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Datenblatt image
ID 17887

EIN FEST FüR ODIN


cover
andere Namen: A Feast for Odin
Jahrgang: 2016

Verlag: Feuerland Spiele [->]
Autor: Uwe Rosenberg
Grafik: Dennis Lohausen

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1-4

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30-120

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Wikinger können nicht nur plündern, sondern auch Feiern. Und der Anlass kein geringer als der Göttervater selbst ist, muss der Tisch natürlich reich gedeckt werden. Bevor der Met gekippt werden kann, müssen also zahlreiche Raubzüge durchgeführt werden. Ähnlich opulent wie die mutmaßliche Feier kommt auch Ein Fest für Odin daher, das mit knapp 3 kg Gesamtgewicht hunderte Pappmarker mitbringt.

Regeln

Bei diesem Worker-Placement-Spiel wird der beliebte Vermehrungsfaktor ausgeklammert: Die Arbeiterzahl wächst automatisch von anfangs nur einer handvoll auf ein Dutzend am Ende. In jeder Runde werden sie abwechselnd auf die 61 Felder des großen, klar strukturierten Aktionsplanes verteilt, was jedoch bis zu 4 Arbeiter erfordert:

  • grün: simple Ertragsfelder
  • gelb: Tauschfelder
  • braun: spezielle Bergaktionen für Geld und bestimmte Baustoffe
  • blau: Fernhandel (sofern man ein Schiff besitzt)
  • rot: Überfälle und Plündern unter Verwendung eines Würfels
  • orange: neue Inseln entdecken, die dem eigenen Spielbereich hinzugefügt werden

Durch die zahlreichen Aktionen werden Plättchen in Form von Puzzleteilen gesammelt, die auf dem eigenen Heimatplan abgelegt werden. Genauer gesagt: Mit ihnen wird über einen 143 (sehr kleine) Felder großen Bereich hinweg gepuzzelt. Da freie Felder am Ende Minuspunkte zählen, ist eine möglichst flächendeckende Auslage anstrebsam. Allerdings dürfen dort nur grüne und blaue Teile abgelegt werden, wobei grüne keine anderen grünen berühren dürfen. Auf zusätzlichen Inseln finden rote und orangene dagegen teilweise Platz, sofern sie nicht für die Ernährung verwendet werden. Und natürlich gibt es auch wieder jede Menge Ausbildungsmöglichkeiten (190 Karten), mit denen die Fähigkeiten verbessert und somit effizienter gestaltet werden können.

Nach der letzen Runde kommt es zur Wertung. Von den Punkten für Gebäude, Tiere, Schiffe, Geld, Entdeckungen, Auswanderungen und Ausbildungen werden die Strafen für freigelassene Puzzleflächen abgezogen. In der Solitärvariante gelten 100 Punkte als sehr gutes Ergebnis.

Meinung

Wer die Box erstmals in der Hand hält, kann grob erahnen, was ihn erwartet, denn 3 kg bedeutet eine stattliche Menge an vorgestanzten Pappbögen, für die man beim Auspacken etwa 2 Stunden einplanen sollte. Ähnlich sieht es mit dem Lesen der Anleitung(en!) aus, aber auch bei der ersten (Solo!-)Partie.

An vielen Stellen zeigt sich dabei die großartige redaktionelle Leistung, beispielsweise bei der Ausstattung: Die auf beiden Seiten unterschiedlich bedruckten Rohstoffmarker finden in den zwei Sortiereinsätzen nicht nur einen Platz zur Aufbewahrung, sondern fallen dank Deckel auch nicht heraus und sind während der Partie leicht auffindbar. Neben dem Haufen Pappe beinhaltet Ein Fest für Odin aber auch wieder viel Holz, sodass man wirklich nur von einer Top-Ausstattung sprechen kann. Der Käufer zahlt hier nicht nur für die Idee, sondern auch für tolles Material. Dieses benötigt natürlich auch seinen Platz auf dem Tisch.

Die Anleitung wurde auf gut strukturierte 24 Seiten verteilt, wobei die detaillierten Kartenerläuterungen auf ein separates Anhangsheft ausgelagert wurden. Wer sich ein wenig für die Wikinger interessiert, findet im ebenfalls separaten Begleitheft viele interessante Fakten und auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierte Vermutungen. Alleine dieser Almanach zeigt, mit welcher Intensität und welchem Enthusiasmus sich Autor und Verlag mit dem Thema Wikinger beschäftigt haben. Weshalb man als Wikinger mit seinen Lebensmitteln und geklautem Schmuck herumpuzzeln muss, bleibt allerdings unklar. Bei Patchwork und Cottage Garden war dies stimmiger.

Bei der eigentlichen Partie hat die Spielerfahrung einen erheblichen Einfluss auf die Spielzeit. Beim ersten Mal sollte man ca. 1-2 Stunden pro Spieler einkalkulieren, was sich im Laufe der Zeit aber fast halbieren lässt. Trotzdem sind die Wartezeiten teilweise erheblich und stören bei drei oder gar vier Teilnehmern. Zumal es sich hierbei hauptsächlich um ein Mehrpersonen-Solitär handelt, da man sich kaum in die Wege kommt. Zu zweit funktioniert es jedoch gut, und die Solovariante ist herausfordernd und ganz ohne Leerlauf. (Hier spielt man mit zwei Farben und behindert sich dabei zwangsweise selbst. Eine spannende Optimierungsaufgabe!)

Wie man in eine Partie startet, hängt aber auch von der Startausbildung ab, mit der man Glück oder Pech haben kann. Echte Rosenberg-Fans dürfte dies aber kaum stören, zumal Agricola ja noch mehr Entwicklungsvielfalt geboten hat. Generell stellt sich sowieso meist eher die Frage, ob man schneller puzzelt (etwas fummelig) um das Einkommen zu erhöhen, oder ob man gewissenhaft legt, um die zusätzlichen Rohstoffeintragsfelder nicht zu überbauen. Ob man neue Puzzelteile erwerben möchte, oder seine vorhandenen lieber verbessert. Oder seine Rohstoffe als Zahlungsmittel verwendet. Auf jeden Fall sollte man frühzeitig über ein Schiff verfügen, was thematisch ja wiederum sehr stimmig ist.

Fazit

Ein Fest für Odin ist ein typischer Rosenberg mit wahrlich opulenter Ausstattung (Ausnahme: der sehr dünne Wertungsblock) und toppt in dieser Hinsicht sogar Arler Erde. Agricola-Liebhaber mit Zeit und Platz liegen hier goldrichtig, wenn allein oder zu zweit gespielt wird. Ein Fest für Odin ist also wirklich ein Fest -mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man Spielzeit und Ausstattung berücksichtigt.


2017-05-19, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
12.05.2017
1 Spieler: sehr gut, 2 Spieler: gut, 3 Spieler: mäßig, 4 Spieler: sehr mäßig

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