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Datenblatt image
ID 12851

1853


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Francis Tresham
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3-6

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240

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Material: hochwertig
Komplexität: sehr hoch
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 8.2 von 10
punkte

Score gesamt: 60.3% von 100
score
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Rezension

Ziel

In Indien zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft expandieren acht Eisenbahn-Gesellschaften, erweitern ihre Schienennetze und steigern ihren Marktwert and der Börse. Die Spieler erwerben Aktien der Gesellschaften und steuern als Mehrheitseigner die Geschicke der Bahnlinien.

Regeln

Wie bei sämtlichen Spielen aus der 18xx-Reihe wechseln sich sogenannte Aktien- und Betriebsrunden ab. In den Aktienrunden können die Spieler Anteilsscheine der Gesellschaften kaufen und verkaufen, bis alle Spieler hintereinander passen. Das Geld fließt direkt in die Gesellschaften, die damit in den Betriebsrunden neue Gleise legen, Bahnhöfe anschließen, Lokomotiven kaufen und schließlich Umsätze erwirtschaften, die entweder an die Anteilseigner ausgeschüttet werden um den Aktienkurs zu steigern, oder einbehalten werden weil Kapital benötigt wird. Das Spiel endet entweder mit dem Bankrott der Bank (wenn sämtliche Geldscheine unter die Spieler gebracht wurden), oder sobald der Aktienwert eines Unternehmens den Höchstwert erreicht.

Zu Spielbeginn werden bei 1853 Geldbeträge zur Seite gelegt, die gleich zwei Funktionen erfüllen. Zum einen wird damit die Sitzreihenfolge festgelegt, zum anderen dienen diese Gelder als Garantie für den Anschluss bestimmter Städte untereinander. Dazu werden reihum geheim Städte notiert und Aktien von zu diesen Städten gehörenden Gesellschaften genommen. Der Wert der Städte muss in Summe mindestens dem gebotenen Betrag entsprechen, die Rückzahlung an die Spieler erfolgt erst, sobald die notierten Städte untereinander angeschlossen sind. Dafür genügt eine Gleisverbindung, diese muss nicht zwangsweise mit bestehenden Loks befahrbar sein.

Die Hälfte der verfügbaren Bahngesellschaften ist so groß, dass sie gleich mit zwei Startbahnhöfen loslegen, wenn sie aktiv werden. Außerdem dürfen sie auch zwei gelbe Plättchen pro Runde legen. Bei den Plättchen ist zu beachten, dass es in 1853 zwei verschiedene Spurbreiten gibt. Entsprechend gibt es auch zwei verschiedene Typen von Lokomotiven, die jeweils nur für eine Spurbreite geeignet sind –was beim Erwerb beachtet werden sollte. Das Manifest auf der letzten Seite der Anleitung gibt einen Überblick über sämtliche Schienenplättchen, einschließlich der Upgrade-Möglichkeiten.

Gegenüber vorherigen Auflagen von 1853 gibt es mit der Lookout-Ausgabe auch einige kleine Änderungen. So endet die Karte im Osten in Kalkutta statt in Bengal, die Assam Railway wurde durch die East Coast Railway (mit Heimatbahnhof Waltair) ersetzt und anstelle der früheren separaten Währung „Company Credits“ gibt es nun -wie bei anderen 18xx-Spielen üblich- ein einheitliches Zahlungssystem.

Meinung

„Schienenbau in Indien macht Elefanten überflüssig!“ hieß es damals in Indien, als die Kolonialmächte den Rohstoffabtransport zur Entwicklungsarbeit deklarierten um die Regionen noch schneller ausbeuten zu können, als zuvor. In 1853 begnügen wir uns jedoch mit der politisch korrekten, technisch-wirtschaftlichen Betrachtung des Schienenbaus. Denn hier liegt der Fokus tatsächlich auf der Optimierung der teils verwirrenden Wegstrecken, die ein regelmäßiges Nachschauen beim Manifest erfordern. Wer häufig 1853 spielt, kopiert sich diese Seite deshalb gleich ein paar Mal und fragt sich, warum diese Übersicht nicht bereits verlagsseitig beigelegt wurde.

Schließlich fällt es bereits in die Kategorie „erhöhter Schwierigkeitsgrad“, wenn gleich zwei verschiedene Lok-Typen im Auge behalten werden müssen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten verfallen. Kontrolliert ein Spieler mehrere Gesellschaften –was bei 18xx durchaus nichts Ungewöhnliches darstellt-, erfordern die Planungen für diese noch mehr Aufmerksamkeit.

Mindestens genauso wichtig wie der Überblick bei den beiden Spurbreiten und zugehörigen Lokomotiven ist zudem, schnellstmöglich die anfangs investierten Geldbeträge zurück zu erhalten und für die gebotenen Städte einen Anschluss untereinander zu erreichen. Diese kleine Finanzspritze wird zwischendurch dringend benötigt, um weiter in Aktien investieren und die Kurse nach oben treiben zu können. Gewonnen wird auch 1853 schließlich hauptsächlich über das Aktienkapital.

Ärgerlich ist lediglich, dass bei der Neuauflage auf eine gründlichere Überarbeitung der Anleitung verzichtet wurde. Statt einer übersichtlichen Struktur muss sich der Leser durch zig Absätze unter wenig sagenden Paragraphen kämpfen, was das Suchen nach bestimmten Passagen unnötig erschwert. Erfreulich dagegen, dass explizit auf das Computerprogramm 18xx/PC hingewiesen wird, das bei den späteren Betriebsrunden die immer wiederkehrende Rechnerei der optimalen Streckenführungen erheblich verkürzt -ein separater Zettel als Rechenhilfe tut es allerdings auch.

Fazit

1853 ist nur etwas für erfahrene 18xx-Spieler, die den normalen Streckenbau und das Aktiensystem beherrschen. Neulinge sind mit dem Durcheinander der Spurbreiten bei der Betriebsphase hoffnungslos überfordert, 18xx-Liebhaber dürfen sich dagegen auf eine sehr interessante Variante freuen, die den Spielablauf deutlich ändert und mehr Gewicht auf geschickten Streckenbau legt, denn auf aggressives Aktienmanagement. Die Lookout-Ausgabe sollte gegenüber den Vorgängern unbedingt bevorzugt werden.


2010-09-06, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9.5iceteddi
03.05.2010
8cp
04.01.2011
Sch?ne 18xx-Variante mit hervorragendem Material. F?r Einsteiger jedoch nur eingeschr?nkt zu empfehlen.
7CrazyButCute
03.11.2013

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