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Datenblatt image
ID 18416

NEOM


cover
Jahrgang: 2018

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Paul Sottosanti
Grafik: Klemens Franz, Christian Opperer

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1-5

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45

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Es darf mal wieder eine Stadt errichtet werden. Dieses Mal eine der Zukunft -"über drei Generation", also 3 Runden lang. Neoms Drafting-, Baupreis- und Sondergebäude-Mechanismen sind aus 7 Wonders bekannt. Karten gibt es aber keine, dafür Spielpläne und 150 Gebäudeplättchen -darunter auch drei Katastrophen.

Regeln

Jedem Spieler steht eine Baufläche von 5x5 Feldern zur Verfügung, die jede Runde mit bis zu 7 neuen Gebäuden gefüllt werden können (Wohnungen, Wirtschaftsbereiche, Industrieanlagen, öffentliche Gebäude, Abbauzonen). Je nach Typ verlangen diese nach Geld oder bestimmten Ressourcen, setzen andere Gebäude voraus und/oder produzieren irgendwelche Güter. Darunter gibt es 6 verschiedene Typen von Rohstoffen, 8 Handels- sowie 3 Luxusgüter. Im Gegensatz zu 7 Wonders genügt es hier, eine Ressource 1x zu vorrätig zu haben. Nicht vorhandene Waren können von Mitspielern erworben werden. Um dabei Rabatte zu erhalten, müssen jedoch Handelsstraßen eingerichtet werden -d.h. durchgängige Straßenzüge von der Mitte zum linken oder rechten Spielfeldrand. Praktischerweise zeigt nämlich jedes Plättchen nicht nur ein Gebäude, sondern auch Wege, die mit dem Stadtkern irgendwie verbunden sein müssen.

Statt das Gewählte zu bauen, kann man es auch für Geld abwerfen oder durch eines seiner drei besonders lukrativen Weltwunder "Ankergebäude" ersetzen. Wer sich statt für ein Gebäude für ein Katastrophenplättchen entscheidet, darf dagegen überhaupt nichts anlegen und wird von der gewählten Katastrophe im Gegenzug verschont. Egal ob Überschwemmung oder Aufstand, betroffen sind stets nur die Mitspieler, die Strafzahlungen leisten oder Plättchen entfernen müssen. Gegen die Störeinflüsse der zweiten und dritten Runde können jedoch Präventivmaßnahmen in Form des Baus von Feuerwachen und öffentlichen Gebäuden ergriffen werden. Für das, was am Ende übrig bleibt, gibt es Punkte: für Gebäude je nach Typ, für Ressourcen je nach Typ sowie für das Ersparte.

Meinung

Dicke Pappe, ausreichend Zip-Tüten, eine gut strukturierte und nahezu fehlerfreie Anleitung sowie ein schickes Design, das ist mal wieder typisch Lookout Games: Alles ist bis aufs Detail durchdacht und erfreut auch den Spieler, der sich schon zu oft an modernen Blendwerken versucht hat. Wirklich hilfreich sind beispielsweise auch die Rohstoffmarker, die man bei Erwerb entsprechender Gebäude sammelt und für die Mitspieler gut sichtbar auslegt. Dies vereinfacht die Suche nach fehlenden Ressourcen erheblich -und somit auch bei der Preiskalkulation, wenn mehr als 3 Städte errichtet werden. Mehr als 3 Spieler ist aus Entfernungsgründen übrigens ebenso empfehlenswert wie bei Bang!, auch wenn die Auswirkungen hier geringfügiger sind. Es ist aber auch schon hinreichend herausfordernd, 17 verschiedene Ressourcen im Blick zu behalten.

Apropos 7 Wonders: Viele Feinheiten wurden 1:1 von Karten zu Plättchen transportiert, sogar die Weltwunder. Komplett anders verhält es sich allerdings bei den Konflikten: Anstelle von Stärkevergleichen mit den beiden Sitznachbarn droht permanente Gefahr durch spezifische Katastrophen. Diese können sich so vernichtend auswirken, dass man unbedingt(!) vorbereitet sein sollte. Im einfachsten Fall heisst dies genau zu wissen, welche Kosten zu erwarten sind und die entsprechenden Mittel vorzuhalten. Durch den Bau bestimmter Gebäude können später umliegende Felder von den Auswirkungen ausgenommen werden. Dies betrifft aber nur die bis zu acht benachbarten Felder, wie bei den Kapellen bei Carcassonne. Wer ausgefranzt baut und kritische Objekte an die Peripherie setzt, muss mehr Raum schützen. Oder man entscheidet sich gleich für die Offensive und wählt selbst das Katastrophenplättchen. So oder so: Es kommt nur selten vor, dass sie nicht ausgelöst werden.

Neben diesen Ärgernissen gibt es aber auch noch eine eher klassische Herausforderung: den Bau von Straßennetzen. Oft fehlen Anschlüsse an den richtigen Seiten, sodass nicht immer am Wunschort gebaut werden kann und die Siedlungslandschaft weiter ausgefranzt wird -siehe oben. Da aufgrund der Ressourcenknappheit Handelswege aber wichtig sind, ist man gut beraten, frühzeitig wenigstens eine der beiden Ränder anzuschließen. Die Straßenpuzzelei ist somit in der ersten Runde besonders wichtig, während die Bedeutung der Katastrophen sukzessive zunimmt.

Fazit

"Erbaue die Stadt der Zukunft" hieß es -doch am Ende haben wir wieder nur Plättchen aneinander gelegt. Und trotzdem gefällt diese Variation von 7 Wonders, die sich durch die permanente Bedrohung durch störende Ereignisse und eine zweidimensionale Straßenplanungsebene von seinem offensichtlichen Vorbild hinreichend unterscheidet. Neom ist nicht nur optisch klasse, sondern generell eine Empfehlung wert.


2019-02-12, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
18.01.2019
nicht ganz so stark wie 7 Wonders, aber immer noch verdammt gut

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