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ID 17941

LORENZO DER PRäCHTIGE


cover
Jahrgang: 2017

Verlag: Cranio Creations [->]
Heidelberger Spieleverlag [->]
Autor: Flaminia Brasini, Virginio Gigli, Simone Luciani
Grafik: Klemens Franz, Andrea Kattnig, Andreas Resch

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2-4

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60-120

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
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Rezension

Ziel

Renaissance. Medici. Irgendso ein Heini mit seltsamem Namen. Arbeiter einsetzen. Rohstoffe einsammeln und umwandeln. Karten kaufen. Siegpunkte kassieren. Nächste Runde. Auf geht's...

Regeln

Jedem Spieler stehen vier "Familienmitglieder" zur Verfügung, die jede Runde reihum auf dem Spielplan eingesetzt werden. Drei dieser Figuren ist (per Aufkleber) ein Würfel zugeordnet. Diese Würfel bestimmen jede Runde die Wertigkeiten der Figuren neu. Die Felder auf dem Spielplan können nämlich größtenteils nur von einer einzigen Figur besucht werden, und das auch nur, wenn ihre Stärke mindestens dem abgebildeten Wert entspricht. Zu schwache Familienmitglieder können durch Abgabe von Helferfiguren allerdings temporär aufgewertet werden.

In den vier "Türmen" kann man auf diese Weise Karten kaufen (gelbe Produktionsgebäude, grüne Landschaften, blaue Charaktere, lilafarbene "Wagnisse" (=Siegpunktkarten)), wofür es immer eine sofortige Belohnung gibt (manchmal auch mehrere durch Feld und Karte) und was manchmal allerdings auch an Bedingungen gebunden ist. (Beispielsweise darf man erst dann eine vierte grüne Karte erwerben, wenn man auf der Militärskala 3 Punkte erreicht hat.)

Durch die Aktion "Ernte" aktiviert man die gesammelten grünen Karten. Genauer gesagt: alle Karten, für die die Würfelstärke (+Helfer) ausreicht. Analog funktioniert die "Produktion" mit den gelben Karten. Auf dem "Markt" gibt es direkt ein paar Ressourcen, der "Ratspalast" dient im Wesentlichen der Veränderung der Spielerreihenfolge.

Alle zwei Runden fordert die Kirche ihren Tribut, und zwar in Form von Glaubenspunkten. Wer nicht genügend hat oder nicht bereit ist, die gesammelten abzugeben, wird exkommuniziert und erhält für den Rest der Partie einen speziellen Malus. Während einer Partie kommen hierbei nur 3 der 21 Exkommunikationsplättchen zum Einsatz, entsprechend unterschiedlich sind die Strafen. Nach der sechsten Runde ist dann aber auch Schluss und es werden zusätzliche Punkte verteilt für möglichst viele eroberte Gebiete (grüne Karten), beeinflusste Charaktere (blaue Karten), Wagnisse (lila), Militär (Mehrheitswertung), sowie verbliebene Ressourcen (werden durch 5 geteilt).

Optional können auch unterschiedliche Bonusplättchen (für Produktion und Ernte) eingesetzt und sogenannte Anführerkarten verwendet werden. Von diesen werden dann pro Person 4 Stück gedraftet, die jede Runde eingesetzt werden dürfen, sofern die genannte Bedingung erfüllt. Oder man wirft sie einfach ab und erhält dafür ein "Ratsprivileg". Dabei handelt es sich wahlweise um 1 Stein + 1 Holz, 2 Helfer, 2 Münzen, 2 Militärpunkte oder 1 Glaubenspunkt. Solche Privilegien erhält man im Übrigen auch im Ratspalast, sowie bei der einen oder anderen Karte.

Meinung

Viele Regeln, viele Stellschrauben, viele Entwicklungsmöglichkeiten: Lorenzo der Prächtige macht seinem Namen alle Ehre, auch wenn die Covergestaltung nicht jedermann zusagt. Eine wichtige Rolle kommt immer wieder der Aktionsreihenfolge zu, denn ab der dritten Runde kommen sehr effektive Karten in die Auslage -und Karten sind teuer. Besonders erschwerend sind dabei die Strafzahlungen, die fällig werden, sobald man nicht als Erster in einem Turm kaufen möchte. Nur der erste Spieler hat die freie Auswahl oder diese Strafen und kann im Idealfall auf einen Schlag zwei oder sogar drei Karten auf einmal erwerben. Vorausgesetzt natürlich, er kann sie auch bezahlen und verfügt über die entsprechenden Ressourcen.

Noch wichtiger als die Reihenfolge ist es jedoch, wirksame Kombinationen zusammen zustellen, die die Nutzung von Ernte oder Produktion lukrativ machen. Aber auch die vielen Bonuspunkte sollten nicht verachtet werden, die man am Ende für fünf oder gar sechs Karten einer Farbe (blau, grün, lila) erhält. Irgendeine Form von Spezialisierung ist somit notwendig, will man am Ende mit vielen Punkten dastehen. Doch welche ideal ist, lässt sich nicht vorhersehen, sondern ergibt sich schrittweise während der Partie. Die Verwendung der Anführer ist somit zunächst ein Draften im Dunkeln, da sich kaum eine Strategie zu diesem Zeitpunkt planen lässt. Früher oder später wirft man dann eben zwei Stück davon ab und kassiert die Privilegien -immerhin etwas. Sollte man sich einmal in eine ungünstige Situation manövriert haben und sich keine sinnvolle Aktion mehr leisten kann (was durchaus passieren kann, insbesondere in der ersten Partie), hilft das Abwerfen aus der Patsche.

Und während man so vor sich hin blaue, gelbe und grüne Entwicklungskarten sammelt und mit Herzen [so sehen die Steinbrocken nämlich aus] und Käse [und so das Holz] handelt, vergeht die Zeit wie im Flug. Mit einer halben Stunde pro Spieler sollte man rechnen, zuzüglich Regelerklärung von mindestens 30 Minuten bei der ersten Partie. Für Langeweile lassen die kurzen Wartezeiten dabei keinen Platz.

Fazit

Es geht nicht nur um Würfelwerte, jedenfalls nicht nur. Ressourcenvermehrung und Siegpunktegenerierung wurden bei Lorenzo Der Prächtige geschickt und auf eine neue Weise mit verschiedenen Zufallsmechanismen verknüpft, weitestgehend intuitiv und gleichzeitig auch anspruchsvoll. Wer Spiele vom Kaliber eines Istanbul oder Five Tribes bevorzugt, sollte Lorenzo schnell in sein Herz schließen. Seinen Titel trägt er nämlich offenbar zu recht.


2017-09-19, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
12.09.2017
mächtiges Vielspieler-Spiel

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