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Datenblatt image
ID 17910

LES POILUS


cover
andere Namen: The Grizzled
Jahrgang: 2016

Verlag: Pegasus [->]
REBEL Centrum Gier [->]
Autor: Fabien Riffaud, Juan Rodriguez
Grafik: Tignous

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2-5

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30

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

"Les Poilus" bedeutet so viel wie "die Haarigen" und handelt im Ersten Weltkrieg, in dem zum Rasieren einfach keine Zeit blieb. Auf der französischen Seite der Westfront liegen die Spieler nämlich nicht nur faul in ihren Schützengräben, sondern müssen sich auch mit Giftgas, Granaten und wechselndem Wetter auseinandersetzen. Ob es ihnen gelingt, die immer neuen Herausforderungen zu meistern und gemeinsam zu überleben?

Regeln

Beim Spielaufbau werden 25 zufällige Bedrohungskarten vom Nachschub (Moralvorrat) auf der Friedenskarte platziert. Ziel ist es, im Verlauf aufeinanderfolgender Einsätze durch Aufbrauchen dieses Stapels ("Bewährungsproben") die Friedenskarte freizulegen. Die Spieler gewinnen somit, wenn der Frieden sichtbar wird und niemand mehr eine Karte auf der Hand hat. Sie verlieren, sollte der Kartenvorrat vorher aufgebraucht werden.

Bei jedem "Einsatz" schätzt der aktuelle Gruppenleiter das Risiko ein und bestimmt, wie viele Bedrohungskarten jeder Spieler vom Stapel der Bewährungsproben auf die Hand bekommt. (mindestens jedoch eine!) Reihum werden dann die Bedrohungen aus der Hand in das Niemandsland in der Tischmitte gespielt. Sie zeigen verschiedene Symbole (Bedrohungsarten: Nacht, Regen, Schnee, Granate, Giftgas, Pfeife (=Signal zum Angriff)), die jeweils höchstens zwei mal auftauchen dürfen. (Ansonsten endet die Partie sofort mit einer Niederlage.) Bei einer "Falle" muss sofort eine weitere Bedrohung aufgedeckt werden. Mit einem Glücksbringer darf eine passende Karte aus der Auslage entfernt werden. "Schwere Schläge" bilden allerdings eine Ausnahme, denn sie werden vor dem jeweiligen Spieler abgelegt und behindern diesen fortan.  Außerdem dürfen sogenannte Aufruf-Plättchen eingesetzt werden, bei denen eine Bedrohung benannt werden muss und alle aktiven Soldaten eine passende Handkarte abwerfen dürfen.

Wer nicht mehr ausspielen kann oder möchte, zieht sich zurück und nimmt am laufenden Einsatz nicht mehr teil. Er wählt dann eines seiner "Rückhalt"-Plättchen, das verdeckt auf einen seiner Mitspieler zeigt. Am Ende jedes Einsatzes sinkt die Moral, indem so viele Karten vom Vorrat auf den Bewährungsprobenstapel gelegt werden, wie die Soldaten noch auf der Hand haben. Hat ein Spieler mehr Rückhalt erhalten als jeder andere, darf er nach eigener Wahl zwei Schwere Schläge abwerfen oder seinen Glücksbringer zurück bekommen.

Meinung

Da bereits ein drittes gleichartiges Symbol die Mission scheitern lässt, ist bei jedem Einsatz schnell Vorsicht angesagt. Jede Karte will gut durchdacht sein, zumal Fallen zusätzliche Unwägbarkeiten mitbringen. Und dennoch ist der Weg durchs Minenfeld garantiert kein Spaziergang, denn die Bedrohungskarten sind voller fieser Rückschläge und anderer gemeiner Behinderungen. Die Spieler sind gezwungen, sich gut abzustimmen, wenn sie diese Herausforderung meistern wollen. Dazu gehört auch, nur wenig Karten in die nächste Runde mitzunehmen (um den Bedrohungsnachschub nicht ausufern zu lassen, was zudem das ungünstige Spielende beschleunigt), Rückschläge zu beurteilen und im jeweiligen Moment weniger schädliche gezielt hinzunehmen, um sie dann durch koordinierten Rückhalt wieder abwerfen zu können.

Aufgrund der Kartenkonstellationen bleibt die Anspannung vom ersten Moment bis zum Ende bestehen. Ausruhen kann man nur, wenn man sich zurückgezogen hat und den Mitspielern noch einen Moment zuschauen darf. Diese Augenblicke fühlen sich aber nicht wie Wartezeiten an, sondern tatsächlich eher wie kurze Verschnaufpausen. Doch auch bei optimaler Spielweise kann es passieren, dass die Kartenverteilung sehr ungünstig ist und die Truppe nicht überlebt. Dann hilft nur ein erneuter Anlauf, denn machbar ist die Aufgabe durchaus.

Der Zeichenstil erinnert ein wenig an die grandiosen alten "Vater & Sohn"-Bildergeschichten von e.o.plauen und ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Auf die Spannung am Tisch hat dies jedoch keinen Einfluss.

Fazit

"Erfrischend" ist das martialische Thema von Les Poilus sicherlich nicht, mutig dagegen schon. Es unterscheidet sich alleine damit schon von der Masse. Und wer genau hinschaut, dem entgeht auch nicht der feine französische Humor, der aus einem sehr ernsten Thema ein unterhaltsames Spiel für erfahrene Brett- und Kartenhaudegen macht. Les Poilus ist eine großartige kooperative Veröffentlichung für einen kleinen Preis.


2017-07-17, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
06.07.2017
mutiges Thema, spannend und fordernd umgesetzt

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