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Datenblatt image
ID 12973

INQUISITIO


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Tuonela Productions [->]
Autor: Jani Rönkkönen
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3-5

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30

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ab 13


Material: mittelmässig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: hoch
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Nordspanien anno 1609: Die Spanische Inquisition will nun endlich die Hexerei ausrotten und hat Himmel und Hölle (Anm.: je nach Konfession des Lesers bitte selbst wählen!) in Bewegung gesetzt, um dieses Ziel zu erreichen. Dummerweise bist auch Du der Hexerei angeklagt –wirst Du die Folter aushalten, oder am Ende auf dem Scheiterhaufen brennen?

Regeln

Jeder Spieler erhält eine Personenkarte mit einer spielerzahlabhängigen Menge Gesundheits- und Geisteszustandspunkten, 10 Münzen sowie zwei zufällig Merkmalkarten auf die Hand. Ein Spielzug entspricht dem Besuch eines Inquisitors, der natürlich erst einmal aufgedeckt werden muss. Er sucht seine Verdächtigen nach bestimmten Merkmalen –hat der Spieler eine (oder zwei) davon auf der Hand, muss er sie offen auslegen. Dann steht er vor der Wahl, den Hexenjäger entweder zu bestechen, oder sich der „Befragung“ auszusetzen.

Eine Bestechung kostet zwei Goldmünzen. Dann zieht der Inquisitor einfach zum nächsten Spieler, der nun seinen Zug durchführen darf. Mit jeder Bestechung erhöhen sich allerdings die Kosten, schließlich weiß so ein Kirchenmensch monetäre Zuwendungen zu schätzen. Optional darf der gute Mensch für zwei zusätzliche Münzen aber auch gleich abgelöst werden –sein Nachfolger sucht natürlich nach anderen Merkmalen.

Wer sich stattdessen lieber befragen lassen möchte, verliert die auf einer separaten Folterkarte angegebenen Punkte hinsichtlich körperlicher und geistiger Verfassung, sofern wenigstens ein gesuchtes Merkmal übereinstimmt. Doch die Folter macht noch mehr: Sie offenbart zusätzliche Merkmale beim Verdächtigen! Frisch erzeugte Brandwunden lassen sich eben prima als neue Indizien bei der nächsten Befragung verwenden… Aber immerhin darf der Befragte doppelt so viele Merkmalskarten ziehen und sich die geforderte Menge selbst aussuchen. Außerdem erhält er ein paar Goldmünzen (von seinen Verwandten). Optional darf der Befragte auch geständig sein, wofür er jedoch eine passende Geständniskarte nehmen muss. Dafür reduziert sich sein Schaden aber auch um 2 Punkte –und er darf einen Mitspieler bezichtigen, im Besitz bestimmter Merkmalskarten zu sein. Die der Betroffene dann auch offen auslegen muss.

Die erfolgreichen Inquisitoren werden zur Beweisausnahme gesammelt. Sobald der letzte seine Arbeit beendet hat, werden die noch lebenden Gefangenen begutachtet und die individuelle Schuld berechnet. Jedes Geständnis bedeutet 3 Schuld-Punkte pro entsprechendem Beweisstück, offene Merkmale derer 2, sowie noch verdeckte Merkmale noch 1 Punkt. Wer die meiste Schuld auf sich geladen, wird auf dem Scheiterhaufen angemessen verbrannt. Die verbleibenden Spieler multiplizieren ihre übrig gebliebenen Gesundheits- und Geisteszustandspunkte mit 3 und ziehen ihre Schuld davon ab.

 

Meinung

Hier hilft kein weiches Kissen, hier geht es richtig zur Sache. Überzeugende Befragungstechniken aus den Bestsellern „Verhören –aber richtig“, „Befragen leicht gemacht“ und „Tipps & Tricks der Spanischen Inquisition“ sind die Grundlage für ein erfolgreiches Befragungsmanagement. Wer das nicht glaubt, hat hoffentlich genug Gold zur Hand, um die Mitspieler ebenfalls mit den tiefgreifenden philosophischen Zusammenhängen zu belästigen. Merkwürdigerweise sind die aber auch nicht gerade geizig, wenn es darum geht den Erzkatholiken an die nächste Tür weiterzureichen.

Aber was soll das Gejammer eigentlich? Wer frei ist von jeder Schuld, hat auch nichts zu befürchten. Und wer mit seinen zufälligen Merkmalen Pech hat, tja, der hat eben Geld. Hoffentlich. Für ihn zumindest. Jedenfalls ist es wenig vorteilhaft, frühzeitig malträtiert zu werden, denn je mehr Merkmalskarten ausliegen, desto größer die Gefahr dass auch der nächste Inquisitor fündig wird. Auf der anderen Seite sind bekannte Merkmale aber auch eine tolle Sache –für die Mitspieler. Da lohnt es sich manchmal schon, für nur 2 Gold einen anderen Befragungsexperten antanzen zu lassen. Manchmal hat der dann nämlich die richtigen verdächtigen Merkmale im Visier…

Wer jetzt immer noch glaubt, Inquisitio wäre ein sehr ernsthaftes Spiel, möge sich das Fachbuch „Folter für Dummies“ zulegen und seine Meinung revidieren.

Fazit

Bei der vorliegenden Auswahl empfehlenswerter Befragungsmethoden mittelalterlicher Geistlicher wurde gut recherchiert. Drum merke: Wer eine Narbe am Fuß hat, könnte eventuell mit dem Teufel im Bunde sein. Aber was soll’s, am Ende wird ja doch nur ein Einziger verbrannt. Bei diesem ungewöhnlichen Thema sollten die Mitspieler nicht unbedingt historisch bewandert, aber auf jeden Fall humorvoll und aufgeschlossen sein -denn erst dann entfaltet sich der ganze Reiz von Inquisitio. Wer dies jedoch nicht nachvollziehen kann oder will, besorge sich ein weiches Kissen und zitiere Monty Python: Nobody expects the Spanish Inquisition!


2010-09-27, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
16.09.2010
mal was anderes :)

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