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Datenblatt image
ID 13432

ANTWERPEN


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: The Game Master [->]
Autor: Hans van Tol
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2-4

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60

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ab 8


Material: hochwertig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: gering
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 6.5 von 10
punkte

Score gesamt: 57.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Verschiedene Produkte wie Kakao, Gerste, Kartoffeln und auch Spielwaren müssen im großen Hafen von Antwerpen umgeschlagen werden. Als Schiffseigentümer unterwerfen sich die Spieler einem rigorosen Konkurrenzkampf, denn die Fahrrinnen im größten Hafen Belgiens sind dicht befahren und auch die vielen Schleusen machen einem das Leben nicht leichter. Nur wer seine lukrativen Aufträge schnell abwickelt und über wertvolle Produkte verfügt, wird am Ende als erfolgreichster Schiffseigentümer den Sieg davontragen.

Regeln

Der Spielplan zeigt den Hafen von Antwerpen mit seinen Schleusen, Fahrrinnen, Anker- und Umschlagplätzen, wobei sich die Fahrrinnen aus unterschiedlich farbigen Teilstücken zusammensetzen. Jeder Teilnehmer erhält zunächst eine bestimmte Menge an Schiffen, welche von der jeweiligen Spieleranzahl abhängt. Die Produkt-, Schleusen-, und Schiffskarten werden als gut gemischte Stapel bereitgelegt. Nach dem Verteilen der Rohstoffe auf die Vorratsfelder, bekommt noch jeder Spieler drei geheime Auftragskarten.

Wer am Zug ist, kann aus folgenden drei Aktionsmöglichkeiten wählen: Beladen, Fahren oder Auftrag eintauschen. Falls sich ein Spieler fürs Beladen entscheidet, nimmt er ein eigenes Schiff, befüllt es mit einem Rohstoff freier Wahl, und setzt es auf eine der vier Startpositionen auf dem Plan. Um Schiffe zu bewegen, muss der aktive Spieler die Aktion Fahren wählen. Er nennt zunächst die Farbe der gewünschten Fahrrinne und verschiebt nun alle Schiffe (auch die gegnerischen), die zu diesem Zeitpunkt vor einer Fahrrinne der gewünschten Farbe stehen und freie Durchfahrt haben, um einen Streckenabschnitt nach vorne. Nur wenn eine Bewegung aufgrund eines geschlossenen Schleusentores oder eines anderen Schiffes nicht möglich ist, bleibt ein Schiff vor der gewählten Fahrrinne stehen. Erreicht ein Schiff durch eine Fahrt ein besonderes Spielplanfeld, so muss die dazugehörige Handlung vom Schiffseigentümer sofort ausgeführt werden. Solche Felder sind beispielsweise Anker- und Umschlagplätze oder auch der Durchfuhrhafen. Auf Ankerfeldern darf der betreffende Spieler eine Schleusen- oder Schiffskarte ziehen. Mit Schleusenkarten kann dann beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Schleusentoren auf dem Plan geöffnet oder geschlossen werden. Dagegen ermöglichen die Schiffskarten unter anderem das Austauschen von Rohstoffen, das Beladen eines weiteren Schiffes oder auch das Auswählen einer zusätzlichen Fahrrinne.

Erreicht ein Schiff den richtigen Umschlagplatz (Farbe des geladenen Rohstoffs und des Umschlagplatzes stimmen überein), so nimmt sich der Schiffseigentümer eine entsprechende Produktkarte und entfernt sein Schiff vom Plan. Falls jedoch der falsche Umschlagplatz angelaufen wird, so gibt es kein Produkt und das Schiff muss ohne Ertrag zurückgenommen werden. Als letzte Aktionsmöglichkeit kann ein eigener Auftrag ausgetauscht werden. Dazu wird eine der drei Auftragskarten abgelegt und dafür eine neue vom Stapel gezogen.

Zu einer der drei aufgeführten Aktionen kann ein Spieler in seinem Zug noch bestimmte zusätzliche Spielhandlungen ausführen. Dazu zählt das Erfüllen eines Auftrages pro Runde, wenn die nötige Kombination an Produktkarten vorliegt, das Tauschen von ein oder mehreren Produkten mit Mitspielern oder auch das Ausspielen von Schleusen- und oder Schiffskarten.

Sobald ein Spieler seinen dritten Auftrag erledigt hat, kommt jeder noch einmal an die Reihe. Danach werden die Punkte der Auftragskarten und der verbliebenen Produkte zusammengezählt, und der Spieler mit der höchsten Summe gewinnt als erfolgreichster Reeder die Partie.

