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Datenblatt image
ID 13640

LONDON


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Jahrgang: 2010

Verlag: Treefrog Games [->]
Autor: Martin Wallace
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2-4

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90

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f5
Bewertung angespielt: 7.5 von 10
punkte

Score gesamt: 59.0% von 100
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Rezension

Ziel

Ende des 19. Jahrhunderts verwüstet ein großes Feuer London, das danach wieder aufgebaut werden muss. Die Spieler jonglieren mit ihren Finanzmitteln, erwerben Land, errichten wichtige Gebäude und bekämpfen die Armut der Bevölkerung.

Regeln

Die Spieler sind reihum am Zug, in dem sie eine Karte vom verdeckten Stapel oder der offenen Auslage nehmen und anschließend eine Aktion (Karten ausspielen, „Stadt regieren“, Land kaufen oder drei weitere Karten nehmen) ausführen.

Das Ausspielen einer Karte kostet stets eine weitere Karte derselben Farbe (braun, rosa, blau, grau), die in der offenen Auslage landet. Die ausgespielten Karten jedoch können neben- oder übereinander ausgelegt werden und besitzen spezielle Fähigkeiten (solange sichtbar). Um diese Funktionen zu nutzen, müssen sie aktiviert werden – das nennt sich dann „Stadt regieren“ -, was je nach Karte unterschiedlich viel Geld und/oder andere Karten erfordert. Manche sind nur einmal nutzbar, andere beliebig oft. Durch die Aktivierung liefern sie Siegpunkte und Einkommen, aber auch sogenannte „Armutspunkte“, die sich aus der Differenz zwischen Kartenauslage plus Handkarten und der Anzahl kontrollierter Stadtbezirke ergibt.

Um einen der 20 Bezirke zu erhalten, muss ein solcher per „Land erwerben“ gekauft werden. Dies kostet Geld, sorgt aber auch sofort für neue Handkarten. Die so erschlossenen Bezirke können nun durch U-Bahn-Stationen (per entsprechender Karte) weiter ausgebaut werden. Am Zugende muss in jedem Fall das Limit von neun Handkarten beachtet werden.

Das Spiel endet sobald der Kartenstapel aufgebraucht ist. Soweit möglich müssen aufgenommene Kredite zurückgezahlt werden. Für die verbleibenden Handkarten gibt es weitere Armutspunkte. Siegpunkte gibt es dagegen für Bargeld, kontrollierte Bezirke (gegebenenfalls plus U-Bahn-Bonus) und manche Karten in der eigenen Auslage – egal ob offen, verdeckt oder überbaut. Punktabzug gibt es dagegen für nicht zurückgezahlte Kredite und gesammelte Armutspunkte.

Meinung

Der ideale Ablauf sieht so aus: alle Karten ausspielen, eine Karte nehmen, regieren, maximal viele Karten sammeln, und das Ganze wieder von vorne. Zwischendurch aber bitte noch ein paar Bezirke mitnehmen (und diese später mit einer U-Bahn versorgen), um die Armutspunkte in Grenzen zu halten. Dass es diesen „idealen“ Ablauf so gar nicht geben kann, liegt auf der Hand. Wortwörtlich sogar, denn die Handkarten entscheiden auch über die Aktionsmöglichkeiten. Und so kann unter Umständen ein ganz anderes Vorgehen richtig sein. Dabei sind auch Wechselwirkungen zwischen einzelnen Karten zu beachten.

Meist einfach nur lästig sind bei jeder Planung die grauen „Arme-Leute-Karten“. Dabei handelt es sich tatsächlich um Bewohner aus der Unterschicht, mit denen rein gar nichts anzufangen ist. Immerhin können diese Karten zum Bezahlen einiger anderer verwendet werden. Davon sollte auch Gebrauch gemacht werden, denn ansonsten verstopfen diese Dinger nur die Hand und lenken von besseren Aufbaumaßnahmen ab.

Zu intensiv sollten die zahlreichen Karten aber auch nicht analysiert werden, denn alle sind irgendwie nützlich und bringen die Spieler voran. (Mit Ausnahme der grauen Panther Karten, aber lassen wir das.) Neben der Aktionsoptimierung hinsichtlich Siegpunkten und Einkommen muss vor allem auf die Armutspunkte geachtet werden, die bei der Abrechnung beliebig viel Punktabzug verursachen können. Je früher mit dem Sammeln begonnen wird, desto schlimmer. Am besten also frühzeitig Land erwerben – aber das kostet. Beim Ausspielen der Karten sollte gut überlegt werden, denn zu viele offene Stapel vergrößern nur unnötig die Armut.

Je weniger Spieler teilnehmen, desto reizvoller werden aggressive Aktionen, die sich direkt gegen die Kontrahenten richten. Beispielsweise das Nehmen oder Übergeben von grauen Karten (Da waren sie wieder…). Ansonsten wird der Spielfluss eigentlich nur durch Karten behindert, die beim Ausspielen neue Karten vom Stapel nachziehen lassen, denn diese können ja auch gleich ausgespielt werden.

Fazit

Wäre die Grafik genauso attraktiv wie der Mechanismus, erfreute sich London sicherlich größerer Beliebtheit. Wer jedoch auf optische Zaubereien im Stile eines Michael Menzel verzichten kann, erlebt ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Aufbau-Spiel, bei dessen Balanceakt zwischen Gewinnmaximierung und Verlustrisiko ein wenig Fingerspitzengefühl erforderlich ist. Thematisch reiht es sich zudem prima an seinen den Vorgänger The Great Fire of London an, der leider noch nicht auf Deutsch erschienen ist.


2011-09-08, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7.5cp
26.08.2011
kleiner Punktabzug f?r die Optik. Ansonsten wirklich gelungen.

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