geldkarten „bewilligt“, die unter den Spielern aufgeteilt werden müssen. Wie viel dies genau ist, bleibt zunächst unklar, lediglich der Spielraum der Karten (1-4 bzw. 5-8) ist bekannt.

Mit diesem beschränkten Vorwissen ausgestattet platzieren die Spieler reihum ihre Aktionsfigur auf einem von zwölf Forschungsfeldern. Diese legen fest, wie viele Münzen genommen werden dürfen und in welchen Stollen gegraben werden darf. Danach wird das Finanz-Geheimnis gelüftet und die entsprechende Anzahl Münzen bereit gelegt. In Reihenfolge von rechts der Forschungsfelder an werden Münzen genommen solange noch welche übrig sind. Der letzte Spieler erhält alle restlichen.

In der gleichen Reihenfolge werden dann die eigentlichen Aktionen durchgeführt. Zuerst werden alle Fundstücke in einem erlaubten Stollen ausgraben. Die kostet umso mehr Münzen, je tiefer der Stollen liegt und ist unabhängig von der Anzahl Fundstücke. Anschließend kann eine Ausstellung erfolgen. Dazu werden die Plättchen passend aneinander legen. Je älter die Sammlung, desto wertvoller ist sie–hier werden einfach die Jahrhunderte addiert. Durch kostenpflichtiges Polieren lässt sich eine Sammlung auch noch aufwerten. In jedem Fall erhält sie eine feste Nummer und verbleibt bis zum Spielende unveränderlich. Ein Marker hält auf der Ausstellungsleiste des Museums den aktuellen Wert fest. Ist das entsprechende Feld schon besetzt, wird die alte Sammlung abgewertet –dies kann auch Kettenreaktionen zur Folge haben.

Bis zu drei Plättchen dürfen kostenlos beim Spieler gelagert werden, für jeweils drei weitere ist eine Münze als Gebühr fällig. Nach der 5., 7., 9. und 12. Runde werden Siegpunkte für die Sammlungen gemäß den Angaben an den Museumsfeldern verteilt. Hinzu kommt eine Auszeichnung für ein besonders wertvolles Ausstellungsstück. Danach werden alle Sammlungen um drei bis fünf Punkte abgewertet. Nach der letzten Runde gibt es weiteren Bonus für den Spieler mit dem ältesten Ausstellungsstück. Es gewinnt, wer nun die meisten Siegpunkte vorweisen kann. Im Spiel zu zweit räumt ein imaginärer „Grabräuber“ jede Runde einen Stollen leer und sorgt so für eine gewisse Regulierung.

Meinung

Pergamon –bei diesem Titel denkt der erfahrene ludophile Vielspieler an antike Stätten, Tempel und Eroberungen im Mittelmeerraum. An Galeeren, Spartaner, vielleicht sogar an Römer oder andere den Mittelmeer-Raum befahrende Völker. Doch in Pergamon geht es „nur“ um das Pergamonmuseum in Berlin. Um das Erwerben von Kunstgegenständen (gegen Geld), das Zusammenstellen möglichst wertvoller Sammlungen und das Sammeln von Siegpunkten durch entsprechende Ausstellungen. Das klingt doch wie Adel verpflichtet von Klaus Teuber…? Nun, die thematischen Gemeinsamkeiten sind offensichtlich, jedoch gibt es erhebliche Unterschiede im Detail. So ist beispielsweise die Forschungsfeld-Leiste mit all seinen Implikationen ein sehr interessantes Element. Wer nur geringe Forschungsgelder beantragt, erhält diese zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit und kommt auch frühzeitig zum Zug, kann sich aber bei den Trümmerstücken nur unzureichend bedienen. Wer dagegen viel beantragt läuft dagegen Gefahr nichts mehr abzubekommen und weniger ausgraben zu können als geplant. Eine kleine Finanzreserve schützt den erfahrenen Archäologen vor unerwarteten Unregelmäßigkeiten.

Je früher vernünftige Sammlungen ausgestellt werden, desto mehr Wertungen können damit genutzt werden. Diese simple Logik wird nur durch zwei kleine Hindernisse eingeschränkt: Erstens muss eine Sammlung wertvoll genug sein, um auch nach diversen Abwertungen noch Punkte liefern zu können und zweitens darf es nicht zu voll im Museum werden. Denn je mehr Spieler teilnehmen, desto häufiger kommt es zu kleinen Abwertungen, weil ständig neue Sammlungen auf die Ausstellungsfläche drängen. Manchmal ist es daher sinnvoller, noch eine Runde länger auf eine größere und bedeutendere Sammlung zu sparen.

Doch auch das Zusammensammeln der Bruchstücke ist nicht trivial, denn vier verschiedene Typen sorgen dafür, dass nicht alles zusammen passt, was da so ausgebuddelt wird. Bereits bei der Aktionsplanung ist es daher wichtig, schon mal ein wenig geistige Optimierungsarbeit zu betreiben und sich zu überlegen, welche Fundstücke wohl am besten zusammen passen –zumal übrig bleibende Reste auf Dauer recht teuer sind. Grübler am Tisch können den Spielrhythmus hier ein wenig ausbremsen.

Fazit

Pergamon, das ist ein wenig „Optimier-Puzzeln für Erwachsene“, Risikoabwägung und Mitspielerverdrängung. Die Jagd nach wertvollen Sammlungen ist herausfordernd, ansprechend gestaltet und eine angemessene Würdigung des Berliner Museums.


2011-05-23, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
23.05.2011
rundes Spiel, obwohl mir eigentlich der besondere Anreiz etwas fehlt
7.5Schelmfried
07.07.2011
Gut geeignet, um den typischen Wenig- und Gelegenheitsspielern zu zeigen, was es jenseits der Siedler von Catan und Monopoly sonst noch so gibt. Gef?llt, aber ?berfordert nicht.
9MarkusB
09.05.2013

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