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Datenblatt image
ID 17913

DICE FORGE


cover
Jahrgang: 2017

Verlag: Asmodee [->]
Libellud [->]
Autor: Régis Bonnessée
Grafik: Biboun

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2-4

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40

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 8.8 von 10
punkte

Score gesamt: 61.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Nach Mystic Vales Card Drafting sind nun die Würfel dran: Bei Dice Forge darf man seine Würfelseiten verändern. Aufwerten, upgraden, verbessern -und so seine Chancen in den folgenden Runden erhöhen.

Regeln

Jeder Spieler erhält zwei eigene, modifizierbare Würfel mit zunächst sehr einfachen Seiten, die vier verschiedene Arten von Erträgen abwerfen können: Gold (gelb), Sonnensplitter (rot), Mondsplitter (blau) und Ruhmespunkte (grün). Im Prinzip sind rot, blau und gelb aber nur verschiedene Währungen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Für zwei Sonnensplitter darf beispielsweise ein Extrazug durchgeführt werden.

Zu Beginn eines Zuges werfen alle(!) Spieler ihre Würfel und nehmen sich die entsprechenden Erträge ("Göttergaben"), die auf (erweiterbaren) Tableaus gesammelt werden. Der aktive Spieler kauft dann entweder für Gold neue Würfelseiten vom "Tempel" (und bringt sie sofort an), oder er erwirbt eine der ausliegenden Heldentatkarten für den angegebenen Preis (1-6 Sonnen- oder Mondsplitter). Von diesen gibt es 15 verschiedene, jeweils bis zu vier mal, die bei weiteren Partien auch noch durch zusätzliche Kartensätze variiert werden können.

Manche Heldentaten liefern sofortige Einmal-Effekte (z.B. ein zusätzlicher Würfelwurf, ein paar Ressourcen oder eine neue Würfelseite), andere haben eine permanente Funktion (z.B. Erweiterung des Tableaulagers oder Wiederholungswurf). Alle Karten haben aber eines gemeinsam: Sie sind Ruhmespunkte wert. Hinzu kommt, dass eine Spielerfigur nach Erwerb neben die paarweise angeordneten Heldentaten gestellt wird und für ein zusätzliches Einkommen (per Würfelwurf natürlich) sorgt, wenn ein anderer Spieler sich dorthin begibt. Nach neun (zu dritt: zehn) Runden gewinnt dann einfach derjenige, der die meisten Punkte gesammelt hat.

Meinung

Ein rosafarbener Kristall glänzt dominant auf der Schachtel. Das ist schon mal auffällig -auffällig schön, wenn man von der Farbe einmal absieht. Aber immerhin geht es bei Dice Forge nicht um rosa Einhörner, Teletubbys oder Glücksbärchis, sondern um knallhartes Ressourcenmanagement. Vielleicht wäre ein kräftiges Blutrot da die bessere Wahl gewesen. Bei den kleinen dunkelcreme-auf-beige-farbenen Symbolen der Karten wünscht man sich zudem etwas mehr Kontrast. Das war dann aber schon alles, was es an der Optik auszusetzen gäbe. Dicke Pluspunkte sammelt Dice Forge dagegen mit seinem ausgeklügelten Tiefziehteil, das man so noch nicht gesehen hat: Die Auslage der Würfelseiten (dickes Papp-Tableau mit 1mm-Vertiefungen) wird in eine Hülle geschoben und mit einem dehnbaren Band (kein herkömmliches Gummiband!) leicht gespannt. Alles andere findet darunter bequem Platz, und selbst während der Partie findet der Schachteluntersatz entsprechend Verwendung. Genial gelöst!

Vor der ersten Partie sind jedoch erstmal gute Nerven gefragt, denn die Anleitung erfordert wiederholtes Hin- und Herblättern, wodurch unnötige Fragen erzeugt werden. Dabei ist das Spiel gar nicht so kompliziert: Würfeln, Ressourcen nehmen, gegebenenfalls Karteneffekte nutzen (sofern man bereits welche hat), Ressourcen ausgeben. Und langweilig wird es auch nicht, da man irgendwie ständig am würfeln ist. Zu viert kommt es daher schnell zu einem Ressourcenüberfluss, was eine Investition in den Hammer des Schmieds oder zumindest die Truhe des Schmieds lohnenswert erscheinen lässt. Zu zweit hingegen herrscht Ressourcenarmut, sodass man durchaus etwas planen kann, gleichzeitig allerdings nicht immer das Gefühl hat, auch voran zukommen. Dice Forge scheint für 3 Spieler ideal zu sein.

Grundsätzlich empfiehlt es sich dabei, zu Beginn vor allem die Würfel zu verbessern, insbesondere das Goldeinkommen, später dann umso mehr in Karten zu investieren. Ob man bei den Würfelupgrades auf Risiko geht und relativ günstige Extremwerte platziert (z.B. "6 Gold" auf den einen, "3x" auf den anderen), oder doch lieber einen ausgeglicheneren Fortschritt setzt, hängt aber nicht nur von Lust und Laune ab, sondern auch von der Spielerzahl und der allgemeinen Entwicklung. Allzu ärgerlich ist es schließlich, wenn erwürfelte Ressourcen keinen Platz mehr im Lager finden.

Während das Sammeln und Ausgeben von Ressourcen altbekannt ist, erfordert das fummelige Austauschen einer Würfelseite etwas Übung. Insgesamt machen die Würfel aber einen stabilen Eindruck, obwohl sie komplett aus Kunststoff gefertigt wurden. Am Ende einer (meist knappen) Partie steht schließlich ein vergleichsweise zeitraubendes Aufräumen, d.h. Sortieren und Vorbereiten des Materials, damit es erstens wieder in die Schachtel passt und zweitens beim nächsten Mal sofort losgespielt werden kann.

Kleiner Hinweis am Rande: Die Würfel sind vollständig kompatibel mit denen der LEGO-Gesellschaftsspiele. D.h. die Plättchen aus Dice Forge lassen sich auf den LEGO-Würfeln montieren, und umgekehrt. Wer also noch LEGO-Spiele herumliegen hat, kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. (Den LEGO-Plättchen fehlt allerdings eine Aussparung an der Seite, sodass sie etwas schwieriger zu entfernen sind.)

Fazit

Dice Forge gelingt es tatsächlich, das innovative Konzept des Würfelveränderns spielbar zu machen. Nun könnte man zwar anführen, dass dies doch auch den Gesellschaftsspielen von LEGO gelungen sei, jedoch entspricht das Handling hier viel eher dem eines normalen Würfels, wohingegen die Dinger bei LEGO mehr hüpften als rollten. Hinzu kommt, das Dice Forge auch optisch und haptisch viel, viel besser ist. Ach ja, das gilt selbstredend auch für das eigentliche Spiel. Ergo: unbedingt ausprobieren!


2017-07-24, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
12.07.2017
optisch wie spielerisch sehr ansprechend
9.5Ragnaros
24.08.2017

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