Meinung

Antwerpen ist das zweite Spiel aus der Serie „Ports of Europe“ vom Spielverlag The Game Master und somit quasi der Nachfolger von Rotterdam, dem ersten Spiel dieser Reihe. Wie der Serienname schon angibt, geht es bei beiden Spielen um große Häfen Europas. Antwerpen ist Rotterdam zwar ähnlich, weil beide Spiele auf derselben Idee basieren, dennoch gibt es einige Unterschiede. War bei Rotterdam die Reihenfolge der Aktionen noch genau festgelegt, so ist diese bei Antwerpen nun frei wählbar. Neben dieser Änderung gibt es neue Schiffskarten, Rohstoffe und auch Endprodukte, so dass Aufträge jetzt bis zu zehn Punkte einbringen können. Hinsichtlich des Spielplans sind ebenfalls noch zwei wichtige Neuerungen zu nennen. In Antwerpen gibt es nämlich Schleusen und dementsprechend auch Schleusenkarten, welche ein recht entscheidender Faktor sein können. In Zusammenhang mit den Schleusen muss zudem noch der Durchfuhrhafen erwähnt werden. Passiert ein Schiff diesen Hafen, verlässt es das Spielbrett und alle Schleuseneinstellungen wechseln sofort.

Sowohl die Regeln als auch die Spielmechanismen von Antwerpen sind sehr einfach und schnell zu durchschauen, so dass die teilnehmenden Schiffseigentümer durchaus auch dem Familienkreis entstammen dürfen. Unterfordert wird bei diesem Hafenspiel jedoch keiner, denn die eigenen Züge müssen gut geplant und durchdacht sein. Wird dies nicht beherzigt, so werden die eigenen Schiffe nicht selten ihr Ziel verfehlen oder länger brauchen als gedacht. Mit den verschiedenen Schleusen- und Schiffskarten lassen sich nämlich den Gegnern nicht selten Knüppel zwischen die Beine werfen. Interaktion ist bei Antwerpen aber nicht nur deshalb vorhanden. Denn da bei Nennen einer Farbe alle Schiffe vor einer entsprechenden Fahrrinne gezogen werden müssen, ist es oftmals überhaupt kein Problem, ein gegnerisches Schiff mal schnell am richtigen Umschlagplatz vorbeizulotsen. Glücklicherweise gilt an dieser Stelle: Gleiches kann mit Gleichem vergolten werden.

Um am Ende als bester Reeder festzustehen, ist es von entscheidender Bedeutung, seine Hafen- bzw. Schleusenkarten gut durchdacht einzusetzen, lukrative Aufträge zu erfüllen und auch die richtigen Startplätze für die eigenen Schiffe zu wählen. Denn nicht jeder Umschlagplatz ist von jedem Startplatz aus gleich gut erreichbar. Manchmal ist es auch sinnvoll, unpassende Aufträge auszutauschen oder ein neues Schiff erst später und dafür dann am optimalen Startplatz auf die Reise zu schicken, wenn dieser aktuell von einem gegnerischen Schiff belegt ist. Wer den Grundstein für seine Fahrten schon falsch legt, der wird es später schwerer haben, vor allem, wenn einem die Konkurrenten auch noch dauernd ins Handwerk pfuschen.

Kluge Spieler lassen sich bei Antwerpen jedoch nicht nur von den Gegnern ärgern, sondern nutzen nach Möglichkeit sogar deren Runden für sich selbst aus. Es lassen sich nämlich durchaus die Farben erahnen, die nachfolgende Spieler nennen werden, um ihre Schiffe Richtung Zielumschlagplatz zu bringen. Werden nun die eigenen Schiffe entsprechend aufgestellt bzw. gezogen, so dürfen diese vielleicht im nächsten Zug des Kontrahenten ebenfalls weiterfahren.

Fazit

Antwerpen ist aufgrund einiger Neuerungen an den richtigen Stellen besser als sein Vorgänger Rotterdam. Wer also eine Anschaffung von einem der beiden plant, der sollte ersterem den Vorzug geben. Alle, die Rotterdam schon daheim im Schrank stehen haben, müssen sich jedoch entscheiden, ob die Unterschiede bzw. Verbesserungen ausreichend sind, um einen Kauf in Erwägung zu ziehen. Denn falls es sich beim potentiellen Käufer nicht um einen großen Fan der Serie „Ports of Europe“ handelt, müssen eigentlich nicht beide Spiele die eigene Sammlung zieren. Dafür sind die Unterschiede etwas zu gering.


2010-12-15, Markus Donaubauer (markus)



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Bewertungen
6.5markus
12.12.2010
Gutes Familienspiel mit nicht zu verachtendem ?rgerfaktor

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